Reisetipps

Kreuzfahrten für Menschen mit Parkinson

13.03.2014 Fernreisen und Parkinson lassen sich nicht vereinbaren? Und ob! Eine ideale Reisemöglichkeit für Menschen mit Parkinson können beispielsweise Kreuzfahrten sein. Besonders, wenn sie im Kreise Gleichgesinnter stattfinden. Wir stellen Ihnen Kreuzfahrtreisen vor, die speziell für Parkinson-Betroffene organisiert werden.Reisetipps – Kreuzfahrten für Parkinson-Betroffene © Margarete BongartzKreuzfahrten sind eine sehr geeignete Reiseform für Menschen mit Parkinson – erst recht im Kreise anderer Betroffener. © Margarete Bongartz.

Dass mit der Diagnose Parkinson noch Fernreisen oder gar längere Kreuzfahrten möglich sind, daran denken die wenigsten. Dabei heißt diese Diagnose noch lange nicht, auf Urlaubsabenteuer verzichten zu müssen. Denn gerade die Fahrt mit einem Kreuzfahrtschiff ist eine sehr geeignete Reiseform für Menschen mit Parkinson. Erst recht, wenn sie im Kreise anderer Betroffener stattfindet.

Seit einiger Zeit werden mehrmals jährlich Sonderreisen für Menschen mit Parkinson in Kooperation mit Kreuzfahrt-Veranstaltern angeboten. Diese sind auch für Reisende geeignet, die weniger mobil sind: Die Einrichtungen der ausgewählten Schiffe sind barrierefrei. Aufzüge, Gangway und Kabinen sind auch für den Einsatz von Rollstühlen und Rollatoren geeignet. Die Crew ist vorbereitet und greift, wo nötig, auch mal „unter die Arme“ oder ist bei Bedarf etwa im Restaurant behilflich. An Bord der Schiffe befindet sich in der Regel auch eine medizinische Abteilung, die auch auf Parkinson-Patienten vorbereitet ist.

 

Positive Erfahrung mit anderen Parkinson-Betroffenen teilen

Detlev Friedriszik aus Rheinberg am Niederrhein hat vor acht Jahren die Diagnose Parkinson erhalten. Das Leben des 58-jährigen IT-Fachmanns hat sich daraufhin grundlegend geändert, doch während einer Kreuzfahrtreise stellte er fest, dass es ihm auf dem Schiff körperlich viel besser ging als sonst. Diese positive Erfahrung wollte er mit anderen Parkinson-Betroffenen teilen. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Marianne, einer gelernten Reisekauffrau, entwickelte er ein besonderes Erholungskonzept für Parkinson-Betroffene und deren Angehörige. Seit 2012 organisieren die beiden in Zusammenarbeit mit einem Reisebüro in Moers und Kreuzfahrt-Anbietern spezielle Reisen für Menschen mit Parkinson, von denen sich die meisten eine Kreuzfahrt alleine nicht mehr zutrauen würden.

Die Reisen standen von Anfang an unter dem Motto "Du darfst dich trotz Parkinson nicht verstecken, sondern kannst und musst (im Rahmen deiner Möglichkeiten) weiter aktiv am Leben teilnehmen". Die Betroffenen und ihre Begleiter sollen gemeinsam in der Gruppe fremde Länder und Landschaften kennenlernen und die Erkrankung für einige Zeit hintenanstellen oder gar vergessen. Neben dem jeweiligen touristischen Programm gibt es Vorträge und viel Zeit und Raum für den Austausch in der Gruppe.

Weiterer wichtiger Bestandteil der von Friedriszik organisierten Kreuzfahrtreisen für Parkinson-Betroffene ist der gemeinsame Bewegungssport an Bord. Dafür wird das von einem an Parkinson erkrankten Tennislehrer aus Österreich entwickelte Sportgerät "smovey" eingesetzt. Mit den grasgrünen, vibrierenden Schwingringen werden im Takt zur Musik verschiedene leichte Übungen für die Beweglichkeit oder zur aktivierenden Massage durchgeführt.

Für 2014 hat das Ehepaar Friedriszik in Zusammenarbeit mit dem Anbieter AMBIENTE-Kreuzfahrten und der MS Azores folgende Gruppenreisen organisiert:

  • 19.04. - 26.04.2014: "Zauber des Nordens – Fjorde,Trolle und Königsstadt Oslo"
    Mit Hans Salzwimmer, dem österreichischen Erfinder der Bewegungssportgeräte smoveys
    Preis: ab € 899,- p.P.
  • 04.09. - 15.09.2014: "England, Irland & Schottland"
    Preis: ab € 1.599,- p.P.
  • 04.10 .– 19.10.2014: "Schwarzes Meer & Sonneninsel"
    Preis: ab € 2.269,- p.P.

Weitere Informationen zu den aktuellen Reiseangeboten und zu dem Vibroswingsystem smovey erhalten Sie auf www.freemade.de oder Sie können es direkt per E-Mail bei Marianne und Detlev Friedriszik anfordern: marianne.friedriszik@t-online.de, bzw. info@freemade.de.

Niemand muss wegen Parkinson darauf verzichten, zu verreisen. Damit Sie Ihren Urlaub richtig genießen können, sollten Sie jedoch einige Vorkehrungen treffen. Und wer könnte da besser Ratschläge geben als jemand, der selbst von Parkinson betroffen ist? Hier geben acht Menschen mit Parkinson praktische Reisetipps und Empfehlungen, worauf Sie bei der Planung eines größeren Urlaubs achten sollten.

Kreuzfahrten mit der Deutschen Parkinson Vereinigung

Margarete Bongartz organisiert seit 2009 auf private Initiative in Kooperation mit der Deutschen Parkinson Vereinigung (dPV) Kreuzfahrten für Parkinson-Betroffene. Sie betreut jede der ein bis zwei Reisen, die jährlich organisiert werden, persönlich. Bei größeren Gruppen ist noch eine weitere Begleitperson dabei. Die gelernte Reiseverkehrsfrau hilft den Teilnehmern, die aus ganz Deutschland stammen, bei Bedarf auch bei der Planung und Organisation der An- und Abreise: Sie sucht zum Beispiel die besten Zugverbindungen heraus, organisiert Hilfe beim Umsteigen, berät bei der Zusammenstellung des Gepäcks oder bezüglich der Transportmöglichkeiten für Rollstühle oder Rollatoren.

 

Kreuzfahren – Die ideale Art des Reisens für Menschen mit Parkinson

Aufgrund der überwältigenden und manchmal sehr emotionalen Reaktionen, die sie während und nach den Reisen erlebe, hält Bongartz Kreuzfahrten für DIE ideale Art des Reisens für Menschen mit Parkinson: Die Gruppe von etwa 20 Personen kennt sich schnell und auf den von ihr ausgewählten, eher kleinen Schiffen, finden sich alle rasch zurecht und fühlen sich wohl. Trotzdem hat auch jeder an Bord seine Rückzugsmöglichkeiten.

Effekte, die sonst oft bei gravierenden Veränderungen auftreten, wie das Phänomen des "Freezing", würden an Bord so gut wie nie auftreten, sagt Bongartz. Auch die Angst vieler an Parkinson erkrankter Reiseteilnehmer davor, bei den anderen Mitreisenden unangenehm aufzufallen, sei in den meisten Fällen unbegründet. Schlimmstenfalls schaffe sie persönlich mit etwas Aufklärungsarbeit Abhilfe.

Ein weiterer positiver Nebeneffekt der Sonderreisen für Parkinson-Betroffene: Der Austausch in der Gruppe ist sehr intensiv. Eventuell bei Einzelnen während der Reise auftretende Schwierigkeiten werden untereinander gelöst. Man hilft sich gegenseitig, so dass selbst die vorhandene medizinische Betreuung an Bord in den meisten Fällen überflüssig wird. Für die Angehörigen ist beruhigend, dass sie die Fürsorge auch einmal abgeben können und selbst großen Raum für den Austausch und die Beratung untereinander bekommen.

"Diese Reisen im Kreise Gleichgesinnter machen etwas mit den Betroffenen", sagt Bongartz. Sowohl die Parkinson-Betroffenen als auch ihre Angehörigen erfahren, dass sie nicht alleine mit dieser Erkrankung sind. Dass es anderen zum Teil noch schlechter oder "anders schlecht" geht. Viele der während der Reise geschlossenen Kontakte halten sich noch lange über das Ende der Kreuzfahrt hinaus. Die Teilnehmer seien, wenn sie hinterher von Bord gehen, in der Regel motivierter, als sie vor der Reise waren. Ein Reiseteilnehmer hat es mal so beschrieben, dass für ihn die Reise auf dem Kreuzfahrtschiff auch eine "Reise in das Verstehen" der Erkrankung gewesen sei. Durch das Entfernen von zuhause und von dem Gewohnten, den vielen Eindrücken während der Reise und dem intensiven Austausch innerhalb der Gruppe habe er sich aber auch von der Erkrankung entfernen und diese besser akzeptieren können.

Für 2014 bietet die Deutsche Parkinson Vereinigung in Zusammenarbeit mit dem Kreuzfahrten-Veranstalter Thomas Cook zwei Sonderreisen für Menschen mit Parkinson an:

  • 03.08. - 09.08.2014: "Zeeland – alte Städte Hollands: von jungem Gouda und alten Meistern"
    Siebentätige Flusskreuzfahrt ab/bis Rotterdam mit der MS Alegria
    Preis für 2-Bett-Aussenkabine ab € 599,- p.P.
  • 21.08. - 02.09.2014: "Kelten, Kilts und Kleeblatt – Kultur und Natur an Britanniens Küsten"
    12-Nächte-Kreuzfahrt auf der MS Delphin ab/bis Bremerhaven
    Preis für 2-Bett-Innenkabine ab € 2.111,- p.P.


Auch für 2015 sind wieder Kreuzfahrtreisen für Parkinson-Betroffene geplant. Weitere Informationen zu den Reisen sowie Details zu Preisen, Terminen und Reiseverlauf erhalten Sie bei Margarete Bongartz, Reiseservice der Deutschen Parkinson Vereinigung, Falltorfeld 28, 41334 Nettetal, Tel.: +49 (0)2153 703 47, Fax: +49 (0)2153 971 375, E-Mail: mabong@t-online.de.

Wer sich für den Vorderen Orient interessiert und eine Fernreise mit den Vorteilen einer Therapie verbinden möchte, für den könnte eventuell das Dead Sea Medical Center in Jordanien interessant sein. Neben vielen spannenden Ausflugszielen und einem konstanten Hochdruck-Klima bietet das Medizinische Zentrum am Toten Meer Menschen mit Parkinson auch Behandlungsmöglichkeiten wie Physiotherapie und Ergotherapie.


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