Hilfe bei Freezing-Phänomen und Gleichgewichtsstörung
Training auf dem Laufband lässt Menschen mit Parkinson besser gehen
25.10.2011 - Menschen mit Parkinson haben aufgrund von "einfrierenden" Bewegungen, dem sogenannten Freezing-Phänomen, und Gleichgewichtsstörungen häufig Schwierigkeiten beim Gehen – die Folge ist ein höheres Risiko für Stürze und Frakturen. Übungen auf dem Laufband sollen Menschen mit Parkinson helfen können, die Gehfähigkeit zu verbessern.
Laufbandtraining kann das Risiko für Hüftfrakturen verringern. Foto: iStock
Zu diesem Ergebnis kamen Professor Dr. Jan Mehrholz und seine Mitarbeiter in einem Cochrane Review der Cochrane Collaboration. Sie untersuchten anhand von acht Studien zum Laufbandtraining, ob Gehübungen den Betroffenen helfen können, ihre Beinkoordination zu verbessern und die zu schwach ausgeprägten Bewegungen – sogenannte Ganghypokinese – zu lindern.
In allen Studien wurden jeweils eine Gruppe mit Laufband-Training und eine Gruppe ohne ein solches Training miteinander verglichen. Insgesamt flossen Daten von 203 Patienten mit leichter bis mäßiger Ausprägung der Parkinson-Erkrankung in die Untersuchung ein. Die Teilnehmer trainierten drei- bis viermal pro Woche über einen Zeitraum von ein bis zwei Monaten.
Die Auswertung der Studiendaten ergab, dass regelmäßiges Training auf einem Laufband zu einer Verbesserung der Gehfähigkeit führen kann. So nahm die Gehgeschwindigkeit durch das Laufband-Training um durchschnittlich 15 Zentimeter pro Sekunde zu. Die Schrittlänge der Trainierten wurde gegenüber den Untrainierten um
6 cm größer. Nach dem Training konnten die Patienten im Schnitt 360 Meter weiter gehen als die Teilnehmer der Kontrollgruppe. Ob die günstigen Wirkungen des Trainings auf die Gehfähigkeit von Parkinson-Patienten auch über einen längeren Zeitraum anhalten werden, muss noch erforscht werden.
Quellen:
J Mehrholz et al., Cochrane Database of Systematic Reviews 2010, Issue 1. Art. No.: CD007830. DOI: 10.1002 / 14651858.CD007830.pub2








