Ernährungs-Tipps für Menschen mit Parkinson

Kleine Vitaminkunde zur kalten Jahreszeit

06.10.2011 - Die kalte und lang anhaltende Winterzeit steht wieder bevor – in den nächsten Monaten ist ausgewogenes und vitaminreiches Essen besonders wichtig, um das Immunsystem zu stärken. Eine gesunde Ernährung hält nicht nur fit, sie kann auch den Verlauf von Erkrankungen – darunter auch Parkinson – positiv beeinflussen.

Thema des Monats - Ernährungstipps für Menschen mit ParkinsonGesunde Ernährung kann den Verlauf von Parkinson positiv beeinflussen. Foto: Fotolia


Mit unseren leckeren Rezepten möchten wir Sie zu ausgewogenem Essen inspirieren und Ihnen zeigen, was Sie bei bestimmten Symptomen zu sich nehmen sollten. Außerdem geben wir Ihnen einen Überblick zu verschiedenen Vitaminen und erklären, welche essentiellen Funktionen sie in unserem Körper übernehmen – gut gestärkt, kann der Winter kommen!


Vitamin AVitamin B1Vitamin B2Vitamin B3Vitamin B5Vitamin B6
Vitamin B7Vitamin B8Vitamin B12Vitamin CVitamin DVitamin E


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Vitamin A (Retinol): das Allround-Talent

Das Vitamin A ist bei der Immunabwehr beteiligt, fördert die Regenerationsfähigkeit der Zellen, ist an der Produktion von Rhodopsin, einem Sehfarbstoff, beteiligt und kann auch Bluterkrankungen positiv beeinflussen.

Fertiges Vitamin A gibt es nur in tierischer Nahrung – das in Pflanzen vorkommende Provitamin Karotinoid kann jedoch problemlos zur Synthese des Vitamins genutzt werden. Der tägliche Vitamin-A-Bedarf von Frauen liegt bei 0,8 mg, von Männern bei 1,0 mg.

Vitamin A und Karotinoide sind fettlöslich. Deshalb wird Gemüse nur dann zu einer tauglichen Vitamin-A-Quelle, wenn es mit etwas Fett kombiniert wird. Frisch- und Tiefkühlgemüse haben einen bis zu 50 Prozent höheren Karotinwert als Dosengemüse. Besonders ergiebige Karotinquellen sind übrigens Tomatenmark und Ketchup.

Rezeptvorschlag

Karotten-Apfel-Müsli

KAROTTEN-APFEL-MÜSLI

Zutaten für 2 Personen:
300g frische Karotten
1 großer Apfel
30g Sonnenblumenkerne
3 Scheiben Vollkornknäckebrot
2TL Honig
200g Sahnejoghurt

Die Karotten unter fließendem Wasser abbürsten, mit Küchenpapier abtrocknen und grob raspeln. Den Apfel waschen, vierteln, entkernen und würfeln. Die Apfelstücke unter die Karotten mischen. Das Knäckebrot zerkrümeln und mit den Sonnenblumenkernen unter die Karotten-Apfel-Mischung mengen. Den Honig darüber träufeln. Den Sahnejoghurt cremig rühren und auf 2 Teller verteilen.
Die Müsli-Mischung hinzu geben.


Vitamin B1 (Thiamin): gut für die Nerven

Thiamin zählt zu den Psychovitaminen und entfaltet seine Wirkung vor allem im Bereich des Nervensystems. Mangel an Vitamin B1 kann zu Reizbarkeit, Störung des emotionalen Gleichgewichts, Konzentrationsschwäche, chronischer Müdigkeit, Appetitmangel und Schlafstörungen führen. Thiamin ist vor allem in Nüssen und Vollkornprodukten enthalten – Nüsse gelten nicht ohne Grund als altbekannte "Nervennahrung".

Der tägliche Bedarf an Vitamin B1 liegt bei 1,0 mg für Frauen und bis 1,3 mg für Männer. Leider werden diese Mengen von vielen nicht erreicht. Etwa ein Drittel der deutschen Bevölkerung leidet aufgrund ungesunder Ernährung an einer Mangelversorgung. Nachfolgend ein paar Tipps, wie Sie dem vorbeugen können:

  • Tauschen Sie Weißmehlprodukte gegen hochwertige Vollkornprodukte aus.
  • Achten Sie auf Ihren Alkoholkonsum – Alkohol blockiert die Verdauung und die Gerbstoffe beispielsweise in Wein führen zu einem Abbau von Vitamin B1.
  • Verzehren Sie vermehrt Thiamin aus pflanzlichen Produkten (z. B. Getreide und Kartoffeln) anstelle von Vitamin B1 aus tierischen Nahrungsmitteln (z. B. Fleisch).
  • Greifen Sie eher zu Frischwaren anstatt zu Tiefkühlkost.
  • Garen Sie Produkte mit Vorsicht – es können dabei bis zu 70 Prozent des Vitamins verloren gehen.

Vitamin B2 (Riboflavin): der Energieversorger

Vitamin B2 ist in tierischen Lebensmitteln – wie Milch, Milchprodukten, Fleisch und Fisch – und in pflanzlichen Nahrungsmitteln – z. B. Brokkoli, Grünkohl, Erbsen und Getreideprodukte – enthalten. Es kurbelt als Enzymbestandteil die Energieproduktion aus Kohlenhydraten und Fetten an und hilft dabei, die Energie in Muskelarbeit umzusetzen. Der durchschnittliche Tagesbedarf von Vitamin B2 liegt bei 1,5 mg.

Vitamin B2 ist zwar relativ hitzebeständig, aber auch wasserlöslich, deswegen verwenden Sie das Kochwasser beim Zubereiten der Speisen mit. Riboflavin ist lichtempfindlich, deswegen Gemüse und Getränke nur kurz und dunkel lagern. Konsumieren Sie z. B. Milch aus nicht-lichtdurchlässigen Flaschen – das enthaltene Vitamin B2 wird durch Lichteinstrahlung inaktiviert. Eine ausschließlich vegetarische Ernährung deckt den Tagesbedarf von Vitamin B2 in der Regel nicht ab – die Kost sollte mit Milchprodukten ergänzt werden.


Vitamin B3 (Niazin): verteilt die Energie

Die Anwesenheit von Vitamin B3 im Blut entscheidet z. B. darüber, ob bestimmte Aminosäuren in den Energiestoffwechsel eingeschleust, oder zur Beruhigung unserer Nerven eingesetzt werden. Außerdem senkt es das Risiko eines Gefäßverschlusses und somit eines Herzinfarkts entscheidend, indem es den Stoffwechsel im Fettgewebe hemmt und so die Menge von Cholesterin und Fettsäuren im Blutkreislauf verringert.

Der Tagesbedarf von Vitamin B3 beträgt bei Frauen 13 mg, bei Männern 17 mg. Nahrungsmittel mit hohem Niazingehalt sind z. B. Lachs, Schweineschnitzel, Hülsenfrüchte, Nüsse und Samen sowie Pilze wie Pfifferlinge und Steinpilze.


Vitamin B5 (Pantothensäure): das vielseitige Vitamin

Pantothensäure ist an der Produktion von zahlreichen Enzymen und dadurch an sehr unterschiedlichen Vorgängen im Körper beteiligt. Vitamin B5 sorgt z. B. indirekt dafür, dass den Zellen nicht die Energie ausgeht und unterstützt die Wundheilung.

Wissenschaftler sind sich über den täglichen Bedarf nicht einig – ein ungefährer Wert liegt zwischen 6 und 12 mg. Nahrungsmittel mit hohem Pantothensäure-Gehalt sind z. B. Fische wie Forelle, Hering und Makrele, Käsesorten wie Camembert und Limburger, Blumenkohl, Brokkoli, Weizenkleie und Sonnenblumenkerne.

Vitamin B5 geht beim Braten und Kochen nur in geringer Menge verloren, reagiert aber sensibel auf Säuren. Seien Sie also vorsichtig bei Kombinationen mit Produkten wie z. B. Essig.


Vitamin B6 (Pyridoxin): Vorsicht bei L-Dopa

Pyridoxin erfüllt im Körper die unterschiedlichsten Aufgaben und wird unter anderem bei psychischen, psychosomatischen und neurologischen Erkrankungen eingesetzt. Ein Mangel kann zu schweren Erkrankungen wie Immunschwäche, Blutarmut, Muskelschwäche, depressive Verstimmungen und Arthritis führen.

Vitamin B6 verstärkt allerdings den Abbau von L-Dopa zu Dopamin durch Aktivierung der Dopa-Decarboxylase. Durch die übliche Kombinationsbehandlung von L-Dopa und einem Decarboxylasehemmer kann Vitamin B6 jedoch unbedenklich eingenommen werden.

Der tägliche Bedarf an Vitamin B6 liegt bei 1,2 mg für Frauen und 1,5 mg für Männer. Die reine Form findet sich hauptsächlich in pflanzlichen Produkten – außerdem ist diese im Gegensatz zu tierischem Vitamin B6 bis zu 70 Prozent hitzebeständiger.

Nahrungsmittel mit hohem Pyridoxingehalt sind z. B. Avocados, Bananen, Müsli mit Trockenobst, Kartoffeln, Kichererbsen, Knoblauch und Sojabohnen.


Rezeptvorschlag

Gute-Laune-Bananen

GUTE-LAUNE-BANANEN


Zutaten für 2 Personen:
2 Bananen (fest)
2EL Honig
1 Scheibe Gouda



Die Bananen schälen, halbieren und braten.
Mit Honig bestreichen und den Käse darüberlegen.
Überbacken, bis der Käse beginnt zu verlaufen.


Vitamin B7 (Biotin): Power für den Stoffwechsel

Biotin sorgt für den Aufbau von Energiereserven in Leber sowie Muskeln und setzt diese Energie frei. Außerdem unterstützt Vitamin B7 beim Aufbau von Haut, Haaren und Fingernägeln.

Der tägliche Bedarf beträgt durchschnittlich 0,15 mg. Im Gegensatz zu den meisten anderen Vitaminen ist Biotin nicht essentiell. Außerdem kann der Mensch es zum Teil selbst herstellen. Eine Gewähr für eine ausreichende Biotin-Versorgung ist allerdings eine intakte Darmflora – bei Einnahme von z. B. Antibiotika sollte auf eine biotinreiche Kost geachtet werden. Nahrungsmittel mit hohem Biotingehalt sind unter anderem Sojabohnen, Erdnüsse, Walnüsse, Sardinen und Krabben.


Rezeptvorschlag

Zucchinisuppe mit Krabben

ZUCCHINISUPPE MIT KRABBEN

Zutaten für 2 Personen:
2 Kartoffeln (groß)
500g Zucchini
1l Gemüsebrühe
100g Krabben
Salz und Pfeffer


Die Brühe erhitzen, die Kartoffeln und Zucchini schälen, in Würfel schneiden und zu der Brühe geben, 15 Minuten köcheln lassen. Anschließend alles im Mixer pürieren, danach die Sahne dazugeben, mit Salz und Pfeffer abschmecken und die vorbereiteten Krabben dazugeben. Mit Baguette oder Fladenbrot servieren.


Vitamin B8 (Folsäure): Multitalent

Folsäure sorgt zusammen mit Vitamin B12 (Kobalmin) für Wachstum und Teilung der roten und weißen Blutzellen. Vitamin B8 sensibilisiert die Bildung von Antikörpern und verbessert die Verwertung der Nahrungsproteine.

Da es beim Braten und Kochen zu einem 30- bis 90-prozentigen Verlust der Folsäure kommen kann, sollten Nahrungsmittel mit hohem Folsäuregehalt am besten roh zu sich genommen werden. Diese sind z. B. Radieschen, Karotten, Salat, Tomaten, Dill, Petersilie, Orangen und Avocados.


Vitamin B12 (Kobalamin): kleine Menge – große Wirkung

Es hilft bei der Herstellung von Karnitin, welches Fettmoleküle aus der Blutbahn löst und verhindert somit indirekt Gefäßverschlüsse und Herzinfarkte. Das Vitamin ist unter anderem auch ein wirksames Mittel gegen Nervosität und unterstützt die Bildung von Vitamin A.

Der Vorteil von Vitamin B12 bzw. Kobalamin ist, dass der tägliche Bedarf mit 0,003 mg sehr gering ist. Nachteilig ist, dass der Bedarf fast ausschließlich über tierische Nahrung gedeckt werden muss – Milchprodukte und Eier reichen dabei jedoch schon völlig aus. Pflanzliche Lebensmittel enthalten allerdings auch Vitamin B12, wenn diese einer bakteriellen Gärung unterworfen waren (z. B. Sauerkraut).

Nahrungsmittel mit hohem Kobalamingehalt sind z. B. Eier, Leber, Ziegen- und Kuhmilchkäse, Kaviar und Makrele, Zungenwurst, Rauchfleisch und feine Leberwurst.


Rezeptvorschlag

Sauerkrautsuppe mit Kartoffeln

SAUERKRAUTSUPPE MIT KARTOFFELN

Zutaten für 2 Personen:
1/2 Brühe
2 Kartoffeln (groß)
1 Zwiebel
100g Sauerkraut
10g Butter
1 Lorbeerblatt
Salz, Pfeffer

Die Brühe erhitzen, Kartoffeln waschen, schälen und in Würfel schneiden, Zwiebel fein hacken. Butter in einem Topf schmelzen, Zwiebel und Sauerkraut unter Rühren goldgelb andünsten, dann Lorbeerblatt dazugeben und mit Salz und Pfeffer würzen. Mit Brühe bedecken und bei milder Hitze 45 Minuten köcheln lassen. Danach die Kartoffelwürfel dazugeben und zugedeckt 10 Minuten garen.


Vitamin C (Ascorbinsäure): die Universalwaffe

Vitamin C ist das wichtigste Vitamin für unsere Körperabwehr. Es macht den Fresszellen unseres Immunsystems Appetit auf ungebetene Eindringlinge wie Viren und Bakterien. Außerdem spielt es bei der Vorbeugung von Tumorerkrankungen eine wichtige Rolle. Da Vitamin C die Kalzium- und Eisenaufnahme verbessert, ist es – gerade für Frauen – eine unentbehrliche Vorbeugung bei Blutarmut und Osteoporose.

Allein 60 mg Vitamin C (etwa eine frische Orange) pro Tag reichen aus, um die Blutgerinnungsneigung deutlich und somit das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu senken.

Weitere Nahrungsmittel mit hohem Ascorbinsäuregehalt sind z. B. Paprika, Kohlrabi, Feldsalat, Petersilie, Guaven, schwarze Johannisbeeren, Sanddornsaft, Papayas, Kiwis und Grapefruits.

Vitamin C ist überaus licht-, hitze- und sauerstoffempfindlich. Frisches Obst und Gemüse sollte deswegen bald verzehrt werden. Zur Vorratshaltung eignen sich am besten Kiwis, Orangen, Grapefruit und Zitrone durch ihre schützende Schale.


Vitamin D: effektiver als angenommen

Vitamin D ist nicht nur ein Knochen- und Zahnfestiger, sondern verhindert das Überschießen von Entzündungen, indem es bestimmte chemische Botenstoffe hemmt. Außerdem unterstützt es die Produktion von Abwehrzellen und fördert Konzentrations- und Lernbereitschaft.

In der Natur kommt Vitamin D relativ selten vor. Es kann jedoch unter Einfluss von Tageslicht von unserer Haut produziert werden.

Wer sich vier Stunden am Tag an der frischen Luft aufhält, kann komplett auf Vitamin D aus der Nahrung verzichten. Da Menschen mit Parkinson jedoch häufig einen Mangel an Sonnen- und Tageslicht haben, empfiehlt es sich, täglich etwa zehn Mikrogramm zu verzehren. Einen besonders hohen Gehalt an Vitamin D haben Nahrungsmittel wie Sardinen, Bückling oder Matjes. Bei Früchten liegt die Avocado vorne, ebenso haben Steinpilze und Eier einen relativ hohen Anteil. Trotzdem enthalten Pflanzen fast so gut wie kein Vitamin D. Reine Vegetarier sollten sich also viel an der frischen Luft aufhalten, da Milchprodukte allein den Bedarf nicht abdecken würden: Um den Tagesbedarf zu decken, müsste man acht Liter Milch trinken.


Vitamin E: kleiner Beschützer

Was Vitamin E in der Werbung verspricht, muss nicht immer zutreffend sein. Trotzdem dient es als "Rostschutzmittel" und schützt empfindliche Substanzen wie Vitamin A oder Körperzellen vor aggressiven Stoffen. Außerdem fördert Vitamin E die Bildung von Antikörpern und dient als Schutz vor bestimmten Tumorarten wie Magendysplasie, Lungen- oder Darmkrebs.

Eisenpräparate sollten mindestens zwei Stunden vor den Mahlzeiten eingenommen werden, da Vitamin E ansonsten mit dem Schwermetall im Darm einen Komplex bildet, der beide Substanzen sozusagen außer Kraft setzt und wirkungslos macht. Der tägliche Bedarf an Vitamin E liegt bei Frauen bei 12 mg und bei Männern bei 15 mg. Nahrungsmittel mit hohem Vitamin-E-Gehalt sind z. B. Distelöl, Olivenöl, Sonnenblumenöl, Haselnüsse und Mandeln.

Was Kleines zum Schluss

Powerpüree

POWERPÜREE


Zutaten für 2 Personen:
20 Walnüsse
100g Schmand oder Sauerrahm
1 Prise Zimt
2EL Olivenöl
Salz



Alle Zutaten im Mixer grob pürieren, zum Schluss das Öl hinzu geben. Das Powerpüree ist ein leckerer Aufstrich für Vollkornbrot.


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