Liedermacher Klaus Irmscher

Auf der Bühne trotz Parkinson

26.11.2014 – Wenn Klaus Irmscher auf der Bühne steht, zittern seine Hände. Ein wenig vor Lampenfieber, aber hauptsächlich, weil der Liedermacher an Parkinson erkrankt ist. Seine Liebe zur Musik und zu öffentlichen Auftritten lässt er sich dadurch aber nicht nehmen.
Klaus Irmscher hat keine Angst vor Parkison: Das beweist er bei seinen Auftritten als Liedermacher. © Klaus IrmscherKlaus Irmscher hat keine Angst vor Parkinson: Das beweist er bei seinen Auftritten als Liedermacher. © Klaus Irmscher


Seit fünf Jahren lebt Klaus Irmscher mit der Parkinson-Erkrankung. Er zeigt die typischen Symptome, verlangsamte Bewegungen und Zittern. Doch seine Liebe zur Musik und seiner Gitarre sind ungebrochen. Das Zittern hat er sprichwörtlich im Griff, sobald er auf seiner Gitarre zu spielen beginnt. Selbst in schnellem Tempo kann er seine Finger kontrolliert über die Saiten gleiten lassen. Manchmal gelingt es ihm in solchen Momenten sogar, seinen Begleiter Parkinson für wenige Augenblicke zu vergessen, er versinkt ganz in seiner Musik.

Liedermacher und Musiker mit ganzem Herzen – trotz Parkinson

In seinen Texten verarbeitet der gelernte Maschinenschlosser und studierte Wirtschaftsingenieur skurrile Erfahrungen aus seiner Zeit als Arbeitsvermittler, Außendienstler, Erfinder und Kammerjäger. Auch seine Parkinson-Erkrankung wird gelegentlich thematisiert. "Parkinson ist keine Erkrankung, der man mit Angst begegnen muss, sowohl als Betroffener als auch Angehöriger oder Außenstehender", sagt Klaus Irmscher. Und genau das lebt der Sänger auf der Bühne aus und vor. Im September trat er am gleichen Tag gleich zweimal auf: Am Nachmittag spielte Irmscher in Kassel und abends war er auf Einladung von Wolfgang Loh bei der Selbsthilfegruppe Staufenberg zu Gast.

Wolfgang Loh ist selbst Mitglied der Selbsthilfegruppe und Parkinson-Betroffener und hatte Klaus Irmscher bei der "Langen Nacht der Poesie" in Bad Karlshafen kennen gelernt. Sofort war klar, dass beide etwas verbindet. Ihr Herzenswunsch ist, Parkinson in ein anderes, besseres Licht zu rücken. Es sei keine Erkrankung, für die man sich verstecken müsse. "Manchmal sind wir in unseren Bewegungen etwas zurückhaltender, aber wir können dasselbe, was alle anderen auch können", so Wolfgang Loh. Beide möchten deutlich machen, dass mit und trotz Parkinson noch sehr viel Aktivität im Leben möglich ist, eben beispielsweise Musikmachen.

Ein Leben mit Parkinson, ein Leben für die Musik

Klaus Irmscher, der aus der Eulenspiegelstadt Mölln kommt, untermalt seine Texte hauptsächlich mit britischen und irischen Folk-Melodien. Aber auch Klänge aus den Bereichen Klassik, Lateinamerika und Rock’n’Roll sind ihm nicht fremd.

Doch der Liedermacher kann noch mehr. Irmscher zeigt auf beeindruckende Art und Weise, wie er seine Musik auf der Gitarre und Mandola noch sprachlich beleben kann. Seine humorvollen Songtexte gibt er in Hochdeutsch, up Platt und allerlei anderen Mundarten zum Besten.

Klaus Irmscher hat keine Angst vor Parkinson, vielmehr möchte er mit seiner Musik Mut machen – sich selbst und anderen Menschen mit Parkinson.


Quellen:



Mehr zum Thema auf www.leben-mit-parkinson.de

 



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