Ausstellung "DU und ICH" von Maria Mohry

Malen und Schreiben als "Therapie" gegen Parkinson

22.05.2013 – Für die ehemalige Lehrerin Maria Mohry sind Schreiben und Malen die beste Art von Therapie im Umgang mit Parkinson. In ihrem Werk "DU und ICH" setzt sie sich mit den Veränderungen ihrer Identität auseinander, welche die Erkrankung mit sich bringt. In ihren Bildern, aber auch in Begegnungen mit anderen Menschen findet sie jedoch auch "Spuren des Glücks", die sie immer wieder aufrichten.

ICH und DU von Maria Mohry - Malen und Schreiben als Therapie gegen Parkinson. Bildquelle: © Maria MohryIn ihren Werken setzt sich Maria Mohry künstlerisch mit Parkinson auseinander. Bildquelle: © Maria Mohry


Kurz nach ihrer Pensionierung vor fünf Jahren erhielt die Donaueschinger Gymnasiallehrerin Maria Mohry die Diagnose Parkinson. Von Anfang an sei ihr klar gewesen, dass die Erkrankung künftig ihr Leben bestimmen werde, sagt die heute 74-jährige Witwe und Mutter von drei Kindern. Doch aufgegeben hat sie sich deswegen noch lange nicht. Geholfen hat ihr dabei vor allem künstlerische Auseinandersetzung mit Parkinson. "Ich male und schreibe oft, um mich mit Problemen der Krankheit auseinanderzusetzen, wie dem Zittern, der Angst vor der Akinese, den besonderen Parkinsonträumen, der Hypomimie, der Schlaflosigkeit und, und...". In Ausstellungen und Lesungen unter dem Titel "DU und ICH – Auf der Suche nach den Spuren des Glücks" hat sie ihre Werke bereits mehrfach der Öffentlichkeit vorgestellt.

In ihren Bildern konfrontiert sich Maria Mohry mit den alltäglichen, krankheitsbedingten Veränderungen, etwa dem Erhalt geistiger wie motorischer Fertigkeiten oder der Bewahrung von Lebensfreude und der Fähigkeit zur Empathie. Auch Begegnungen mit ihrer Umwelt verarbeitet sie darin. Etwa Reaktionen auf den selbst für Außenstehende nicht zu übersehenden Tremor oder die schleichende Erstarrung ihrer Mimik (Hypomimie). Diese Reaktionen finden im "Du" im Titel ihrer Ausstellung Ausdruck. Aber auch positive Erfahrungen, wie die Unterstützung durch ihre Familie, Freunde oder ehemalige Schüler und Kollegen.

Die Gemälde spiegeln Mohrys jeweilige Stimmung wieder. Meistens malt sie Aquarelle. Darunter finden sich viele in hellen, zarten Farbtönen gehaltene Blumenmotive. Aber eben auch das, was sie "Parkinsonbilder" nennt: bedrohlich dunkel wirkende Motive, wie Gesichter zu Hypomimie und Akinese, abstrakte Phantasien über die Schlaflosigkeit oder Sehnsuchtsbilder aus Träumen und Portraits ihrer Enkelkinder. Die Konzentration aufs Malen könne ihr in manchen Situationen helfen, die mit Parkinson einhergehende Starre zu lösen und lässt sie besser mit ihrer Angst umgehen. Beim Malen entstehen auch die Ideen für ihre meist rhythmischen Texte, die sie in einer Lesung in ihrer Heimatstadt auch schon einem öffentlichen Publikum vorgestellt hat. Maria Mohry möchte sich durch Parkinson nicht isolieren lassen – es hat den Anschein, dass sie einen Weg gefunden hat, wie ihr dies gelingt.


Ach wär ich doch als Espe geboren......,
dann könnt ich jetzt zitternd durch’s Leben geh‘n
und jeder fände mein Zittern schön.
Ich bin aber Mensch –
und für den ist es bitter,
dieses Espenlaubgezitter.

Auszug aus: "Du und Ich – Auf der Suche nach den Spuren des Glücks"
von Maria Mohry



Quellen:

Mehr zum Thema auf www.leben-mit-parkinson.de:



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