Neuer Ansatz für die Früherkennung

Parkinson-Diagnose möglich mittels Handschrift?

11.12.2013 – Israelische Wissenschaftler entwickelten ein Verfahren, das die Frühdiagnose von Parkinson beschleunigen soll. Anhand von Schriftproben können sie schon in einem sehr frühen Stadium der Erkrankung feststellen, ob jemand möglicherweise an Parkinson erkrankt ist.Neuer Ansatz für die Früherkennung – Parkinson-Diagnose möglich mittels Handschrift? © zimag3/Fotolia.com
Gemäß einer Studie aus Israel lässt sich Parkinson durch eine Analyse der Handschrift bereits in einem sehr frühen Stadium der Erkrankung feststellen.
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Da sich Parkinson gerade im frühen Stadium der Erkrankung bei Patienten sehr unterschiedlich äußern kann, vergehen oft Jahre, bis eine zuverlässige Diagnose gestellt wird. Die Parkinson-Forschung arbeitet daher an verlässlichen diagnostischen Verfahren, um die Früherkennung zu verbessern. Denn je früher die Erkrankung festgestellt wird, desto eher kann man sie behandeln und den typischen Symptomen entgegenwirken, sei es mit Medikamenten oder bestimmten Therapieformen.

Da viele Parkinson-Betroffene unter anderem Veränderungen in ihrer Handschrift feststellen, analysierten Wissenschaftler um Sara Rosenblum, Expertin für Ergotherapie der Universität Haifa, Israel, in einer Studie die Schriftproben von 40 Probanden. Die Probanden mussten dafür mit einem speziellen drucksensitiven Stift auf einem Papier, das auf einem Tablet-Computer lag, unterschreiben und ihre Adresse notieren. Die Schriftproben wurden anschließend mithilfe einer speziell dafür entwickelten Software verglichen.

Schrift von Parkinson-Betroffenen ist kleiner

Die Unterschiede zwischen gesunden und erkrankten Probanden zeigten sich sehr deutlich. Beispielsweise sei die Schriftgröße bei Menschen mit Parkinson viel kleiner, die Geschwindigkeit beim Schreiben langsamer und der auf den Stift ausgeübte Druck deutlich geringer gewesen als bei den gesunden Probanden, so Rosenblum. "Wir hoffen, dass wir die Abläufe bei Krankheitsbeginn besser verstehen können, dann könnten wir auch Behandlungsmöglichkeiten entwickeln. Das können Medikamente sein, aber vor allem meine ich Ansätze wie den einer Bewegungstherapie", sagte sie in einem Interview mit dem Deutschlandfunk.

Trotz dieser Erkenntnisse gibt es unter den Medizinern geteilte Meinungen. "Die Handschrift eines Patienten kann tatsächlich einen Hinweis auf Parkinson geben, doch ersetzt dies nicht eine klinische Untersuchung wie zum Beispiel den DatScan", sagte Evelyn Mahla vom Parkinson-Kompetenznetz an der Philipps-Universität Marburg gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung. Dass die Unterschriften-Analyse bereits für eine zuverlässige Frühdiagnose von Parkinson ausreicht, wird von Experten also durchaus kritisch betrachtet.


Quellen:

Mehr zum Thema auf www.leben-mit-parkinson.de:



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