Nobelpreis für Medizin 2012

Wissenschaftler revolutionieren Zellforschung

17.12.2012 - Ein Brite und ein Japaner teilen sich in diesem Jahr den Medizin-Nobelpreis. Sie werden für ihre Entdeckungen auf dem Gebiet der Stammzellforschung geehrt. Forscher und Pharmaindustrie erhoffen sich von den Erkenntnissen unter anderem Fortschritte in der Behandlung von Parkinson.

Nobelpreis für Medizin 2012 - Wissenschaftler haben Zellforschung revolutioniertWeil sie die Stammzellforschung "revolutioniert" haben, wurden ein Brite und ein Japaner mit dem Nobelpreis für Medizin ausgezeichnet. Foto: iStockphoto

Stammzellen können sich unter gewissen Voraussetzungen in jede andere Zellart verwandeln. Auf lange Sicht erhoffen sich Wissenschaftler und Pharmaindustrie deshalb, mithilfe der Stammzellenforschung Erkrankungen behandeln zu können, bei denen Gewebe geschädigt wird oder abstirbt, wie es etwa bei Parkinson, Alzheimer oder nach Herzinfarkten der Fall ist. Im Idealfall könnte das durch die Erkrankung geschädigte Gewebe eines Tages durch Nachzüchtungen ersetzt werden.

Wenn Stammzellen allerdings aus Embryonen oder Nabelschnurblut gewonnen werden, gibt es ethische  Bedenken gegen diese Forschungsrichtung. Der Brite John B. Gurdon und der Japaner Shinya Yamanaka konnten dieses Problem umgehen und wurden dafür mit dem Nobelpreis für Medizin ausgezeichnet. Sie  wiesen unabhängig voneinander nach, dass sich jede beliebige ausgereifte Zelle wieder zu einer Stammzelle umprogrammieren lässt. "Ihre Erkenntnisse haben unser Verständnis von der Entwicklung von Zellen und Organismen von Grund auf revolutioniert" begründete das Entscheidungsgremium seine Wahl.

Bereits im Jahr 1962 konnte John B. Gurdon aus Großbritannien durch Experimente mit Fröschen erstmals nachweisen, dass sich fertig ausgebildete Zellkerne nach einer Verpflanzung in ihren ursprünglichen Zustand zurückversetzen lassen und zu völlig anderen Zellformen entwickeln können: etwa Zellkerne von Darmzellen zu Kernen von Eizellen. Alle dafür notwendigen Informationen sind im Erbgut der Zelle gespeichert. Der heute 79-Jährige forscht noch immer an der Universität Cambridge.

Der zweite Preisträger, der 50-Jährige Japaner Shinya Yamanaka, ist Professor an der Universität Kyoto. Er war im Jahr 2006 der Erste, dem es gelang, Hautzellen in ihre ursprünglichen Stammzellen zurück zu verwandeln. Seine Methode hat sich heute weltweit in der Stammzellforschung durchgesetzt.

Gurdon und Yamanaka nehmen den Nobelpreis am 10. Dezember, dem Todestag Alfred Nobels, in Stockholm entgegen. Die Auszeichnung ist in diesem Jahr mit rund 930.000 Euro dotiert. Der Nobelpreis für Physiologie oder Medizin wird seit dem Jahr 1901 verliehen.


Quellen:


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