Beeren gegen Parkinson?

Harvard-Studie bekräftigt neuroprotektive Wirkung von Flavonoiden

19.09.2011 - Können bestimmte Nahrungsmittel das Parkinson-Risiko verringern? Eine neue Studie der Harvard School of Public Health zeigt, dass regelmäßiger Verzehr von Beeren das Risiko, an Parkinson zu erkranken, minimieren kann.

Beeren gegen Parkinson?Sekundäre Pflanzenstoffe wirken möglicherweise nervenschützend. Foto: Fotolia


Obst und Gemüse gehören zu einer gesunden, ausgewogenen Ernährung dazu – doch einige Sorten können sogar noch mehr: Eine Studie konnte nachweisen, dass Frauen und Männer, die regelmäßig Beeren essen, seltener an Parkinson erkranken. Wenn Männer auch noch zu Äpfeln oder Orangen greifen, kann das Risiko zusätzlich gesenkt werden.

Auslöser der Wirkung sind die in Obst und Gemüse enthaltenen Flavonoide, sogenannte sekundäre Pflanzenstoffe. Sekundäre Pflanzenstoffe sind bestimmte chemische Verbindungen, die – im Gegensatz zu den primären Pflanzenstoffen – für die Pflanze nicht lebensnotwendig sind. Für den Menschen allerdings können diese sekundären Pflanzenstoffe oder Phytamine (Phyto = griech. Pflanze) als Teil der Ernährung gesundheitliche Vorteile bieten.

"Unsere Ergebnisse legen nahe, dass Flavonoide, besonders eine Gruppe davon, die Anthocyane, einen nervenschützenden Effekt haben. So könnten Flavonoide ein natürliches und gesundes Mittel sein, das Parkinson-Risiko zu senken." sagt Studienleiter Xiang Gao in einer Pressemeldung der American Academy of Neurology AAN. Die Havard-Studie ist die erste Studie mit Menschen, die den Zusammenhang zwischen Flavonoiden und dem Parkinson-Risiko untersucht.

Dafür wurden 49.281 Männer und 80.336 Frauen über einen Zeitraum von 20 bis 22 Jahren zu ihren Ernährungsgewohnheiten befragt – die Ergebnisse wurden in einer Datenbank ausgewertet. Fünf Quellen zeigten einen besonders hohen Flavonoid-Gehalt aus: Beeren, Äpfel, Orangen, Tee und Rotwein. Zur Ermittlung des Parkinson-Risikos wurden 20 Prozent der Männer, die Lebensmittel mit dem höchsten Flavonoid-Gehalt zu sich nahmen, den 20 Prozent der Testpersonen gegenübergestellt, die am wenigsten flavonoidreiche Nahrung aßen. Ergebnis: In der ersten Gruppe erkrankten rund 40 Prozent seltener an Parkinson als in der Zweiten.

Bei den weiblichen Teilnehmern war der Zusammenhang zwischen Flavonoiden und einem sinkenden Parkinson-Risiko nicht so eindeutig nachzuweisen – hier mussten spezielle Untergruppen der Flavonoide untersucht werden. Ein positiver neuroprotektiver Effekt zeigte sich bei Frauen vor allem durch Anthocyane, den wasserlöslichen Farbstoffen, die vor allem in Beeren zu finden sind.

Es werden weitere Studien nötig sein, um eindeutige Rückschlüsse zwischen Flovonoiden und dem Parkinsonrisiko ziehen zu können. Die Studie der Harvard School of Public Health wurde im April 2011 auf dem 63. Jahrestreffen der American Academy of Neurology in Honolulu, Hawaii, vorgestellt.


Quellen:
Harvard University - School of Public Health 
American Academy of Neurology





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