Kunst als Therapie

Malen mit Parkinson

09.09.2011 - Die Diagnose "Parkinson" ist für viele Betroffene zunächst ein Schock – die Angst ist groß, dass man gewohnten Tätigkeiten, wie beispielsweise Beruf, Hobbies oder Sport, nicht mehr nachgehen kann.

Kunst als TherapieAktivitäten, die über koordinierte Bewegungsabläufe funktionieren, können bei Menschen mit Parkinson eingeschränkt sein. Foto: Fotolia


Dass jedoch die Beeinträchtigung der Motorik individuell unterschiedlich ausgeprägt ist und ein aktives Leben trotz Parkinson noch lange möglich sein kann, zeigt das Beispiel von Jörgen Bruchhäuser. Der gelernte Informatiker fand mit Hilfe der Kunst einen Weg, seine Erkrankung zu verarbeiten.

Über einen Malkurs der Klinik in Hessen, in der er behandelt wurde, kam er zur Malerei. Inzwischen sind es über 50 Bilder, die Bruchhäuser "mit ruhiger Hand", so beschreibt er es selbst, geschaffen hat – angefangen von Panoramen bis hin zu detailgetreuen Stadtbildern. Klare, geometrische Formen haben es dem passionierten Maler besonders angetan – er empfindet es als eine Form der Freiheit, alle Farben und Perspektiven verändern zu können. Dabei hat er sich der Improvisation verschrieben: Er steht nicht mit seiner Staffelei im Freien und malt Szenen nach, er bevorzugt seine eigenen vier Wände, in denen er Motive der Stadt frei aus dem Kopf zu Papier bringt.

Jörgen Bruchhäuser sieht sich in erster Linie als Maler – die Parkinson-Erkrankung sei für seine Kunst zunächst nicht erwähnenswert. Menschen, die es wissen, fragen ihn natürlich, wie das Malen trotz Zittern in den Händen möglich sei. Es ist wie ein Schalter im Hirn, den er umlegt, so Bruchhäuser, seine Konzentration auf das Malen lasse das Zittern verschwinden. "Es beruhigt mich, auch dauerhaft. Wenn ich male, dann tauche ich teilweise komplett ab". Der autodidaktische Künstler werde dann nahezu obsessiv, könne Pinsel und Farbe erst aus der Hand geben, wenn ein Bild fertig sei – "fast wie im Rausch."

Eine Auswahl von Jörgen Bruchhäusers Bildern ist bis zum 17.09.2011 in einer Ausstellung in der Stadtbibliothek Neu-Isenburg zu sehen ist. Seine künstlerischen Werke sollen anderen Betroffenen Mut machen und zeigen, dass Betroffene auch mit oder trotz Parkinson über sich hinaus wachsen können.


Quellen:
Frankfurter Rundschau
Bruchhäuser Arts





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