Früherkennung per Sprachtest

Parkinson-Diagnose künftig mit dem Smartphone?

28.07.2014 – Ein Spracherkennungstest könnte in Zukunft die Frühdiagnose von Parkinson beschleunigen und Kontrolluntersuchungen erleichtern. Der Stimmtest, entwickelt vom britischen Mathematiker Max Little, soll von den Betroffenen selbst per Mobiltelefon durchgeführt werden.Früherkennung per Sprachtest - Parkinson-Diagnose künftig mit dem Smartphone? © Parkinson's Voice Initiative Der Mathematiker Max Little entwickelt eine Software für einen Stimmtest per Smartphone, der vor allem in ärmeren Ländern die Früherkennung von Parkinson erleichtern könnte. © Parkinson's Voice Initiative

Im frühen Stadium der Erkrankung kann die Diagnose Parkinson nur sehr schwer gestellt werden. Bis heute gibt es dafür keinen eindeutigen Test, etwa eine Analyse des Blutes auf Basis objektiv messbarer Biomarker. Der Arzt stellt seine Diagnose in der Regel anhand der vorhandenen Symptome und einer neurologischen Untersuchung. Wenn es nach Max Little vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) in den USA geht, könnten viele der zeit- und kostenaufwändigen Arztbesuche und Untersuchungen bis zur Diagnose künftig wegfallen: Der aus Großbritannien stammende Mathematiker arbeitet mit seinem Team an einer Software-Lösung, mit deren Hilfe sich Parkinson-bedingte Abweichungen der Stimme schon sehr früh erkennen lassen. Das können beispielsweise Schwankungen in der Tonhöhe, Atemgeräusche und ein Zittern in der Stimme sein.

Ziel der von Little geleiteten Initiative "Parkinson's Voice Initiative" ist es, einen einfachen und preisgünstigen Stimmtest zu entwickeln, der beispielsweise per mobiler App oder Smartphone von den Betroffenen selbst durchgeführt werden kann. 
Der Test dauert maximal 30 Sekunden. Vorteil: Der behandelnde Neurologe könnte auf diese Weise künftig auch den weiteren Krankheitsverlauf aus der Ferne verfolgen und objektiv beurteilen. Mit dem mobilen Stimmtest ließe sich etwa überprüfen, ob Medikamentendosis und Verabreichungsintervalle stimmen.

Kostengünstige Kontrolluntersuchung für Parkinson-Betroffene

Als Datenbasis analysieren Little und sein Team derzeit über 17.000 Sprachaufzeichnungen – sowohl von Parkinson-Betroffenen als auch von nicht-betroffenen Probanden. Der Wissenschaftler gibt an, dass er dank der zugrundeliegenden mathematischen Algorithmen eine mögliche Parkinsonerkrankung mit einer Wahrscheinlichkeit von 99 Prozent erkennen kann.

Im nächsten Schritt könnten mithilfe von Bewegungssensoren am Smartphone möglicherweise auch andere Parkinson-bedingte Symptome, wie Muskelsteifigkeit, Gangstörungen oder Tremor festgestellt werden. Little hofft, dass vor allem Parkinson-Betroffene in ärmeren Ländern von den Möglichkeiten solcher mobiler Kontrolluntersuchungen per Smartphone profitieren. Denn von den weltweit rund 6,3 Millionen Parkinson-Betroffenen haben heutzutage viele nicht die Möglichkeit, kostenintensive Untersuchungen durchzuführen, sei es aufgrund zu großer Distanz zum nächsten Neurologen oder wegen fehlender finanzieller Mittel.

Sollte sich der Stimmtest per Smartphone als praxistauglich erweisen, könnte er sich gemäß Little eines Tages als Biomarker etablieren und so zu einer frühzeitigen Erkennung von Parkinson beitragen.

Quellen:

Mehr zum Thema auf www.leben-mit-parkinson.de



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