Andreas Vaas und sein Rezept gegen Parkinson

Die Gitarre gibt den Ton an – und nicht Parkinson

27.08.2014 Wenn er mit der Band auf der Bühne steht, Bass oder Gitarre spielt und zu "Ring-of-Fire" von Country-Legende Johnny Cash das Publikum lauthals mitgrölen hört, dann ist Andreas Vaas ganz in seinem Element. Der 67-Jährige lebt schon lange mit der Diagnose Parkinson. Auf die Musik in seinem Leben möchte er deshalb nicht verzichten. Soll er auch gar nicht. Seine behandelnden Ärzte haben ihm die Musik rezeptfrei verschrieben.Andreas Vaas und sein Rezept gegen Parkinson - Die Gitarre gibt den Ton an und nicht Parkinson © H. Siedler
Andreas Vaas (rechts im Bild) mit seiner Band "Top Oldies" aus Würzburg. Der passionierte Musiker spielt Gitarre und Bass und verzichtet – trotz Parkinson-Erkrankung – nicht auf seine Liveauftritte. © H. Siedler


Natürlich gibt es diese Tage. Tage, an denen es Andreas Vaas schwer fällt, die Akkorde seiner Gitarre zu greifen. Es gibt Tage, an denen absolviert Andreas Vaas seine Auftritte auf einem Stuhl sitzend, weil das Stehen zu anstrengend ist. Und Tage, an denen sein Tremor so stark ist, dass die gesamte linke Körperhälfte davon betroffen ist. Manchmal greift das Zittern dann auch schon auf die rechte Hälfte über.

Die Diagnose Parkinson hat Andreas Vaas bereits 1998 erhalten – ein Zittern im Daumen gab damals Anlass zur Besorgnis. Außerdem zog er ein Bein etwas nach. Bald darauf erhielt er traurige Gewissheit.

Aber wegen Parkinson mit der Musik aufhören oder die Live-Auftritte beenden? Das wäre für den passionierten Musiker aus Rottendorf keine Option. Die Musik ist ein Lebenselixier des 67-Jährigen, der gleich in mehreren Bands aktiv ist, bei den "Top Oldies" aus Würzburg und der "Romusband Rottendorf" zum Beispiel. Manchmal unternimmt er auch mit dem "Shanty-Chor" eine Bootstour auf dem Main und gibt traditionelles Liedgut für amerikanische Touristen zum Besten.

Der Rat der Ärzte: "Machen Sie solange Musik, wie es geht!"

Der ehemalige Bankkaufmann hat bei seinen Auftritten immer ein Bauchtäschchen mit Medikamenten dabei. Auch dank der optimalen Dosierung seines "Bonusstoffes", so Vaas, habe er "die Krankheit im Griff". Mit Parkinson-bedingten Sprachstörungen habe er kaum zu kämpfen. Nur das laute Sprechen falle ihm manchmal schwer. Er drückt sich über seine Musik aus, beherrscht die Gitarrenakkorde vieler Songs der 1950er bis 1970er Jahre wie im Schlaf und befolgt mit seinen Auftritten letztlich auch den Rat seiner Ärzte: "Machen Sie solange Musik, wie es geht!" – lautet deren Credo. Das halte geistig fit, stärke seine Psyche und könne eine Depression verhindern. Andreas Vaas befolgt diese rezeptfreie Empfehlung nur zu gerne.

Ob er Angst habe, irgendwann nicht mehr spielen zu können? "Was bringt es, wenn ich Angst hab' davor. Dann wird es auch nicht besser", so Vaas. Es ist der Moment, der zählt. Dieser Moment, wenn er mit der Band auf der Bühne steht, Bass oder Gitarre spielt und zu "Ring-of-Fire" von Country-Legende Johnny Cash das Publikum lauthals mitgrölen hört. Das lässt Andreas Vaas für einen Moment seine Parkinson-Erkrankung vergessen.


Quellen:

Mehr zum Thema auf www.leben-mit-parkinson.de



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