Parkinson-Forschung

Neue Erkenntnisse zur Ursache von Parkinson

27.05.2013 – Wissenschaftlern unter der Leitung des Max-Planck-Instituts Münster ist mithilfe von Stammzellen die Nachzucht menschlicher, an Parkinson erkrankter Nervenzellen gelungen. Die Forschungsergebnisse liefern neue Erkenntnisse über die Ursachen von Parkinson und ermöglichen somit auch alternative Ansätze für die Medikamentenentwicklung.

Parkinson-Forschung – Neue Erkenntnisse zur Ursache von Parkinson. Bildquelle: © MPI Münster / Peter ReinhardtForschern ist es erstmals gelungen, an Parkinson erkrankte menschliche Zellen im Labor zu züchten. Bildquelle: © MPI Münster/Peter Reinhardt


Die Ursachen von Parkinson galten bislang als weitgehend unbekannt. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts (MPI) für molekulare Biomedizin in Münster und des Hertie-Instituts für klinische Hirnforschung in Tübingen (HIH) haben nun einen zentralen Aspekt bei der Entstehung und Entwicklung dieser unheilbaren Erkrankung des Nervensystems erforscht. Es ist ihnen gelungen, mithilfe der Hautzellen von Parkinson-Patienten erkrankte menschliche Nervenzellen nachzuzüchten. Auf diese Weise fanden die Forscher auch die Ursache für das bei Parkinson auftretende Absterben von Nervenzellen.

Bis vor kurzem standen die notwendigen erkrankten Nervenzellen nur in sehr geringem Umfang zur Verfügung. Die 2012 mit dem Nobelpreis für Medizin ausgezeichnete Technologie zur Erzeugung induzierter pluripotenter Stammzellen (iPS), ermöglicht seit einigen Jahren die Züchtung der betroffenen Nervenzellen in praktisch unbegrenzter Menge im Labor.

Das Forscherteam aus Münster und Tübingen hatte sich dabei auf Zellen konzentriert, die eine Mutation – also eine Veränderung des Erbguts – in sich tragen. Diese Mutation gilt als häufigster Auslöser der vererbbaren Form von Parkinson. So fanden die Forscher wichtige Gene, die zwar schon bei anderen Erkrankungen des Nervensystems untersucht, bislang aber nicht mit Parkinson in Verbindung gebracht worden waren. Außerdem entdeckten die Forscher den Einfluss eines bestimmten Proteins, welches auch beim Wachstum von Tumoren eine große Rolle spielt und in der Krebstherapie bereits ziemlich gut erforscht ist.

Im nächsten Schritt werden an den nachgezüchteten Zellen verschiedene Wirkstoffe zur Behandlung von Parkinson oder anderen unheilbaren Krankheiten getestet. Ob allerdings bereits heutige Parkinson-Patienten von diesen Testergebnissen profitieren können ist fraglich, denn vor einer möglichen Medikamentenfreigabe müssen zunächst noch zahlreiche Testreihen, Experimente und große klinische Studien durchlaufen werden.


Quellen:

Mehr zum Thema auf www.leben-mit-parkinson.de:



Übermittlung Ihrer Stimme...
Bewertungen: 3.4 von 5. 58 Stimme(n).
 
Schriftgröße
  • Umgang mit Parkinson
Umgang mit der Diagnose

Viele Betroffene und Angehörige sind
mit der Diagnose
Parkinson überfordert.
Ein Überblick kann helfen. weiter

  • Adressen und Links
Adressen und Links

Die wichtigsten Kontakte und Adressen in Ihrer Nähe.

weiter

  • Glossar
Glossar rund um Parkinson

Von A bis Z: Fachbegriffe rund um das Thema Parkinson.

weiter

  • Service für Mediziner
Service für Mediziner

Sie sind Arzt und suchen nach weiteren Informationen? Dann besuchen Sie unser Fachportal.

weiter


© 2018 TEVA Pharma GmbH