Trotz Parkinson aktiv durch den Winter

So genießen Sie die Vorweihnachtszeit

06.12.2012 - Kurze Tage und tristes Winterwetter: Die Vorweihnachtszeit verbreitet nicht bei allen Menschen positive Stimmung. Wir haben einige Anregungen für Sie zusammengestellt, wie Sie aktiv und mit Freude durch die kalte Jahreszeit kommen und dabei auch noch Ihre Körper- und Sprachmotorik trainieren können.

Trotz Parkinson aktiv durch den Winter - So genießen Sie die VorweihnachtszeitAm meisten Spaß machen Weihnachtsvorbereitungen im Kreise der Familie oder mit Freunden. Foto: iStockphoto


Wenn die Tage immer kürzer und das Wetter kalt und grau wird, schlägt das so manchem aufs Gemüt. Doch gerade in der Vorweihnachtszeit gibt es eine ganze Reihe von Aktivitäten, die nicht nur Spaß machen und Abwechslung vom Alltag versprechen, sondern die Sie auch gut in Ihr tägliches Trainingsprogramm einbauen können. Am besten, Sie beziehen Ihre Familie oder Freunde mit ein. Unsere Vorschläge sind jedoch lediglich als Anregungen gedacht. Überfordern Sie sich nicht und beachten Sie, dass Genuss und Spaß dabei immer im Vordergrund stehen sollten.

Warm einpacken und raus in die Kälte

Trotz der kalten Jahreszeit sollten Sie regelmäßig an die frische Luft gehen: Das stärkt die Abwehrkräfte und ist gut für Ihre Fitness. Außerdem sind raureif- oder schneebedeckte Bäume und zugefrorene Seen und Bäche ein absoluter Blickfang. Je nach Konstitution sollten Sie es allerdings langsam angehen lassen: Beginnen Sie zum Beispiel mit einem kurzen, gemütlichen Spaziergang oder einer kleinen, weniger anstrengenden Winterwanderung.

Wer im Besitz von Nordic Walking-Stöcken ist, kann diese auch im Winter zur Unterstützung einsetzen. Für alle, die es sich zutrauen, kann eine Schneeschuh-Wanderung durch die verschneite Landschaft ein ganz besonders intensives Naturerlebnis sein. Verschiedene Wintersport-Veranstalter bieten Touren in allen Schwierigkeitsgraden an und verleihen auch die dafür erforderliche Ausrüstung.

Für alle Aktivitäten gilt: Sie sollten sich immer warm genug anziehen. Dies gilt besonders, wenn Ihr Immunsystem geschwächt ist. Am besten eignet sich dafür der "Zwiebellook": Ziehen Sie mehrere Kleidungsschichten übereinander an, die Sie – wenn es doch zu warm werden sollte – nach und nach wieder ausziehen können. Bewährt hat sich entsprechende "Outdoor"-Sportbekleidung, die atmungsaktiv und thermoregulierend ist und mit der Ihr Körper trotz Schwitzen trocken und warm bleibt.

Wie Sie mit Nordic Walking Ihre Motorik, Ihr Gangbild und das körperliche Wohlbefinden verbessern können, erfahren Sie in unserem Artikel zum Thema Bewegungstherapie.

Plätzchen backen

Zutaten besorgen, Weihnachtsmusik einlegen, Kerzen anzünden und schon kann es losgehen – um sich in weihnachtliche Stimmung zu bringen, darf der Klassiker unter den Weihnachtsvorbereitungen nicht fehlen: das Plätzchenbacken. Am meisten Spaß macht es, gemeinsam mit dem Partner oder den Enkeln zu backen. Vielleicht laden Sie auch noch ein paar Freunde oder Bekannte dazu ein. Wenn sich der Plätzchenduft langsam vom Ofen aus in der ganzen Küche verbreitet und die Vorfreude auf das Probieren mehr und mehr steigt, ist das nicht nur für die Kleinen ein ganz besonderer Moment.

Wir haben einen leckeren Rezeptvorschlag für Sie herausgesucht, den Sie schnell und einfach umsetzen können:

Schoko-Weihnachtsbrot

Zutaten für den Teig:
250g Butter
6 Eier
250g Zucker
2 Päckchen Vanillezucker
200g geriebene Nüsse (wahlweise Haselnüsse, Walnüsse oder Mandeln – oder gemischt)
200g geriebene Blockschokolade oder Zartbitterkuvertüre
Butter zum Einfetten
150g Mehl

Für den Schokoguss:
200g Kuvertüre (Zartbitter oder Vollmilch)
1 Becher Schlagsahne

Den Backofen auf 200 °C (Ober-/Unterhitze) vorheizen. Die Zutaten für den Teig in einer Schüssel nacheinander mit dem Handrührgerät oder in der Küchenmaschine verrühren. Das Backblech gut mit Butter einfetten oder mit Backpapier auslegen. Den Teig gleichmäßig darauf verteilen und im vorgeheizten Ofen etwa 20 Minuten backen.

Für den Schokoguss die Kuvertüre in kleine Stücke brechen. Die Sahne in einem Topf leicht erhitzen und die Kuvertüre darin langsam Schmelzen lassen. Gleichmäßig auf dem noch heißen Blechkuchen verstreichen. Das Schoko-Weihnachtsbrot sofort mit einem scharfen Messer in etwa 2 x 4 cm große Rechtecke schneiden.

In unserer kleinen Vitaminkunde für die kalte Jahreszeit haben wir viele nützliche Ernährungstipps und einfache, aber feine Rezepte für Sie zusammengestellt. 

Vorweihnachtliches "Motorik-Training"

Warum nicht das Nützliche mit dem Schönen verbinden? Mit diesem etwas anderen "Motorik-Training" können Sie zudem noch anderen eine Freude bereiten: Schreiben Sie Ihren Freunden und Bekannten doch mal wieder eine Weihnachtskarte oder packen Sie die Geschenke selbst ein und verzieren Sie diese anschließend noch. Und schon mit ganz wenigen Handgriffen lässt sich der Esstisch vorweihnachtlich schmücken. Kerzen, Tannenzapfen, Zweige, Zimtstangen, Orangen, Lebkuchen und Nüsse verströmen zudem einen angenehmen Duft.

Auch das Basteln von Weihnachtsdekoration oder das Schmücken des Christbaums sind gute Möglichkeiten, Feinmotorik und Körperbeherrschung zu trainieren. Wer etwas mehr Aufwand betreiben möchte, kann sich an den folgenden beiden Basteltipps probieren:

  • Christbaumkugeln mit persönlicher Note
    Beim Selbstdekorieren von Weihnachtskugeln können Sie Ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Als Grundlage dienen Styroporkugeln, die im Bastelgeschäft erhältlich sind. Achten Sie darauf, dass diese bereits mit einem Aufhänger versehen sind. Die Styroporkugeln können Sie beispielsweise mit Acrylfarben bemalen, mit Goldlack besprühen oder mit Aufklebern und ausgeschnittenen Serviettenmotiven bekleben. Wer möchte, kann die Kugeln anschließend noch mit Bändern verzieren. Als Klebstoff bietet sich Serviettenkleber an.

    Eine besonders edle Wirkung erzielen Sie, wenn Sie die mit Klebstoff bedeckten Stellen in einem mit Glitzersteinen gefüllten Teller wälzen. Lassen Sie die Weihnachtskugeln über Nacht trocknen. Um sie besser zu schützen und ihnen einen schönen Glanz zu verleihen, sollten Sie am nächsten Tag mit dem Pinsel noch eine Schicht Klarlack auftragen. Lassen Sie die Kugeln erneut gut trocknen. Die selbstdekorierten Christbaumkugeln sind originelle Geschenkideen – oder Sie schmücken gleich Ihren eigenen Weihnachtsbaum damit.


  • Selbstgebastelter Adventskranz

    Ein Adventskranz sollte zur Einstimmung auf Weihnachten nicht fehlen. Die selbstgebastelten Modelle sind häufig günstiger und bestechen darüber hinaus noch durch ihre persönliche Note. Auch hier sind Ihren Gestaltungsmöglichkeiten keine Grenzen gesetzt. Bestenfalls haben Sie im Herbst bereits vorgesorgt und sich auf Spaziergängen mit Dekorationsmaterial wie Tannenzweigen, Zapfen von Fichten, Kiefern oder Lärchen, Kastanien, Nüssen, Bucheckern, Hagebutten oder ähnlichem eingedeckt.

    Besorgen Sie sich im Bastelgeschäft einen vorgefertigten Kranz aus Stroh oder Styropor. Wenn Sie die helle Unterlage mit grünem Bast umwickeln, kann sie später nicht unter den Zweigen durchscheinen. Schneiden Sie die Zweige auf etwa 20 Zentimeter Länge. Umwickeln Sie die Kranzunterlage nun mit einem Zweig und fixieren Sie alles mit grünem Draht. Flechten Sie nach und nach weitere Zweige ein und umwickeln sie diese jeweils wieder mit dem Draht, solange bis die ganze Unterlage bedeckt ist.

    Befestigen Sie als nächstes die Kerzen. Dafür eignen sich zum Beispiel Kerzenteller oder Kerzenstieldraht. Beides ist im Bastelgeschäft erhältlich. Je nach persönlicher Vorliebe können Sie Ihren Kranz eher klassisch schlicht dekorieren, etwa mit Strohsternen, Zimtstangen, Nelken und Ihren Mitbringseln aus dem Wald. Wer es aufwändiger mag, kann beispielsweise Stoffschleifen einbinden, goldenen Draht verwenden, Weihnachtskugeln oder andere weihnachtliche Deko anbringen und das Ergebnis anschließend noch mit Glanzlack oder Schneespray verzieren.

    Ein besonders feines Aroma verströmt der Adventskranz, wenn Sie getrocknete Orangen- und Zitronenscheiben oder Weihnachtsgebäck wie Zimtsterne oder Lebkuchen mit einarbeiten.

Mit weihnachtlichen Liedern und Texten die Stimme trainieren

Für Menschen mit Parkinson ist es sehr wichtig, die Stimme und das Sprechen zu trainieren. Die entsprechenden Übungen aus der Therapie sollten auch zu Hause möglichst täglich durchgeführt werden. Aber warum nicht einmal etwas Abwechslung in den Trainingsalltag bringen?

Durch Gesang lassen sich beispielsweise Atmung und Stimme trainieren. Singen Sie doch mal wieder laut Ihr Lieblings-Weihnachtslied. Auch das macht natürlich am meisten Spaß in der Gruppe. Wer die Strophen auswendig singt, trainiert dabei gleichzeitig noch sein Gedächtnis. Mehr zum Thema Musik und Rehabilitation bei Parkinson erfahren Sie hier.

Wer Spaß an weihnachtlichen Texten findet, kann auch diese gut in seine täglichen Sprechübungen einbinden:  

  • Lesen Sie beispielsweise ein Gedicht oder einzelne Kapitel einer Weihnachtsgeschichte laut vor.
  • Variieren Sie die Betonung (zuerst jedes erste Wort im Satz betonen, dann jedes zweite Wort, usw.).
  • Sprechen Sie laut und mit viel Kraft und machen Sie nach jedem Wort eine Pause.
  • Sprechen Sie ein kurzes Weihnachtsgedicht im Takt mit Metronom. Fangen Sie zunächst mit langsamen Taktschlägen an, die Sie dann stetig beschleunigen können.

Besuch eines traditionellen Weihnachtsmarktes

Für viele gehört der Besuch eines Weihnachtsmarktes zu den Höhepunkten der gesamten Vorweihnachtszeit. Am stimmungsvollsten ist dies in den frühen Abendstunden, am besten, nachdem es frisch geschneit hat. Verabreden Sie sich doch mit Ihrer Familie, Freunden oder Kollegen auf einem der vielen kleinen Märkte in Ihrer Nähe. Oder machen Sie gleich einen Kurztrip daraus und schlendern über einen der größeren traditionellen Weihnachtsmärkte.

Der Aachener Weihnachtsmarkt zählt beispielsweise zu den größten Deutschlands. Zu den Spezialitäten der Lieblingsstadt Karls des Großen gehören die berühmten Aachener Printen, Lebkuchen und Spekulatius. Wer es lieber deftiger mag, könnte dem Christkindlesmarkt in Nürnberg einen Besuch abstatten. Doch neben Rostbratwürsteln gehören selbstverständlich auch die Nürnberger Lebkuchen zur Hauptattraktion dieses bewusst traditionell gehaltenen Marktes. In Dresden findet Jahr für Jahr der älteste Weihnachtsmarkt Deutschlands statt. Wer den Striezelmarkt besucht, wird kaum um die Spezialität der Stadt herumkommen: den Dresdner Christstollen. Darüber hinaus werden aber auch Glaskunst aus Thüringen, Holzschnitzereien aus dem Erzgebirge oder mit Blaudruck gefärbte Keramik oder Leinen feilgeboten.

Eine Auflistung der beliebtesten und außergewöhnlichsten Weihnachtsmärkte Deutschlands und Europas finden Sie hier.

Manche Menschen mit Parkinson sind beispielsweise auf einen Rollator oder Rollstuhl angewiesen. Unter www.wheelmap.org können Sie sehen, ob die Orte, welche Sie besuchen möchten, barrierefrei zugänglich sind.


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