Michael J. Fox ehrt deutschen Wissenschaftler

Pritzker-Preis für innovative Parkinson-Forschung

23.07.2014 – Für seine innovative Hypothese, Parkinson beginne bereits in der Peripherie des Körpers – d. h. außerhalb des Gehirns – erhielt der Seniorprofessor der Ulmer Universitätsklinik Heiko Braak den diesjährigen Robert A. Pritzker-Preis. Michael J. Fox überreichte dem Forscher persönlich die Auszeichnung in New York.Michael J. Fox ehrt deutschen Wissenschaftler – Robert A. Pritzker-Preis für innovative Parkinson-Forschung © Michael J. Fox-StiftungSchauspieler Michael J. Fox (rechts) und CEO der Michael J. Fox Stiftung, Dr. Todd Sherer (Mitte), übergeben Prof. Heiko Braak (links) den Robert A. Pritzker-Preis für Parkinson-Forschung in New York. © Michael J. Fox-Stiftung

Auch dieses Jahr wurde der Robert A. Pritzker-Preis an einen Wissenschaftler verliehen, der einen herausragenden Beitrag zur Parkinson-Forschung leistet. Professor Heiko Braake erhielt Ende April 2014 als erster deutscher Preisträger die begehrte Auszeichnung der Michael J. Fox-Stiftung. Der Wissenschaftler der Universitätsklinik Ulm hat erstmals einen neuen Weg der Krankheitsausbreitung beschrieben und bekam dafür von Michael J. Fox, Schauspieler und selbst an Parkinson erkrankt, und Dr. Todd Sherer der Michael J. Fox-Stiftung den Preis überreicht.

Bereits im Jahr 2003 hat Heiko Braak – damals an der Universität Frankfurt a. M. – ein innovatives Modell vorgeschlagen, mit dem der Verlauf von Parkinson in verschiedene Stadien eingeteilt werden kann. Die Stadien werden demnach je nach Verteilung und Fortschreiten von Eiweißablagerungen im Gehirn untergliedert. Noch im gleichen Jahr stellte er die Hypothese auf, dass Parkinson bereits in der Peripherie des Körpers beginne und sich dann ins Gehirn ausbreite. Seiner Forschung zufolge lassen sich die für eine Parkinson-Erkrankung mitverantwortlichen Alpha-Synuklein-Eiweiße nicht erst in der Schwarzen Substanz im Mittelhirn (Substantia nigra) finden, sondern bereits in den Nervenzellen des Magen-Darm-Traktes. Von dort breiten sich die Zellablagerungen in das zentrale Nervensystem aus.

Häufig diagnostiziert der Arzt Parkinson erst, wenn die typischen motorischen Störungen wie Muskelsteifheit oder Zittern auftreten, die mit dem Absterben von Dopamin-produzierenden Nervenzellen in der Substantia nigra zusammenhängen. Daher galt diese Region des Gehirns als Ausgangspunkt für die Entstehung von Parkinson. Heiko Braaks Vermutung, dass Parkinson schon in der Peripherie des Körpers außerhalb des Gehirns beginne, haben nun nichtmotorische Symptome und Alpha-Synuklein als Biomarker stärker in den Mittelpunkt gerückt. Zudem wird nun im Falle von Parkinson vermutet, dass sich Eiweißablagerungen von Nervenzelle zu Nervenzelle ausbreiten können. Unterstrichen wird der hypothetische Ansatz durch das zeitlich versetzte und unabhängige Auftreten motorischer und kognitiver Parkinson-Symptome.

"Professor Braaks Beitrag zur Parkinson-Forschung ist von unschätzbarem Wert. Seine Arbeit hat unser Verständnis von der Ursache und Therapie von Parkinson grundsätzlich verändert", so Dr. Todd Sherer der Michael J. Fox-Stiftung. "Heutige Wissenschaftler verdanken Braak viel. Er ist ein Pionier und hat uns in der Bekämpfung dieser Krankheit bedeutend weitergebracht."

Um Heiko Braaks interessanten und bahnbrechenden Ansatz in der Parkinson-Forschung zu würdigen und seine weitere Arbeit zu unterstützen, wurde ihm der mit 100.000 US-Dollar dotierte Robert A. Pritzker-Preis verliehen.

Quellen:

Mehr zum Thema auf www.leben-mit-parkinson.de

 



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