Neues aus der Parkinson-Forschung
Wissenschaftler beobachten Hirnzellen in Aktion
18.10.2011 - Mit Hilfe eines speziellen Mikroskopieverfahrens möchten Wissenschaftler am Brain Mind Institute der École Polytechnique Fédérale (EFPL) im schweizerischen Lausanne Prozessen im Gehirn noch tiefer auf den Grund gehen. Möglicherweise kann es eine Grundlage für neue Therapieansätze bei Parkinson und Alzheimer schaffen.
Ein spezielles Mikroskopieverfahren soll neue Erkenntnisse bringen. Foto: Fotolia
Institutschef Pierre Magistretti und seinem Team ist es mit diesem Verfahren, der sogenannten Digitalen Holografischen Mikroskopie (DHM), möglich, Hirnzellen von Mäusen in Echtzeit und 3D bei der Arbeit zu beobachten. Für die eindrucksvollen Aufnahmen verwenden die Forscher einen Laser. Die konstante Wellenlänge des Laserstrahls wird in zwei Teile aufgespalten: die eine Hälfte des Lichts wird auf die zu untersuchende Probe gelenkt und auf dem Weg durch die Zelle abgelenkt, der andere Teil des Lichtstrahls wird weitergeleitet und dient als Referenzstrahl.
Geschieht etwas in der Zelle, so wird das einströmende Licht unterschiedlich gebrochen und es entsteht ein neues Bild. Die Überlagerung der beiden Laser-Teilstrahlen erzeugt in der Summe spektakuläre Bilder von noch nicht dagewesener Klarheit. Laut Magistretti sind die Bilder der Hirnzellen bis zu 50-mal schärfer und zeigen eine unverwechselbare räumliche Tiefe, die es bei bisherigen, vergleichbaren Verfahren noch nicht gibt.
Anhand der gewonnen Daten möchten die Neuroforscher innerhalb von 10 Jahren das menschliche Gehirn im Computer nachbauen – die möglichst genaue Darstellung lebender Hirnzellen könnte für eine schnellere Entwicklung neuer Medikamente gegen neurodegenerative Erkrankungen wie Parkinson und Alzheimer hilfreich sein, so Magistretti.
Die Neuroforscher der École Polytechnique Fédérale (EFPL) sind sich einig: Die Digitale Holografische Mikroskopie (DHM) könnte ein zukunftweisendes Verfahren darstellen, da es durch relativ simple Beobachtung der Hirnzellen möglichst präzise neuronale Prozesse wiedergeben kann.
Quelle:
Spiegel Online








