Neues aus der Parkinson-Forschung

Mit Stammzellen optimale Parkinson-Therapie finden

13.03.2012 - Einen neuartigen Weg zur Erforschung der Parkinson-Erkrankung gehen Mediziner vom Universitätsklinikum Erlangen, des Salk Institute for Biological Studies sowie der University of California San Diego. Sie wollen herausfinden, welche Rolle Entzündungsprozesse in Gehirn für den Verlauf und die Therapie von Parkinson haben.

Mit Stammzellen optimale Parkinson-Therapie findenMit Stammzellen optimale Parkinson-Therapie finden. Foto: iStock


Dabei bedienen sie sich einer in Erlangen entwickelten biomedizinischen Methode, mit der Stamm- und Immunzellen aus Hautgewebe entwickelt werden. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit bis zu 500.000 Euro unterstützt.

Wie die Parkinson-Erkrankung beim Einzelnen verläuft und wie erfolgreich eine Therapie wirkt, lässt sich bisher nicht genau vorhersagen. Manchmal schreitet die Erkrankung schnell voran, in anderen Fällen kann sie – mit unterschiedlichem Erfolg – mit Medikamenten beeinflusst werden. Die Mediziner am Erlanger Universitätsklinikum möchten nun zusammen mit ihren US-Kollegen mithilfe von Stamm- und Immunzellen für jeden Patienten die bestmögliche Therapie finden.

Normalerweise werden bei einer Erkrankung Proben direkt aus dem betroffenen Organ entnommen und untersucht. Bei Parkinsonpatienten kann verständlicherweise nicht ohne Weiteres eine Biopsie vom Gehirn durchgeführt werden. So fehlen bisher genaue Modelle über den Ablauf der Erkrankung. In dem Forschungsprojekt bedient man sich nun eines biotechnischen Tricks: Parkinsonpatienten wird ein kleines Stück Hautgewebe entnommen, im Labor kultiviert und mit einer speziellen Methode in Stammzellen umgewandelt. Die daraus kultivierten speziellen Nervenzellen dienen als Grundlage für weitere Experimente. "Mit der Methode ist es erstmals möglich, Nervenzellen zu untersuchen, die die Erbinformation von Parkinsonpatienten in sich tragen", erklärt Prof. Winkler, der Leiter der Forschungsgruppe am Universitätsklinikum in Erlangen.

Vor allem Entzündungen im Gehirn scheinen eine Parkinsonerkrankung mit zu beeinflussen. Auf welche Weise diese Prozesse ablaufen, konnte bisher noch nicht zufriedenstellend erforscht werden. Das deutsch-amerikanische Team will untersuchen, ob es Substanzen gibt, die sich auf einen speziellen Rezeptor im Nervensystem auswirken und ob diese den Verlauf von Parkinson verändern können. In Erlangen werden für das gemeinsame Projekt die entsprechenden Patientenproben gesammelt, die amerikanischen Mediziner übernehmen die Arbeit an den Stammzellen. Lässt sich ein Zusammenhang im Modell der gewonnenen Zellen von Parkinson-Patienten nachweisen, sollen später in Erlangen vorklinische und auch klinische Studien mit geeigneten Medikamenten zur Parkinson-Therapie durchgeführt werden.



Quelle: Presseinformation Universitätsklinikum Erlangen





Übermittlung Ihrer Stimme...
Bewertungen: 3.4 von 5. 58 Stimme(n).
 
Schriftgröße
  • Umgang mit Parkinson
Umgang mit der Diagnose

Viele Betroffene und Angehörige sind
mit der Diagnose
Parkinson überfordert.
Ein Überblick kann helfen. weiter

  • Adressen und Links
Adressen und Links

Die wichtigsten Kontakte und Adressen in Ihrer Nähe.

weiter

  • Glossar
Glossar rund um Parkinson

Von A bis Z: Fachbegriffe rund um das Thema Parkinson.

weiter

  • Service für Mediziner
Service für Mediziner

Sie sind Arzt und suchen nach weiteren Informationen? Dann besuchen Sie unser Fachportal.

weiter


© 2018 TEVA Pharma GmbH