Reisetipps für Parkinson-Betroffene

Barrierefreie Städte: Berlin, Salzburg, Göteborg

20.08.2014 – Städtereisen können anstrengend sein – gerade für Parkinson-Betroffene mit körperlichen Einschränkungen. Doch niemand muss auf das Verreisen verzichten. Denn von Spezialführungen für Menschen mit Behinderung über die Smartphone-App, die anzeigt, ob ein Restaurant oder Museum rollstuhlgerecht ist, bis zum 24-stündigen Pannendienst für Rollstuhlfahrer: Viele Städte haben sich mittlerweile auf Besucher mit eingeschränkter Mobilität eingestellt.Reisetipps für Parkinson-Betroffene – Barrierefreie Städte Berlin, Salzburg, Göteborg © J. Radlgruber, E. Galeotti, M. Markovskiy 123RFStädte wie Salzburg, Berlin und Göteborg sind mittlerweile auf Besucher mit eingeschränkter Mobilität gut ausgerichtet. © J. Radlgruber, E. Galeotti, M. Markovskiy / 123RF.com

Parkinson-Betroffene mit körperlichen Einschränkungen trauen sich Städtereisen oft nicht mehr zu. Dabei gibt es häufig keinen Grund, sich vor Entdeckungsreisen in attraktive Städte zu fürchten: Barrierefreiheit lautet das Motto. Ob in Deutschland, Österreich oder in Schweden: Diese Städte bieten sich für Parkinson-Betroffene mit eingeschränkter Mobilität beispielsweise für einen Kurztrip an.

 

Berlin entdecken trotz Parkinson

In Berlin beispielsweise versteht man sich darauf, es Menschen mit besonderen Bedürfnissen leichter zu machen: 2013 wurde die Hauptstadt als "Barrierefreie Stadt" ausgezeichnet – die Europäische Kommission würdigte so ihr langjähriges Bestreben, das Leben für Menschen mit Behinderungen im Alltag leichter zu gestalten. Davon profitieren auch Touristen, die von Parkinson betroffen sind. Denn Berlin bietet eine ganze Reihe an zusätzlichen Services, so zum Beispiel einen Pannendienst für Rollstuhlfahrer. Der Dienst ist rund um die Uhr verfügbar und stellt im Notfall sogar einen Ersatzwagen zur Verfügung.

Mobil im doppelten Sinne sind die Smartphone-Apps von Wheelmap, mit deren Hilfe Menschen mit Gehbehinderungen auf einen Blick erkennen, welches der Theater, Restaurants oder Shopping-Center rollstuhlgerecht ist, beziehungsweise nicht. Wer sich nicht so gern von seinem Mobiltelefon, sondern lieber persönlich vom Reichstag nach Berlin Mitte oder Potsdam führen lassen möchte, ist bei den "BerlinSpecialGuides" gut aufgehoben. Sie bieten spezielle Führungen für Menschen mit und ohne Behinderungen an. Auf dem Programm steht dort unter anderem eine Tour über die Museumsinsel sowie in den Obstgarten von Berlin.

Wonach suche ich meine Unterkunft aus? Was muss ich in punkto Essen und Klima wissen? Wie halte ich es mit ärztlicher Versorgung und Betreuung? Kann ich auch mit fortgeschrittener Parkinson-Erkrankung reisen? In unserem Ratgeber Reisen für Menschen mit Parkinson beantworten wir Fragen rund um die grundsätzliche Planung Ihres Urlaubs.

Barrierefreies Salzburg

Österreichs Alpenstadt ist durchaus auch für Parkinson-Betroffene mit Gehbehinderung ein lohnenswertes Urlaubsziel: Salzburgs Sehenswürdigkeiten, Kirchen, Restaurants und Veranstaltungsorte sind größtenteils auch mit Rollstuhl zu erkunden. Die Broschüre "Salzburg barrierefrei erleben" im praktischen Handtaschenformat sorgt zudem für ein sicheres Gefühl, wenn es darum geht, auch als Parkinson-Betroffener die Stadt der Mozartkugeln und Eiweiß-Nockerln entdecken zu können.

Denn zu sehen und zu entdecken gibt es in Salzburg einiges. Angefangen bei der historischen Altstadt – die zum UNESCO Weltkulturerbe zählt – mit ihrer Getreidegasse und Mozarts Geburtshaus bis hin zum alten Markt mit Florianibrunnen und dem bekannten Domplatz mit Mariensäule. Die Fassade des Salzburger Doms mit ihren drei Portalen ist besonders beeindruckend, aber auch im Inneren versetzt der Barockbau mit Presbyterium und Kuppel in Staunen. Ein empfehlenswertes Barockjuwel ist auch die Wallfahrtskirche Maria Plain am Nordrand der Stadt. Wer sich von seiner aufregenden Sightseeingtour erholen möchte, nimmt am besten im schönen Mirabellgarten Platz, bevor er im Anschluss das gleichnamige Schloss besichtigt.

Mozarts Geburtshaus, Festung Hohensalzburg und Stiegl-Brauwelt

Kleiner Wermutstropfen: Ausgerechnet Mozarts Geburtshaus ist für Reisende mit eingeschränkter Mobilität weniger gut zu erkunden, da in dem Gebäude aus Denkmalschutzgründen kein Aufzug eingebaut werden darf. Die Festung Hohensalzburg, die bis zur Aussichtsterrasse problemlos erreichbar ist und einen wunderbaren Blick über die Stadt gewährt, ist im Innenbereich einschließlich der Museen für Rollstuhlfahrer nicht zu besichtigen. Dafür bietet sich eine Trosteinkehr in der Stiegl-Brauwelt an: Das Traditionshaus hat für Hungrige und Genießer nicht nur echt österreichische Hausmannskost auf der Speisekarte, sondern ist zum Teil auch mit rollstuhlgerechten Plätzen ausgestattet.

Buchen Sie eine von der Stadt Salzburg angebotene Spezialführung für ein barrierefreies Besichtigungserlebnis.

Kontakt und weitere Informationen für Menschen mit Behinderung in Salzburg:
Mirabellplatz 4, 5020 Salzburg
Tel. +43662 8072-3232
Fax +43662 8072-2083
behindertenbeauftragte@stadt-salzburg.at
Bürozeiten: Montag, Dienstag, Donnerstag 8 - 15 Uhr, Freitag 8 - 12 Uhr
Sprechstunde: jeden Montag von 14 - 16 Uhr (um Terminvereinbarung wird gebeten)

Darüber hinaus stehen auf der Internetseite Salzburg.info viele weitere Informationen zum Download bereit, wie etwa ein Stadtführer für Menschen mit Behinderung, eine Liste über Behindertenparkplätze in Salzburg, barrierefreie Hotels und vieles mehr.

Göteborg: "Eine Stadt für alle!"

Für ihren integrativen Ansatz, der Menschen mit allen Arten von Behinderungen in die Gesellschaft einbezieht, hat Göteborg in diesem Jahr von der Europäischen Kommission die Auszeichnung "Barrierefreie Stadt 2014" erhalten. Dies ist ein schöner Beweis dafür, dass die Stadt an der schwedischen Westküste ihr Motto "Eine Stadt für alle!" bereits weitgehend umgesetzt hat. Vor allem Göteborgs Engagement für Barrierefreiheit in öffentlichen Verkehrsmitteln, Wohnräumen und am Arbeitsplatz ist nach Meinung der Jury vorbildlich. Außerdem wurden die konkreten Maßnahmen zum Abbau von Barrieren in öffentlichen Einrichtungen, Vergnügungsparks, auf Spielplätzen und in Göteborgs Universität gelobt.

Göteborg bietet allerlei Sehenswürdigkeiten: Neben der Oper, für die sich ein Abstecher allein schon wegen ihrer exponierten Lage am Hafen lohnt, gehören der Poseidonbrunnen am Götaplatsen und die unübersehbare 933 Meter lange Hängebrücke Älvborgsbron zu den Wahrzeichen der Hafenstadt. Zum Pflichtprogramm für Kunst- und Museumsliebhaber dürfte der Besuch des international renommierten Kunstmuseums, des Naturhistorischen Museums und des Experimentier-Museums "Universeum" gehören. Auch ein gemütlicher Bummel durch die Altstadt Haga, mit ihren kleinen Straßen aus Kopfsteinpflaster und den vielen bunten Holzhäusern, die zum Teil noch aus dem 19. Jahrhundert stammen, darf natürlich nicht fehlen. Wer Natur in der Stadt sucht, findet sie mit Sicherheit im Schlosspark Slottsskogen. Hier gibt es auch einen kleinen, frei zugänglichen Zoo mit Wildtieren, wie Elchen, Seehunden oder Pinguinen. Eine weitere Attraktion mitten im Zentrum der Stadt ist der größte Vergnügungspark Skandinaviens, Liseberg.

Wenn Sie sich für barrierefreies Reisen in Göteborg oder anderen Zielen in Schweden interessieren, erhalten Sie auf www.visitsweden.com vertiefende Informationen auf Deutsch.

Weitere Reisetipps, Informationen und Angebote zum Thema barrierefreies Reisen für Parkinson-Betroffene und andere Menschen mit eingeschränkter Mobilität erhalten Sie über die NatKo (Nationale Koordinationsstelle Tourismus für Alle e.V.), "Tourismus für Alle" oder die Internetseite der Aktion Mensch.


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