Neues aus der Parkinson-Forschung

Innsbrucker Mediziner arbeiten an Parkinson-Screening zur Frühdiagnose

22.06.2012 - Schlafprobleme, Riechstörungen, Stimmungsschwankungen und Verstopfung sind typische nicht-motorische Symptome von Parkinson. Mithilfe von bildgebenden Verfahren lassen sich zudem heute bereits sehr früh erste Veränderungen im Gehirn feststellen. An der Universitätsklinik für Neurologie in Innsbruck wird systematisch nach Risiko-Markern für Parkinson gesucht. Ziel ist es, die Erkrankung möglichst noch vor dem Ausbruch zu erkennen, im nächsten Schritt zu verzögern und Spätfolgen zu vermeiden.

Neues aus der Parkinson-Forschung - Innsbrucker Mediziner arbeiten an Parkinson-Screening zur FrühdiagnoseAn der Universität Innsbruck wird nach Risiko-Markern für Parkinson gesucht. Foto: Universität Innsbruck


Derzeit leben in Österreich rund 16.000 Menschen mit Parkinson. "Bis 2030 ist mit einer Verdreifachung der Krankheitshäufigkeit zu rechnen", weiß Prof. Dr. Werner Poewe, ausgewiesener Parkinson-Experte und seit 1995 Direktor der Universitäts-Klinik für Neurologie in Innsbruck. Hier werden jährlich 380 bis 500 Parkinson-Erkrankte behandelt. Die Erforschung von Parkinson ist an der Medizinischen Universität Innsbruck ein Schwerpunktthema.

Zahlreiche Studien, unter anderem auch aus Innsbruck, belegen, dass viele Menschen mit Parkinson schon vor dem Auftreten der ersten motorischen Symptome andere Dysfunktionen entwickeln. Im Frühstadium werden etwa die chronische Verstopfung, Stimmungsschwankungen oder Panikattacken beobachtet. Aber auch die Störung des Geruchssinns und die nächtliche REM-Schlafstörung können frühe Indikatoren für das Parkinson-Syndrom sein. "Mindestens 50 Prozent der Erkrankten zeigen bis zehn Jahre vor Beginn der Krankheit derartige Symptome", bestätigt Prof. Dr. Werner Poewe Ergebnisse einer Untersuchung, die zusammen mit Wissenschaftlern aus Barcelona durchgeführt wurde.

"Wie bei vielen anderen neurologischen Erkrankungen besteht besonders auch bei Parkinson die Erfordernis einer möglichst frühen Diagnose, um gezielt intervenieren zu können. Würde die Erkrankung mithilfe diagnostischer Marker vor ihrem Ausbruch erkannt werden, könnte der Verlauf verzögert und können Spätfolgen vermieden werden. Dieses Ziel ist derzeit Gegenstand intensiver Forschung", formuliert Prof. Poewe das Bestreben der Medizin, ein systematisches Parkinson-Screening etablieren zu können. Poewe gibt sich optimistisch, dass sich in den nächsten zehn Jahren konkrete Perspektiven für ein derartiges Screening und eine vorbeugende Therapie eröffnen werden.

Die Innsbrucker Neurologen sind in zahlreiche internationale, multizentrische, klinische und epidemiologische Projekte sowie Medikamentenstudien eingebunden, die unter anderem von der Österreichischen Nationalbank, der Michael J. Fox Foundation, dem Integrierten Forschungs- und Therapiezentrum (IFTZ) und der Medizinischen Forschungsförderung Innsbruck (MFI) unterstützt werden. So konnten im Rahmen der PPMI (The Parkinson’s Progression Markers Initiative) und der von Innsbrucker Neurologen geleiteten Bruneck-Studie bereits entscheidende Ergebnisse für die Biomarker-Forschung erbracht werden.



Quelle: Presseinformation Medizinische Universität Innsbruck



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