Hautproben zur Diagnosesicherung?

Früherkennung von Parkinson möglich

31.07.2014 – Bisher konnte man Parkinson erst im fortgeschrittenen Stadium anhand körperlicher Symptome diagnostizieren. Nun haben Würzburger Wissenschaftler möglicherweise eine sichere Lösung zur Früherkennung gefunden: Schon in winzigen Hautproben konnten sogenannte Alpha-Synuklein-Ablagerungen nachgewiesen werden, die frühzeitig auf eine mögliche Parkinson-Erkrankung hindeuten könnten.
Hautproben zur Diagnosesicherung? - Früherkennung von Parkinson möglich © 123RFBei Parkinson-Patienten konnte erstmalig Alpha-Synuklein in der Haut nachgewiesen werden. Würzburger Ärzte ebnen den Weg zur Früherkennung von Parkinson. © 123RF

Die Diagnose von Parkinson stellen Ärzte bisher anhand der äußerlich sichtbaren, körperlichen Symptome. Langsame und eingeschränkte Bewegungen, steife Muskeln oder Zittern im Ruhezustand sind typische Symptome der Erkrankung. Die charakteristischen Ablagerungen des Proteins Alpha-Synuklein im Gehirn könnte man lediglich mittels Entnahme von Proben nachweisen, was im Verhältnis einen zu aufwändigen Eingriff bedeuten würde, so dass man darauf verzichtet.

Alpha-Synuklein in der Haut von Menschen mit Parkinson

Würzburger Neurologen konnten nun aber die charakteristischen Eiweißablagerungen bei etwa der Hälfte der Menschen mit Parkinson in den kleinen Nervenfasern der Haut nachweisen. Die Hautproben entnahmen die Ärzte am Unterschenkel, Oberschenkel, Zeigefinger und Rücken und untersuchten mittels feingeweblicher Analysen auf Alpha-Synuklein. Das Ergebnis war zufriedenstellend, denn bei mehr als der Hälfte der Personen konnte das Eiweiß nachgewiesen werden. Zur Kontrolle wurden auch gesunde Personen auf das Protein hin untersucht. Ergebnis: Bei keinem Probanden der Vergleichsgruppe wurde das Protein Alpha-Synuklein nachgewiesen.

Am häufigsten konnten die Forscher in Hautproben des Rückens Alpha-Synuklein identifizieren, was zukünftig als standardisierte Probe zur Untersuchung genutzt werden könnte, um das Protein nachzuweisen. Dazu müssen jedoch noch weitere Untersuchungen folgen. Neben diesen Ergebnissen konnten die Neurologen noch aufzeigen, dass die Zahl der Nervenfasern – ähnlich wie im Gehirn – im Vergleich zu gesunden Menschen abnimmt. Nervenschädigung aufgrund anderer Ursachen konnten sie dabei ausschließen. Diese Erkenntnis kann ein weiteres wichtiges Indiz im Rahmen der molekularen Parkinson-Diagnostik bedeuten.

Die Wissenschaftler erhoffen sich nun neue Möglichkeiten und Methoden, Parkinson bereits in einem früheren Stadium nachweisen zu können. Wissenschaftler kennen jedoch auch den Schwachpunkt dieser Ergebnisse: Zum einen war die untersuchte Gruppe mit 31 Patienten zu klein und zum anderen schlägt der Test bei etwa nur der Hälfte der Patienten an. Der Test ist noch nicht sensitiv genug, um ihn bereits routinemäßig anwenden zu können. Eine Reihe von Folge-Untersuchungen ist daher noch nötig.

Dennoch stimmen diese Ergebnisse ausgesprochen positiv, denn es ist erstmals eine Methode gefunden worden, die das Alpha-Synuklein in Hautproben nachweisen kann, um so die Parkinson-Diagnostik voranzutreiben.

Quellen:

  • Presseportal der Julius-Maximilians-Universität Würzburg
  • Doppler K, Ebert S, Üçeyler N, Trenkwalder C, Ebentheuer J, Volkmann J, Sommer C. Sommer Cutaneous neuropathy in Parkinson’s disease: a window into brain pathology. Acta Neuropathol. DOI 10.1007/s00401-014-1284-0 (epub ahead of print)

Mehr zum Thema auf www.leben-mit-parkinson.de



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