Mehr Lebensqualität

Servicehunde für Menschen mit Parkinson

12.03.2013Blindenhunde, die ihre Besitzer sicher führen oder Suchhunde, die nach Erdbeben oder Lawinen bei der Bergung Verschütteter helfen, sind vielen ein Begriff. Doch die wenigsten wissen, dass es auch speziell ausgebildete Servicehunde für Menschen mit Parkinson gibt.Mehr Lebensqualität - Servicehunde für Menschen mit Parkinson. ©andres balcazar/iStockphoto
Die wenigsten wissen, dass es auch speziell ausgebildete Servicehunde für Menschen mit Parkinson gibt. Bildquelle: © andres balcazar/iStockfoto


Servicehunde werden speziell dafür ausgebildet, ihren Besitzer im Alltag zu unterstützen. Sie helfen beispielsweise beim An- oder Ausziehen und Zubettgehen, bringen das Telefon und heben Gegenstände vom Boden auf, können Türen öffnen, im Supermarkt Produkte aus dem Regal ziehen oder im Notfall einen Alarm-Knopf bedienen. Solche "Hunde mit lebenspraktischen Fertigkeiten", kurz LpF-Hunde, können auch bei Menschen mit motorischen Einschränkungen – etwa aufgrund von Parkinson – eine große Hilfe sein. Sie stützen ihren Halter zum Beispiel beim Laufen, erlösen ihn durch Anstupsen aus einer Starre oder unterstützen ihn beim Dehnen der Muskeln.

Über die praktische Unterstützung im Alltag hinaus hat die Hilfe auf vier Beinen auch positive psychologische Nebeneffekte für Menschen mit Parkinson: Sie gibt dem körperlich eingeschränkten Halter ein größeres Gefühl von Sicherheit, macht ihn unabhängiger und selbständiger. Das führt zu einem höheren Selbstwertgefühl und einem Anstieg der Lebensqualität.


Ausbildung für Tier und Mensch

Die Ausbildung eines Servicehundes dauert zwei Jahre. Er wird von Anfang an speziell für die Bedürfnisse seines künftigen Herrchens beziehungsweise Frauchens trainiert. Doch nicht nur der Hund muss lernen – auch der Halter wird in dieser Zeit auf den Hund und den richtigen Umgang mit ihm vorbereitet.

Natürlich kommen nicht alle Hunde für diese verantwortungsvolle Aufgabe in Frage. Besonders eignen sich Hunderassen mit freundlichen Charaktereigenschaften und starkem Rudelinstinkt, wie Labradore, Golden Retriever, Pudel, Kurzhaarcollies, Australian Shepherds oder Mischlinge aus diesen Rassen.


Woher bekommt man einen Servicehund?

Die Gemeinnützige Gesellschaft "Stiftung Hunde helfen Leben" hat es sich zur Aufgabe gemacht, als Bindeglied zwischen behinderten Menschen, Behörden und angeschlossenen Hundeschulen zu fungieren und Sponsoren für Servicehunde zu suchen. Interessierte können sich bei der Stiftung melden. In einem Beratungsgespräch wird zunächst ein Anforderungsprofil erstellt und gemeinsam festgelegt, welche Aufgaben der Hund später übernehmen kann und soll.

Ein ausgebildeter Servicehund ist nicht ganz billig. Leider werden die Kosten, die zwischen 20.000 und 25.000 Euro liegen, derzeit noch von den wenigsten Krankenkassen übernommen. In jedem Fall sollten Betroffene aber einen Antrag bei ihrer Kasse stellen. Diejenigen, die das Geld für einen Servicehund selbst nicht aufbringen können und auch keine finanzielle Unterstützung durch eine Behörde erhalten, unterstützt die Stiftung bei der Suche nach Sponsoren.

Weitere Informationen zu Servicehunden und der gemeinnützigen Gesellschaft erhalten Sie auf der Internetseite von "Stiftung Hunde helfen Leben".

Quellen:





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