EU-Projekt "Moving beyond" gestartet

Bewegungssteuerung im Alter und bei Parkinson

12.02.2013 – Im EU-Projekt "Moving beyond" wollen Forscher herausfinden, wie das Gehirn Bewegungen im Alter und bei Menschen mit Parkinson steuert. Das Forschungsprojekt soll das Verständnis von motorischen Prozessen verbessern, die Diagnostik erleichtern sowie neue Ansätze für Therapien entwickeln.

EU-Projekt "Moving beyond" gestartet - Bewegungssteuerung im Alter und bei ParkinsonEin europaweites Expertennetzwerk will herausfinden, wie das Gehirn Bewegungen im Alter und bei Menschen mit Parkinson steuert. Bildquelle: © Peter Atkins - Fotolia.com


Gang- und Gleichgewichtsstörungen gehören im Alter zu den häufigsten Beschwerden. Bei Parkinson sind sie sogar eines der vier Hauptsymptome. Störungen von Gang und Gleichgewicht können Stürze und daraus resultierende Frakturen verursachen. Innerhalb eines Jahres kommt es bei etwa der Hälfte der Pflegeheimbewohner zu mindestens einem Sturz. Auch rund 30 Prozent der zu Hause Lebenden, die über 65 Jahre sind, stürzen mindestens einmal pro Jahr.

Das mit insgesamt 2,5 Millionen Euro geförderte und aus neun Projekten bestehende Forschungsvorhaben "Moving beyond" ist darauf ausgerichtet, zu erforschen, wie das Gehirn Bewegungen steuert. Es wird von Wissenschaftlern des Hertie-Instituts für klinische Hirnforschung (HIH) und dem Wissenschaftsmanagement des Instituts für Medizinische Genetik und angewandte Genomik des Universitätsklinikums Tübingen geleitet.

"Moving beyond" ist in drei Schwerpunkte gegliedert: Grundlagenforschung, Diagnostik und Therapie. Im wissenschaftlichen Grundlagenbereich möchten die Forscher zunächst die motorischen Prozesse im Gehirn besser verstehen lernen und neue Ansätze für die Diagnose und Therapie ableiten.

Der zweite Schwerpunkt legt seinen Fokus auf die frühzeitige Diagnose von Störungen und Defiziten in den Bewegungsmustern von Erkrankten in der Praxis. Um die Diagnostik zu verbessern, setzt eines der dort angesiedelten Projekte objektive Messparameter – beispielsweise zur Bewegungskontrolle beim Gehen – mit dem subjektiven Gesundheitsempfinden von Parkinson-Erkrankten in Relation. Dadurch möchten die Wissenschaftler ermitteln, welche Parameter sich für die Messung von Lebensqualität am besten eignen. Außerdem gehen sie der Frage nach, wie das Selbst-Management von Menschen mit Parkinson verbessert werden kann, zum Beispiel indem Betroffene zu mehr Bewegung im Alltag angeregt werden.


Europaweites Expertennetzwerk

Mit der Entwicklung neuer Therapien und Rehabilitationskonzepte beschäftigen sich die Projekte im dritten Schwerpunkt von "Moving beyond". Zurzeit gibt es keine wirksamen Therapien für Gang- und Gleichgewichtsstörungen, deren Ursache in der gestörten Funktion der Bewegungssteuerung liegt. Für Menschen mit Parkinson sollen Strategien entwickelt werden, die das sekundenlange Einfrieren von Bewegungen (freezing) verhindern.

Das "Moving beyond-Netzwerk" besteht aus einer europaweiten Kombination von Forschern verschiedener Bereiche und Experten aus der Industrie. "Moving beyond" nutzt dabei modernste Technologien. Das Netzwerk legt neben der Forschung auch ein starkes Augenmerk auf die Ausbildung junger Wissenschaftler. Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite www.moving-beyond.eu.


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