Neues aus der Parkinson-Forschung
Risikogen VPS35 als eine Ursache von Parkinson
01.12.2011 - Forschern ist es gelungen, eine neue Genmutation als Ursache von Parkinson nachzuweisen. Das sogenannte "VPS35" gehört zu jenen drei Genen, die eine spät auftretende Erkrankung – etwa mit 60 Jahren – hervorrufen können. "VPS35" ist die sechste Erbanlage, die mit einer Parkinson-Erkrankung in Verbindung steht.

"VPS35" ist die sechste Erbanlage, die Parkinson hervorrufen kann. Foto: Fotolia
Das Wissenschaftler-Team, unter der Leitung von Dr. Tim Matthias Strom vom Institut für Humangenetik am Helmholtz Zentrum München und der Technischen Universität München, stellte in Kooperation mit der Medizinischen Universität Wien die Ergebnisse einer neuartigen Studie zum VPS35-Gen vor. Diese basieren auf der genetischen Untersuchung einer österreichischen Familie, in der häufig Parkinson aufgetreten war.
Mit einer neuen DNS-Sequenziermethode zur Untersuchung genetisch bedingter Erkrankungen wurde bei allen an Parkinson erkrankten Familienmitgliedern eine Mutation im VPS35-Gen identifiziert. VPS35 übernimmt wichtige Aufgaben beim intrazellulären Transport von Proteinen. Die gleiche Genmutation konnte in zwei weiteren Familien nachgewiesen werden. Auch eine zweite, kanadische Studie hat diese Mutation in vier Familien beschrieben.
Durch die Entdeckung könnten die molekularen Stoffwechselwege bei Parkinson zukünftig besser analysiert werden, so die Wissenschaftler. "Neue Proteine, die an der Entstehung von Morbus Parkinson beteiligt sind, bedeuten nicht nur einen Zuwachs an Wissen darüber, wie die Erkrankung entsteht: Sie bieten uns auch potenzielle Angriffspunkte zur Entwicklung neuer Therapien", so Strom. Nach Schätzungen der Forscher sind bis zu einem Prozent der Parkinson-Erkrankungen auf die Genmutation VPS35 zurückzuführen.
Quellen:
The American Journal of Human Genetics
Wiener Zeitung Online








