Neues aus der Parkinson-Forschung

Lösungsmittel können Parkinson begünstigen

06.03.2012 -Schon seit einiger Zeit stehen bestimmte Chemikalien und Umweltgifte in Verdacht, an der Entstehung von Parkinson beteiligt zu sein. Jetzt konnten amerikanische Wissenschaftler zwei weitere Stoffe identifizieren, welche die Erkrankung auslösen können. Es handelt sich um die Lösungsmittel Trichlorethylen (TCE) und Perchlorethylen (PERC). Menschen, die beruflich mit diesen Chemikalien in Kontakt kommen, haben ein erhöhtes Risiko, an Parkinson zu erkranken.

Neues aus der Parkinson-Forschung - Lösungsmittel können Parkinson begünstigenLösungsmittel können eine Parkinson-Erkrankung begünstigen. Foto: Fotolia


Forscher des The Parkinson's Institute (The PI) in Sunnyvale, Kalifornien untersuchten rund 100 Zwillingspärchen in einer Studie, deren Ergebnisse kürzlich im  "Annals of Neurology" veröffentlicht wurden. Die Hälfte der Paare waren eineiige Zwillinge. Letztere besitzen identisches Erbgut, so dass sich Umwelteinflüsse auf die Entstehung von bestimmten Erkrankungen besonders gut nachweisen lassen. Jeweils einer der Zwillinge erkrankte an Parkinson, der andere nicht.

Verglichen wurden Hobbys, Lebens- und Arbeitsbedingungen der Studienteilnehmer, frühere Unfälle und Verletzungen, welcher Beschäftigung sie nachgingen und mit welchen chemischen Stoffen sie in der Vergangenheit in Berührung kamen. Die Wissenschaftler richteten ihr Augenmerk auf sechs  Chemikalien – bei zwei von ihnen, TCE und PERC, konnten sie eine Verbindung zu Parkinson nachweisen. Trichlorethylen (TCE) war bis in die 70er Jahre in Farben und Klebstoffen enthalten und wurde zur Entkoffeinierung von Kaffee verwendet – heute wird TCE noch in der Metallverarbeitung eingesetzt. Perchlorethylen ist der in der chemischen Reinigung am meisten verwendete Stoff.

Die Zwilling-Studie zeigte, dass nach Kontakt mit TCE das Risiko einer Parkinson-Erkrankung um ein sechsfaches erhöht ist, bei PERC ist das Risiko sogar zehnmal höher. Zu den besonders gefährdeten Berufsgruppen zählen die Forscher des The Parkinson's Institute (The PI) beispielsweise Industriemechaniker und Elektriker, Beschäftigte in der chemischen Reinigung, Künstler und Medizinlaboranten.



Quelle:
National Institute of Neurological Disorders and Stroke (NINDS)





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