Neues aus der Parkinson-Forschung

Mit Gewichten gegen Symptome

31.07.2012 - Durch regelmäßige Bewegung können Menschen mit Parkinson den Verlauf ihrer Erkrankung langfristig beeinflussen. Vor allem motorische Störungen lassen sich durch sportliche Aktivitäten mindern. Der medizinische Rat, körperlich aktiv zu sein, gehört deshalb mittlerweile zum Standard in der Parkinson-Therapie. Welche Form der sportlichen Betätigung jedoch die geeignetste ist, darüber gehen die Meinungen auseinander.

Neues aus der Parkinson-Forschung - Mit Gewichten gegen Symptome

Krafttraining könnte wichtiger Bestandteil der Parkinson-Therapie werden. Bild:iStock


Amerikanische Wissenschaftler fanden anhand einer Studie heraus, dass zweimal Krafttraining pro Woche eine deutliche Verbesserung der motorischen Parkinson-Symptome bewirkt. Vorgestellt wurde die Studie auf dem Jahreskongress der American Academy of Neurology AAN.

An der University of Illinois in Chicago absolvierten 48 Parkinson-Erkrankte zwei Jahre lang ein spezielles Trainingsprogramm: Die Hälfte der Studienteilnehmer übte sich im Krafttraining mit Gewichten, die andere Hälfte absolvierte eine Form von Gymnastik mit Dehn- und Streckübungen sowie Gleichgewichtstraining. Alle Teilnehmer trainierten zweimal pro Woche eine Stunde.


Krafttraining könnte wichtiger Bestandteil der Parkinson-Therapie werden

Nach sechs Monaten wurden ihre motorischen Fähigkeiten nach der UPDRS-Skala überprüft. Die Unified Parkinson’s Disease Rating Scale (UPDRS) ist eine Skala, mit der Mediziner den Verlauf und den Schweregrad bei Parkinson erfassen und beurteilen können. Neben typischen Parkinson-Beschwerden wie Demenz, Psychosen, Depressionen und vegetativen Störungen werden auch motorische Leitsymptome erfasst. Je niedriger der Punktewert ist, desto besser sind die Symptome unter Kontrolle.

Nach den ersten sechs Monaten war der UPDRS-Wert der Gymnastik-Gruppe um 5,4 Punkte zurückgegangen, mit Krafttraining dagegen um 6,4 Punkte. Im Laufe der Zeit gingen die Werte immer weiter auseinander. Nach zwei Jahren war die motorische Funktion mit Gymnastik wieder so schlecht wie zu Beginn der Studie, dagegen hatte sich der UPDRS-Wert in der Krafttraining-Gruppe um 7,3 Punkte verbessert.

Die Autoren der Studie sehen es als Erfolg an, dass mit Hilfe eines relativ einfachen Trainingsprogramms motorische Fähigkeiten auch langfristig deutlich verbessert werden können. Es sei deshalb  zu überlegen, das Krafttraining zu einem wichtigen Bestandteil der Parkinson-Therapie zu machen.


Quelle: Pressemitteilung der American Academy of Neurology


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