"Google Glass"

Computerbrille soll Parkinson-Betroffenen helfen

23.06.2014 – An die Medikamenteneinnahme erinnern, beim Sprechen unterstützen oder die Telefonnummer automatisch anwählen: Forscher der Universität Newcastle, UK, untersuchen gerade, wie die Computerbrille "Google Glass" sinnvolle Dienste im Alltag für Menschen mit Parkinson leisten könnte.

Google Glass – Computerbrille soll Parkinson-Betroffenen helfen. © Mike Urwin/Newcastle University
Forscher der Universität Newcastle untersuchen derzeit, wie die Computerbrille Google Glass den Alltag von Menschen mit Parkinson erleichtern könnte. © Mike Urwin/Newcastle University

Die vieldiskutierte Computerbrille Google Glass des amerikanischen Internetkonzerns Google könnte künftig Parkinson-Betroffene im Alltag unterstützen. Google Glass ist ein Miniatur-Computer, der in eine Art Brillengestell integriert ist und in etwa die Funktionalitäten eines Smartphones abdeckt. Das Gerät hat gegenüber einem Mobiltelefon jedoch den Vorteil, dass es leichter handhabbar ist und auch ohne Einsatz der Hände bedient werden kann, etwa durch leichtes Kopfnicken oder per Sprachbefehl. Informationen werden über ein Feld in Höhe der Augen eingeblendet. Auch der Austausch von Daten über das Internet ist möglich. Darüber hinaus versprechen sich viele von dieser Technologie weitere neue Möglichkeiten. So kann Google Glass in bestimmten Bereichen, wie der Medizin und dem Sport, von großem Nutzen sein.

Parkinson-Betroffene könnten mit Google Glass länger unabhängig bleiben

Wissenschaftler der englischen Universität Newcastle untersuchen derzeit in einer Studie, wie die Computerbrille Menschen mit Parkinson im Alltag unterstützen könnte. Das erste Fazit der Forscher nach Tests mit Parkinson-Betroffenen zwischen 46 und 70 Jahren lautet: Ist die anfängliche Gewöhnungsphase an das Gerät erst einmal erfolgt, kann es nützliche Dienste leisten. Beispielsweise hilft eine persönliche Erinnerungsfunktion, an die rechtzeitige Medikamenteneinnahme oder an Termine zu denken. Telefonnummern können automatisch angewählt werden. Auch bei typischen Parkinson-Symptomen, wie Schwierigkeiten beim Sprechen und Schlucken, ist der Mini-Computer behilflich: Wird die Stimme des Betroffenen zu leise und undeutlich, fordert das Gerät ihn auf, lauter zu sprechen. Oder der Parkinson-Betroffene wird zum Schlucken angeregt, um den Speichelfluss zu verringern. Im nächsten Schritt möchten die Forscher herausfinden, ob "Google Glass" seinem Träger mittels Bewegungssensoren auch bei weiteren Parkinson-Symptomen, wie beispielsweise dem Freezing-Phänomen, behilflich sein kann.

"Google Glass" befindet sich momentan noch in der Testphase. Kritikern bereitet vor allem der Datenschutz Sorge. Denn die Datenbrille ermöglicht beispielsweise unauffälliges Filmen oder Fotografieren. Alle Informationen werden jedoch automatisch auf Google-Servern abgespeichert.

Die Wissenschaftler sehen die "Google-Glass"-Technologie erst am Anfang. Sie versprechen sich von der Computerbrille künftig noch weitere Vorteile, die Parkinson-Betroffene darin unterstützen können, länger unabhängig zu bleiben.

Quellen:

Mehr zum Thema auf www.leben-mit-parkinson.de

 



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