Enkelin entwickelt "Känguru-Becher" für ihren Opa

Lily und ihr Becher für Parkinson-Betroffene

13.08.2014 Weil ihr an Parkinson erkrankter Opa beim Teetrinken immer so zitterte, dass er die Hälfte verschüttete, entwickelte seine Enkelin Lily aus Chicago einen stabilen Becher mit drei Beinen. Jetzt soll der "Känguru-Becher" (Kangaroo Cup) aus Plastik produziert werden. Und die 11-Jährige hat auch schon eine Idee, wie sie das Geld dafür zusammentragen kann. Der Beginn einer besonderen Erfolgsgeschichte.

Enkelin entwickelt "Känguru-Becher" für ihren Opa – Lily und ihr Becher für Parkinson-Betroffene © www.facebook.com/KangarooCupsDie 11-Jährige Lily Born aus Chicago ist die Erfinderin des "Känguru-Bechers", der Menschen mit Parkinson das Trinken erleichtern soll.© www.facebook.com/KangarooCups


Lilys Opa hat Parkinson. Für ihn, wie für die meisten Betroffenen, werden bisher ganz selbstverständliche Tätigkeiten bedingt durch die Erkrankung zu einer wahren Geduldsprobe. Das Trinken zum Beispiel. Als Lily Born aus Chicago beobachtete, wie schwer es ihrem Opa durch das Zittern fiel, seine Tasse ohne Verschütten des Inhaltes zum Mund zu führen, beschloss sie, ihm einen Spezialbecher zu bauen. Eine Weile tüftelte die heute 11-Jährige an einem Design und entschied sich dann für einen Becher mit drei Beinen. Der war stabiler als "normale" Becher und sah besser aus als eine Schnabeltasse – der "Känguru-Becher" war geboren.

Für ihren Prototypen befestigte Lily einfach Plastikbeine an den Becher ihres Opas. Als dem das Trinken mit seiner optimierten Tasse tatsächlich leichter fiel, überlegte Lily, die Idee publik zu machen. Sie töpferte dreibeinige Trinkgefäße aus Keramik und verkaufte sie, mit Hilfe ihres Vaters, im Internet. Die Becher fanden eine sehr große Resonanz – bei Menschen mit und ohne Parkinson – und Lilys Idee wurde mit Spenden unterstützt.

Spendenaufruf für den Känguru-Becher aus Plastik

Mit der Zeit offenbarte der Känguru-Becher aus Keramik allerdings ein paar Schwachstellen: er war recht schwer, konnte zerbrechen und ließ sich nicht stapeln. Gemeinsam mit einem Kreativteam entwickelte Lily deshalb eine neue Version des Gefäßes, aus leichtem Polypropylen-Kunststoff mit angenehmer in der Hand liegenden Beinen. Die neuen Becher sind einfacher zu handhaben, können nicht kaputtgehen und lassen sich übereinander stapeln. Ihr einziger Haken: die hohen Produktionskosten.

Mit ihren 20 Dollar Taschengeld müsste Lily 130 Jahre lang sparen, so ihre Berechnung, um die Kosten abdecken und ihre Idee verwirklichen zu können. Das Ziel müsste schneller erreicht werden können, daher starteten Lily und ihr Vater einen Online-Spenden-Aufruf. Dank der weltweit großen Unterstützung können Parkinson-Betroffene Lilys neuen, optimierten Känguru-Becher hoffentlich bald in den Händen halten. Eine echte Erfolgsgeschichte also.


Quellen:

Mehr zum Thema auf www.leben-mit-parkinson.de

 



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