Neue Form der ambulanten Parkinson-Therapie

Arzt und Patient tauschen sich über Video aus

31.10.2011 - Wie wäre es, sich als Patient bequem von zu Hause aus vom Arzt behandeln zu lassen - per Video? Die sogenannte Telemedizin macht es möglich. Seit einiger Zeit können Menschen mit Parkinson in den eigenen vier Wänden mit Hilfe einer Kamera ihren Therapiezustand festhalten und ihrem behandelnden Arzt übermitteln.

Arzt und Patient tauschen sich über Videokamera aus.Telemedizin als neue Form der ambulanten Behandlung. Foto: Fotolia


Das kommt besonders Patienten entgegen, die beispielsweise aufgrund komplexer Therapieumstellungen intensiv betreut werden müssen, jedoch grundsätzlich die ambulante Betreuung einer stationären Behandlung vorziehen.

Die Telemedizin des Koblenzer Unternehmens Medizinische Videobeobachtung GmbH (MVB) ermöglicht nun eine individuelle Betreuung auch außerhalb der Sprechstunde. Parkinson-Patienten benötigen im Falle von Therapiemaßnahmen häufig mehrere Visiten täglich, da sich der Zustand des Betroffenen schnell ändern kann. Eine intensive stationäre Beobachtung über mehrere Wochen ist in der Regel von Nöten, um eine möglichst optimale Therapie bzw. Medikation zu erreichen. Viele Krankenhäuser können diesen Anforderungen oftmals nicht mehr gerecht werden – wurden Parkinson-Patienten früher im Durchschnitt über 21 Tage stationär behandelt, sind es heute durchschnittlich nur noch fünf Tage.

Genau an diesem Punkt setzt die Medizinische Videobeobachtung an: gute, intensive Betreuung auf ambulantem Weg. "Bei der Telemedizin steht nicht im Vordergrund, die Kosten zu senken, sondern die Qualität zu verbessern", so Alexander Rzesnitzek, Arzt und Gründer des Unternehmens MVB in Koblenz. Im Rahmen der Telemedizin informieren Parkinson-Patienten mehrmals täglich den Facharzt über ihren Zustand, ihre Funktions- und Gehübungen hält die Kamera in Form eines Videos fest.
Die gewonnenen Daten werden auf einem Computer gespeichert und über UMTS an die Datenbank übertragen, in der auch Daten zur Therapie des Patienten gespeichert sind. Nach intensiver Sichtung und Analyse der Bilder kann der behandelnde Arzt im Gespräch mit dem Patienten die Medikation – falls nötig – umstellen.

Die Universitätsklinik Düsseldorf ist eine der Einrichtungen, an der das Video-Verfahren bereits angeboten wird. 15 bis 20 niedergelassene Ärzte betreuen pro Jahr ca. 100 bis 120 Parkinson-Patienten ambulant per Telemedizin. Die Datenlage hinsichtlich des klinischen Erfolgs der Therapieoptimierung ist bisher noch begrenzt, doch die Experten sind zuversichtlich.

Im Rahmen einer vierwöchigen Studie mit 74 Patienten konnte bereits eine signifikante Verbesserung der motorischen Bewertung belegt werden, so Dr. Martin Südmeyer vom Zentrum für Bewegungsstörungen der Neurologischen Klinik an der Universität Düsseldorf. Ein weiterer Erfolg: auch einige Krankenkassen unterstützen bereits diese neue ambulante Therapieform für Parkinson-Patienten.


Quellen:
Ärztezeitung
Rhein-Zeitung



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