Forschung und Entwicklung

Sprachübungs-App für Menschen mit Parkinson

24.03.2014 – Eine neue Anwendung für Tablet PCs und Smartphones soll Menschen mit Parkinson künftig beim täglichen Sprachtraining unterstützen. Denn der Erhalt der Sprechfähigkeit ist eine wichtige Voraussetzung für Betroffene, sich Lebensqualität zu erhalten.Forschung und Entwicklung – Sprachübungs-App für Menschen mit Parkinson. © arnoaltix/123RF.com
Eine neue Anwendung soll Parkinson-Betroffene künftig bei den täglichen Sprachübungen unterstützen. © arnoaltix/123RF.com

Neben den körperlichen Symptomen ist eine Parkinson-Erkrankung in der Regel auch damit verbunden, dass die sprachlichen Fähigkeiten nachlassen: Aussprache, Betonung und Intonation werden undeutlicher, die Stimme wird leiser und klingt belegt, das Sprechtempo lässt nach. Den Betroffenen fällt es schwer, im Alltag zu kommunizieren, zu telefonieren oder persönliche Gespräche zu führen. Sie sind zunehmend frustriert, vermeiden es, zu sprechen und ziehen sich immer mehr zurück. Der Verlust von sozialen Kontakten kann schließlich den Verlust von Eigenständigkeit und Lebensqualität zur Folge haben.

Aus diesem Grund ist es für Menschen mit Parkinson besonders wichtig, täglich die Stimme und das Sprechen zu trainieren. Je früher sie damit beginnen, desto besser. Denn Studien haben gezeigt, dass Betroffene eine gut verständliche Sprechweise dann am besten erzielen können, wenn sie möglichst direkt im Anschluss an ihre Diagnose mit einer logopädischen Therapie und dem Sprachtraining zuhause beginnen.

Einfache Sprechübungen sollen Parkinson-Betroffene unterstützen

Der Anbieter SpeechCare entwickelt medizinische Anwendungsprogramme (Apps) mit dem Schwerpunkt Sprachtherapie für Tablets, touchscreenfähige PCs und Smartphones. Derzeit arbeitet das Unternehmen an einer einfachen Anwendung, die Menschen mit Parkinson bei ihrem täglichen Sprachtraining unterstützen soll. Mit verschiedenen logopädischen Übungen wird beispielsweise trainiert, den Ton und den Sprechrhythmus zu halten, die Frequenz zu modulieren oder die Lautstärke zu variieren.

Die Tonhaltedauer ist eine wichtige Übung, um die Atemtechnik zu trainieren. Die Fähigkeit, Emotionen zu transportieren und der Sprache damit Lebendigkeit zu verleihen, wird durch die Variation der Tonhöhen hergestellt. Da bei Parkinson-Betroffenen die Stimmmodulation beeinträchtigt sein kann, werden beispielsweise gezielt bestimmte Tonhöhen und Frequenzen trainiert. Für die generelle Verständlichkeit wird im Lautstärken-Training auch die akzentuierte Aussprache geübt. Auch gleichmäßig zu sprechen fällt Menschen mit Parkinson oft besonders schwer. Um dem gegenzusteuern, enthält die App daher auch Elemente aus der Rhythmusschulung. Bei allen Übungen können die Parameter individuell eingestellt werden.

In der jüngeren Vergangenheit hat SpeechCare in Zusammenarbeit mit der Parkinsonklinik Beelitz-Heilstätten bereits die kostenlose MoveApp entwickelt. Sie beinhaltet neben Übungen zur Bewegungs- und Sprachtherapie auch eine Erinnerungsfunktion für die rechtzeitige Medikamenteneinnahme. Diese Apps sollen Parkinson-Betroffenen das therapiebegleitende Training zuhause erleichtern.


Quellen:

Mehr zum Thema Apps auf www.leben-mit-parkinson.de



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