Fotoausstellung zeigt das Leben junger Menschen mit Parkinson

"Jetzt erst recht!"

15.11.2012 - Mit einer Fotoausstellung will die Selbsthilfegruppe "JuPa" (Junge Parkinsonkranke Rheinland-Pfalz-Süd - ehemals Club U40 Pfalz) eine breite Öffentlichkeit über die Parkinson-Erkrankung bei jüngeren Menschen aufklären und Betroffenen Mut machen, ihr Leben trotz der chronischen Erkrankung aktiv zu meistern. Vom 5. bis zum 26. November sind die Bilder in Ludwigshafen zu sehen.

Fotoausstellung zeigt das Leben junger Menschen mit Parkinson - Jetzt erst recht!
Ein Bild aus der Fotoausstellung der Selbsthilfegruppe "JuPa".Bild: "JuPa" Rheinland-Pfalz-Süd/ Petra Woll-Göttler

Parkinson wird meistens mit älteren Personen in Verbindung gebracht. Doch rund zehn Prozent der Erkrankten sind unter 40 Jahre alt, teilweise sogar noch jünger. Über deren besonderen Probleme ist noch viel zu wenig bekannt. Was bedeutet die Diagnose für die Betroffenen, die meist mitten im Berufsleben stehen? Wie reagieren die Familie, der Freundeskreis, die Arbeitskollegen? Welche Auswirkungen hat die Erkrankung auf Partnerschaft, Karriere und Zukunftsplanung? All diese Fragen spielen für junge Erkrankte eine große Rolle. Um Unwissenheit und Vorurteilen bei der breiten Öffentlichkeit entgegenzutreten, hat die Selbsthilfegruppe Junge Parkinsonkranke Rheinland-Pfalz-Süd eine Foto-Wanderausstellung konzipiert, die bundesweit gezeigt wird.

"Jetzt erst recht!" lautet der Titel der Ausstellung. Die 36 Bilder sollen zeigen, dass Parkinson eine Erkrankung ist, mit der man alt werden kann und dass die Lebensqualität nicht zwangsläufig gegen Null sinken muss. Fotografin Petra Woll-Göttler hat dafür Menschen mit Parkinson und deren Angehörige in exemplarischen Situationen in Szene gesetzt: Der Keulenschlag, der einen trifft, wenn man von der Diagnose erfährt. Das Gefühl, in einer zentnerschweren Ritterrüstung zu stecken oder sich im Alltag wie gefesselt bewegen zu müssen. Auf der anderen Seite zeigen Motive jede Menge Lebensfreude und Spaß: die Ausfahrt mit dem Motorrad, das Spielen mit dem Hund, die Zweisamkeit mit dem Partner.

Keine "Alte-Leute-Krankheit"

"Wir wollen mit der Ausstellung jungen Parkinson-Erkrankten Mut machen", erklärt Wilfried Scholl vom  Club U40 Pfalz. "So schwer, wie die Diagnose zum Anfang auch sein mag, das Leben geht weiter – wenn man seine Erkrankung akzeptiert und weiter aktiv sein Leben lebt." Doch der Weg, den die jungen Erkrankten gehen müssen, wird ihnen oft nicht leicht gemacht. "Es gibt eine Menge Vorurteile gegenüber den Betroffenen, viel Unwissenheit über Parkinson, leider auch noch unter Medizinern", so Scholl, bei dem Parkinson im Alter von 36 Jahren festgestellt wurde. Mit der Wanderausstellung wolle man deshalb auch aufklären und einem breiten Publikum zeigen, dass Parkinson keine "Alte-Leute-Krankheit" ist, sondern auch Menschen betrifft, die mitten im Leben stehen.

Die Fotoausstellung war bereits unter anderem in Berlin, Saarbrücken, Kiel und Kaiserslautern zu sehen, meist in Kliniken, Banken und Sparkassen und Senioreneinrichtungen. Die nächste Station ist vom 5. bis zum 26. November die Stadtbibliothek in Ludwigshafen. Dort findet am 15. November auch eine Vernissage statt, auf der Wilfried Scholl und andere Betroffene die Bilder der Ausstellung erläutern und über ihr Leben mit Parkinson informieren.

Firmen und Institutionen, die die Fotoausstellung in ihren Räumen präsentieren wollen, erhalten weitere Informationen bei JuPa - Junge Parkinsonkranke Rheinland-Pfalz-Süd, Ria Gerike und Wilfried Scholl, Tel.: 06301 – 31759, Email: parkisu40pfalz@aol.com





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