Meta-Analyse zu Parkinson

Neue genetische Risikofaktoren für Parkinson entdeckt

01.12.2014 – In der bisher größten Parkinsonstudie weltweit konnten Tübinger Neurowissenschaftler gemeinsam mit internationalen Kollegen nachweisen, dass bestimmte Genvarianten das Risiko für Parkinson um das Dreifache erhöhen können. Die Erkenntnisse dieser Analyse könnten eines Tages in die Entwicklung neuer, personalisierter Ansätze für die Parkinson-Therapie fließen.Meta-Analyse zu Parkinson – Neue genetische Risikofaktoren für Parkinson entdeckt © Vasiliy Koval/123RF.comTübinger Neurowissenschaftler entdeckten neue genetische Faktoren, die in bestimmten Konstellationen das Risiko, an Parkinson zu erkranken, um das Dreifache erhöhen können. © Vasiliy Koval/123RF.com


Die Neurowissenschaftler haben sechs bisher unbekannte genetische Faktoren identifiziert, die das Risiko, an Parkinson zu erkranken, erhöhen. Dafür untersuchten die Forscher des Hertie-Instituts für klinische Hirnforschung (HIH) der Universität Tübingen und des Tübinger Standorts des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE), DNA-Proben von 19.061 Parkinson-Patienten und 100.833 gesunden Personen europäischer Abstammung. Ziel war es herauszufinden, ob einige der natürlich vorkommenden Genvarianten bei Parkinson-Betroffenen häufiger vorkommen als bei Gesunden. Die Ergebnisse zeigen, dass sich das Risiko für die neurogenerative Erkrankung bei bestimmten Genkonstellationen bis auf das Dreifache erhöhen kann. Die Bestimmung dieser Genvarianten gewährt einen besseren Einblick in die Entstehung von Parkinson und könnte künftig auch in die Entwicklung neuer Therapierichtungen einfließen.

Die Studienergebnisse lassen vermuten, dass eine der neu entdeckten Genvarianten Einfluss auf die Produktion wichtiger Botenstoffe im Gehirn hat, wie beispielsweise Dopamin. Bei Parkinson führt das Absterben der Dopamin-produzierenden Nervenzellen in der Substantia nigra im Mittelhirn zu den charakteristischen Bewegungsstörungen. Von den Erkenntnissen der Analyse profitieren nicht nur die Autoren der Studie: Die gewonnenen Daten sind in einer Gendatenbank (dbGAP) auch für alle anderen Forscher zugänglich.

Derzeit untersuchen die Tübinger Neurowissenschaftler darüber hinaus, ob die spezifische Zusammensetzung der entdeckten genetischen Risikofaktoren bei Parkinson-Patienten auch Auswirkungen auf den individuellen Krankheitsverlauf hat. Würde es gelingen, diese Zusammenhänge zu klären, ließe sich damit auch einer personalisierten Parkinson-Therapie ein Stück näherkommen, hoffen die Forscher.



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