Frühsommer-Tipps für Balkon und Garten

Welches Hobby im Freien eignet sich bei Parkinson?

04.06.2013 - Das eigene Gemüsebeet anlegen, die Balkonkübel bepflanzen oder ein Handwerksprojekt im Freien starten: Im Frühsommer gibt es eine ganze Reihe von Freizeitbeschäftigungen, die sich für Menschen mit Parkinson eignen. Wir haben einige Anregungen für Sie zusammengestellt, die nicht nur gut für die Seele und Gesundheit sind, sondern auch ein Resultat hervorbringen, das sich sehen lassen kann.
Tipps für Balkon und Garten - Welches Hobby im Freien eignet sich bei Parkinson. Bildquelle: © alexraths/123RF.com
Gärtnern ist eine gute Freizeitbeschäftigung für Menschen mit Parkinson. Bildquelle: © alexraths/123RF.com


Kaum jemanden hält es an schönen Frühsommertagen im Haus oder in der Wohnung. Auch die meisten Menschen mit Parkinson zieht es raus ins Freie. Wohl dem, der einen Balkon oder sogar einen Garten sein Eigen nennen kann. Der kann das Schöne gleich mit dem Nützlichen verbinden – denn die Beschäftigung im Freien ist nicht nur ein schönes Hobby und Balsam für die Seele, sondern kann auch ein gutes Training für die Motorik sein. Wenn Sie zum Beispiel schon immer mal ein Gemüsebeet anlegen wollten, haben wir einige Tipps, worauf Sie dabei achten sollten. Wem das Gärtnern nicht so liegt, der könnte etwa den längst marode gewordenen Holzzaun endlich in Angriff nehmen, ihn zum Beispiel zuerst abschleifen und anschließend frisch streichen. Oder Sie verlegen gleich Ihre Werkbank nach draußen und widmen sich einem ganz neuen "Projekt". Hier finden Sie einige Anregungen, welche Aktivitäten im Freien sich für Menschen mit Parkinson im Frühsommer besonders eignen.

Gemüse aus dem eigenen Beet

Saftige Karotten, frische Kräuter, knackiger Salat und sonnengereifte Tomaten sind gesund und schmecken am allerbesten, wenn man sie selber gezüchtet hat und reif erntet. Wenn Ihnen schon immer mal vorschwebte, ein eigenes Beet anzulegen, wäre doch jetzt ein geeigneter Zeitpunkt dafür? Was Ihnen allerdings klar sein sollte: Das Beet fordert zwischen Frühjahr und Herbst Ihre regelmäßige Aufmerksamkeit und Beschäftigung. Dennoch: Die Arbeit macht Spaß und die Mühe lohnt sich! Und eventuell können Sie ja auch einige Familienmitglieder unterstützen.

Suchen Sie sich in Ihrem Garten ein geeignetes windstilles Plätzchen, das etwa fünf Stunden pro Tag in der Sonne liegt, aber auch nicht der prallen Mittagssonne ausgesetzt ist. Die Größe Ihres Gemüsebeets hängt davon ab, was und wie viele Sorten Sie anpflanzen wollen. Starten Sie zunächst mit nicht zu vielen verschiedenen Sorten, damit Sie den Arbeitsaufwand besser einschätzen können. Um das Beet von beiden Seiten gut bearbeiten zu können, sollte es nicht breiter als eineinhalb Meter sein. Bearbeiten Sie mit Spaten, Grabgabel und Hacke die ausgewählte Fläche und entfernen Sie Steine, Unkraut und alte Wurzeln. Optimal für eine gute Ernte ist ein lockerer, lehmig-sandiger Boden oder Mutterboden. Sie können Ihr Beet anschließend noch mit Steinen einsäumen und auch einige Steinplatten in die Mitte legen, auf die Sie später treten können.

Im nächsten Schritt wird gepflanzt und ausgesät! In Gärtnereien erhalten Sie beispielsweise bereits vorgezogene Tomaten- oder Paprikasetzlinge. Achten Sie beim Setzen der einzelnen Pflanzen darauf, etwas Abstand zu lassen. Wer es sich zutraut, kann sich die Setzlinge natürlich auch selber ziehen. Entscheidend für den Erfolg der Ernte ist die Qualität des Saatguts. Sparen Sie deshalb nicht am Preis und kaufen Sie die Samen in einem guten Fachmarkt. Wenn Sie das Wachstum beschleunigen wollen oder die Temperaturen noch zu niedrig sind, können Sie Ihr Beet anfangs mit einem Kulturvlies abdecken. Als Schutz gegen Hagel und Frost bieten sich Schutzplanen an, die Sie über die frische Aussaat legen können.

Jetzt heißt es dranbleiben: Bei Trockenheit müssen Sie die Pflänzchen regelmäßig gießen und zwischendurch immer mal wieder Unkraut zupfen.

Wann müssen welche Samen ausgesät oder Stecklinge gepflanzt werden und wann können sie voraussichtlich geerntet werden? Welche Pflanzabstände sind einzuhalten? Für die Planung Ihres Beets erhalten Sie zum Beispiel mit dem Planer der Bayerischen Gartenakademie im Vorfeld einen guten Überblick über Aussaat und Pflanzzeiten der gängigsten Gemüsesorten.

Schmetterlingsparadies auf dem Balkon

Selbstverständlich können Sie Gemüse und Kräuter auch auf dem Balkon anbauen. Denn Balkonkästen, Blumentröge oder Kübel aus Kunststoff, Steingut oder Terrakotta spenden ebenfalls viel Platz. Wer einen Faible für Insekten hat, könnte die Behälter alternativ so bepflanzen, dass sich auch Schmetterlinge, Bienen und Hummeln wohl fühlen. Sie tun damit nicht nur etwas für die Natur und die Optik Ihres Balkons, sondern können sich später auch immer an Ihren bunten oder summenden Besuchern erfreuen.

Schmetterlinge werden zum Beispiel durch Kräuter wie Majoran, Lavendel oder Katzenminze, Zierpflanzen wie Dalien, Astern, Nelken oder Schmetterlingsflieder und Heilpflanzen wie Sonnenhut, Fetthenne, Hauhechel oder Wasserdost angezogen.

Hummeln mögen besonders Korn- und Flockenblumen, Malven, Fingerhut und alle Rosenarten mit ungefüllten Blüten, wie Hecken- oder Apothekerrose. Im Herbst könnten Sie den Insekten zuliebe Ihre Kübel noch einmal frisch mit Sonnenblumen, Herbstanemonen oder Sonnenhut bepflanzen.

Wenn Sie sich nicht davor scheuen, Bienen auf Ihren Balkon zu locken, werden Sie voraussichtlich mit Kräutern wie Melisse, Lavendel, Thymian, Bohnenkraut oder Majoran erfolgreich sein.

Saubere Hände nach der Gartenarbeit: Alle, die sich nach der Gartenarbeit an den Schmutz- und Dreckresten an den Händen und unter den Fingernägeln stören, welche sich selbst durch ausgiebiges Händewaschen und Bürsten nicht entfernen lassen wollen, sollten beim Umtopfen, Erde festdrücken oder Unkraut zupfen entweder Handschuhe tragen oder sich vorher die Hände mit Vaseline einreiben. Denn die schmierige Paste schließt die Poren der Haut. Nach der Gartenarbeit die Hände einfach ganz normal mit Seife waschen.

Ein Gewächshaus zum Selberbauen

Handwerken muss nicht immer nur drinnen stattfinden: Wer genügend Platz im Garten oder vor der Garage zur Verfügung hat, kann bei schönem Wetter auch einfach seine Werkbank nach draußen verlegen. Töpfern, Sägen, Hämmern oder Schrauben ist für Menschen mit Parkinson nicht nur eine sehr gute Freizeitbeschäftigung, sonders trainiert gleichzeitig Konzentration und Feinmotorik. Falls Sie noch nach einem geeigneten Projekt suchen und vielleicht ohnehin planen, selber Gemüse anzubauen, könnten Sie sich zum Beispiel an einem einfachen Gewächshaus versuchen. Der Vorteil: Die Pflanzen sind besser vor widrigen Witterungsbedingungen geschützt und ihr Wachstum wird beschleunigt.

  • Je nachdem, was später angepflanzt werden soll, sind Standort und Ausrichtung des Gewächshauses entscheidend. Wenn Sie den passenden Standort gefunden haben, erstellen Sie sich als nächstes einen Bauplan: Zur Berechnung der Konstruktion fertigen Sie eine maßstabsgetreue Aufzeichnung von Beetgröße, Gestell und den Seitenwänden an. Fertige Baupläne mit detaillierten Materiallisten können Sie sich je nach Anforderung aus dem Internet herunterladen.
  • Damit das Mikroklima in Ihrem Gewächshaus nicht zu feucht wird, dürfen Sie nicht vergessen, mit genügend Lüftungsschlitzen für eine ausreichende Luftzufuhr zu sorgen.
  • Sie haben die Wahl zwischen verschiedenen Materialien: Das Gestell kann aus Holz, Metall oder Kunststoff sein. Für die Seitenwände können Sie entweder Planen, Glas oder Plexiglas verwenden. Für das Dach eignen sich auch Wellplatten aus PVC, die das Licht durchlassen.
  • Im nächsten Schritt wird mit Metallwinkeln das Gestell montiert. Die Löcher für die Schrauben sollten Sie vorbohren.
  • Wenn Ihr Gerüst aus Holz ist, können Sie die Folie einfach an die Stäbe tackern oder mit Nieten und Schraubhaken befestigen. Glas- und Plexiglasplatten müssen angeschraubt werden.
  • Herzlichen Glückwunsch, das Gewächshaus ist fertig! Jetzt können Sie sich gleich ans Bepflanzen machen.

Weitere interessante Anregungen zum Basteln, Werken und Selbermachen finden Sie auf www.expli.de. Die Sammlung gut erklärter Anleitungen und interessanter Ideen wurde von leidenschaftlichen Tüftlern, Bastlern und sonstigen Do-it-Yourself-Begeisterten erstellt.

Nach getaner Arbeit kommt der Genuss! Denn gerade Menschen mit Parkinson sollten darauf achten, sich nach jeder Belastung auch ausreichend Regenerationszeit zu gönnen. Also holen Sie den Liegestuhl raus und dösen Sie eine Runde im Schatten eines Baumes, lesen Sie gemütlich ein gutes Buch oder genießen Sie ganz einfach Ihr Werk.


Quellen:

 

Weitere Themen auf www.leben-mit-parkinson.de:


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