So schön kann Schnee sein!

Aktivitäten im Winter für Menschen mit Parkinson

16.01.2014 Regelmäßige Bewegung an der frischen Luft ist gut für Körper und Geist – das hört und liest man immer wieder. Sportliche Aktivitäten im Freien können ebenfalls dazu beitragen, das allgemeine Wohlbefinden zu steigern. Welche Sportarten im Winter besonders für Menschen mit Parkinson geeignet sind und worauf Betroffene dabei achten sollten, erfahren Sie in unserem Thema des Monats.Im Winter ist Bewegung im Freien auch für Menschen mit Parkinson wichtig. © C. Viktor Cap/123RF.com
Im Winter ist Bewegung im Freien auch für Menschen mit Parkinson wichtig. © C. Viktor Cap/123RF.com


Bewegung ist wichtig für Menschen mit Parkinson: Zahlreiche Studien zeigen, dass regelmäßiges körperliches Training in Ergänzung zur Physiotherapie die Motorik, Koordination und das Gangbild von Parkinson-Betroffenen deutlich verbessern kann. Bei frühzeitiger Aufnahme des Trainings lassen sich durch gezielten Muskelaufbau körperliche Defizite zum Teil ausgleichen beziehungsweise vorbeugen. Der Langzeitverlauf der Erkrankung kann so insgesamt verlangsamt werden.

Durch Bewegung im Freien die Produktion von Glückshormonen ankurbeln

Die verkürzten Tageslichtzeiten bzw. abnehmenden Sonnenstunden im Winter können nicht nur vielen Menschen mit Parkinson ganz schön zu schaffen machen. Unser Körper produziert in dieser Zeit zum einen weniger Serotonin – das Hormon, welches unser Wohlbefinden positiv beeinflusst und auch bekannt ist als ein sogenanntes "Glückshormon". Zudem kann die Haut aufgrund des geringeren UV-Anteils im Licht während der Wintermonate weniger Vitamin D aufnehmen. Die Folge können körperliche Schlappheit und ein geschwächtes Immunsystem sein.

Mit Aktivitäten im Freien lässt sich dem jedoch entgegen wirken. Bereits wenige Minuten an der frischen Luft können auch im Winter ausreichen, um den täglichen Bedarf an Vitamin D zu decken. Nutzen Sie also jeden Sonnstrahl für einen ausgedehnten Spaziergang oder eine leichte Winterwanderung. Um Ihre Muskelgruppen ganzheitlich zu trainieren und das Herz-Kreislaufsystem zu stärken, bietet sich auch bei geschlossener Schneedecke Nordic Walking an. Neben einem aufrechteren Gang helfen die Stöcke zudem, Stürze zu vermeiden.

Wie Sie mit Nordic Walking Ihre Motorik, Ihr Gangbild und das körperliche Wohlbefinden verbessern können, erfahren Sie in unserem Artikel zum Thema Bewegungstherapie.

Nicht jede Wintersportart eignet sich für Menschen mit Parkinson

Grundsätzlich ist natürlich auch für Menschen mit Parkinson jede Sportart erlaubt, die Spaß macht. Je nach Ausprägung der Parkinson-Symptome und allgemeinem körperlichen Fitnesszustand bietet sich jedoch nicht jede Wintersportart gleichermaßen an.

Ski-, Snowboard- oder Schlittschuhfahren sind aufgrund der Sturzgefahr zumindest im fortgeschrittenen Verlauf der Erkrankung weniger geeignet für Parkinson-Betroffene. In jedem Fall sollten Sie diese Aktivitäten zur Sicherheit nicht alleine betreiben, auf die Signale Ihres Körpers hören und keinen falschen Ehrgeiz an den Tag legen.

Ausdauersportarten wie (Berg-) Wanderungen, (Nordic) Walking und Joggen können dagegen bei mäßiger Intensität und der richtigen Ausrüstung selbst von Menschen mit fortgeschrittenem Parkinson meist noch ohne weiteres betrieben werden – auch im Winter.

Aus Sicherheitsgründen und zur Steigerung der Motivation sollten Sie Sport nicht alleine betreiben. Sportvereine, Volkshochschulen, aber auch Krankenkassen bieten häufig ein breites Kursangebot an. Oft gibt es sogar Sportangebote für Menschen mit Parkinson, in welchen auf die speziellen Bedürfnisse und die individuelle Leistungsfähigkeit der Betroffenen eingegangen wird. Erkundigen Sie sich am besten bei den Sportvereinen und Selbsthilfegruppen bei Ihnen vor Ort. Auch die Deutsche Parkinson Vereinigung e.V. kann Ihnen gegebenenfalls weitere Informationen zur Verfügung stellen.

Langlaufen und Schneeschuhwandern für Parkinson-Betroffene

Nichts wirkt so entspannend, wie langsam und gleichmäßig durch die unberührte Schneelandschaft zu gleiten. Wer diese Sportart einmal ausprobieren möchte, sollte allerdings über eine gute Körperbeherrschung und eine ordentliche Grundkondition verfügen und keine Schwierigkeiten mit dem Gleichgewicht haben. Beim klassischen Skilanglauf werden, ähnlich wie beim Nordic Walking, nahezu alle Muskelgruppen beansprucht und das Herz-Kreislauf-System anregt. Die Technik in der Loipe ist relativ leicht zu erlernen. Doch gerade Anfänger empfinden diese Sportart oft als sehr anstrengend und spüren in den nächsten Tagen in der Regel einen kräftigen Muskelkater. Selbstverständlich sollten Sie auch Langlaufen nicht alleine ausprobieren, die Belastung nicht übertreiben und zwischendurch öfters mal Ruhepausen einlegen.

Für diejenigen, für die aufgrund ihrer Symptome und körperlichen Einschränkungen Langlaufen nicht mehr in Frage kommt, einfache Spaziergänge aber "zu langweilig" sind, könnte Schneeschuhwandern die passende Alternative sein – eine immer beliebter werdende Aktivität im Freien, die Sie auch gut gemeinsam mit Ihrer Familie oder Freunden durchführen können. Schon mit kurzen einfachen Touren lässt sich auf diese Weise die winterliche Natur genießen. Gleichzeitig stärkt man die Arm- und Beinmuskultur, unterstützt das Herz-Kreislauf- und Immunsystem. Ungeübte sollten jedoch auf keinen Fall ohne einen Führer losmarschieren, besser ein langsames Tempo wählen und immer wieder kurze Pausen einlegen. Beste Gelegenheiten, das glitzernde Weiß in Ruhe auf sich wirken zu lassen.

Schneeschuhe, Stöcke und Langlaufausrüstung können Sie sich in vielen Sportgeschäften ausleihen. Erkundigen Sie sich am besten einfach vor Ort, an dem Ihre Tour starten soll.

 

Generelle Regeln für den Sport mit Parkinson

Je nachdem, wie weit die Erkrankung fortgeschritten ist, sollten Menschen mit Parkinson einige Hinweise beachten, damit Sport auch Spaß macht, ohne zu überfordern:

  • Üben Sie nie ohne Begleitperson. Aufgrund plötzlicher Bewegungsstörungen kann es zu gefährlichen Situationen kommen.
  • Passen Sie bei allen Sportarten die Trainingsphasen Ihrem Leistungsniveau an: Übertreiben Sie nicht die Länge der einzelnen Übungsabschnitte und legen Sie genügend und ausreichend lange Ruhepausen zum Erholen ein.
  • Berücksichtigen Sie für Ihr Training die gegenwärtigen Symptome und Umstände Ihrer Erkrankung, das heißt zum Beispiel die Auswirkungen bestimmter Medikamente, Einschränkungen in der Motorik, Gang- und Gleichgewichtsstörungen.
  • Verzichten Sie im fortgeschrittenen Parkinson-Verlauf auf Sportarten mit Sturzgefahr, z. B. Ski- oder Schlittschuhfahren. Vermeiden Sie ebenso Disziplinen, die zu hohe Anforderungen an Schnellkraft und Reaktion stellen.
  • Fragen Sie Ihren Arzt, ob und welche Sportarten für Sie in Frage kommen, wenn Sie sich selbst unsicher sind.

 

Mehr zum Thema auf www.leben-mit-parkinson.de:



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