Parkinson-Gruppe Herne feiert zehnjähriges Jubiläum

Den Alltag genießen mit Parkinson

26.06.2013 Die Parkinson-Selbsthilfegruppe Herne existiert bereits seit zehn Jahren – nicht nur Anlass zum Feiern, sondern auch zum Reflektieren. Anlässlich des Jubiläums gibt Regionalleiter Hans-Peter Meyer Einblicke ins Vereinsleben und erklärt, warum die Gruppe so wichtig ist.
Parkinson-Gruppe Herne feiert zehnjähriges Jubiläum - Den Alltag genießen mit Parkinson. ©kali9/iStockphoto.com
Wichtig für Parkinson-Betroffene ist es, ihre Erkrankung auch mal für eine Weile hinter sich zu lassen und den Alltag zu genießen. Bildquelle: kali9/iStockphoto.com


Die Selbsthilfegruppe Herne, die Hans-Peter Meyer als Regionalleiter betreut, umfasst aktuell 36 Mitglieder. Darunter sind viele Betroffene mit schwererem Krankheitsbild, aber auch einige, wie Mayer selbst, bei denen die Symptome weniger stark ausgeprägt sind. Doch gerade die Unterschiede machen die Gruppe aus, auch was das Alter betrifft. "Das jüngste Mitglied ist 55, das älteste 74 Jahre alt", sagt Meyer.

Die Diagnose erhielt der 69-jährige Regionalleiter vor vier Jahren. Zu diesem Zeitpunkt war er bereits in Rente. Obwohl er selbstständig und mit geringen Symptomen leben kann, hatte seine Familie anfangs Bedenken, dass er sich mit der Leitung der Selbsthilfegruppe zu sehr belasten könnte. "Eigentlich wollte ich gar nicht der Leiter der Gruppe werden. Auch meine Frau dachte, dass mir das schnell zu viel werden könnte." Doch dem war nicht so.

Meyer, der auf die Unterstützung einer großen Familie mit sieben Enkeln und sogar einem Urenkel zählen kann, weiß, dass nicht jeder Betroffene jemanden an seiner Seite hat. "Manche Menschen kapseln sich ab. Das ist genau der falsche Weg. Es ist wichtig, mit anderen Betroffenen über die Krankheit zu sprechen", sagt Meyer. Und gerade weil er zu den Glücklichen gehört, die nicht mit der Erkrankung alleine da stehen, setzt er sich so für die Selbsthilfegruppe ein.

Jeden ersten Dienstag im Monat treffen sich die Mitglieder im Evangelischen Krankenhaus, tauschen Erfahrungen aus, werden mit Informationen versorgt und stärken so auch ihr Selbstbewusstsein. Denn die Mitglieder fühlen sich häufig nicht nur aufgrund der Einschränkungen, die Parkinson mit sich bringt verloren, sondern finden sich auch im Dschungel der Bürokratie schwer zurecht. Bei den regelmäßigen Treffen wird deshalb etwa über Fragen zum Grad der Behinderung, zur Pflege, dem Medizinischen Dienst, den Krankenkassen oder zur Rente gesprochen. Doch das ist noch lange nicht alles. Hans-Peter Meyer weiß, wie wichtig es für Betroffene ist, ihre Erkrankung auch mal für eine Weile hinter sich zu lassen und den Alltag zu genießen: "Wir sprechen auch über ganz normale Dinge. Über das Wetter, über Fußball, über Politik."

Kein Wunder also, dass es bei den Feierlichkeiten zum zehnjährigen Jubiläum zahlreiche Glückwünsche gab, darunter auch von Herrn PD Dr.med. J. Andrich, dem Chefarzt der Neurologie im EvK Herne und Herrn Werner Kurnik, der dort das Amt des Verwaltungsdirektors innehat. Neben einem großen Büffet gab es nicht nur Live-Musik, sondern auch eine Tombola. Der Erlös von 400 Euro aus dem Losverkauf der Parkinson-Gruppe wurde der Palliativstation des Evangelischen Krankenhauses Herne gespendet.


Quellen:


Mehr zum Thema auf www.leben-mit-parkinson.de:





Übermittlung Ihrer Stimme...
Bewertungen: 3.4 von 5. 58 Stimme(n).
 
Schriftgröße
  • Umgang mit Parkinson
Umgang mit der Diagnose

Viele Betroffene und Angehörige sind
mit der Diagnose
Parkinson überfordert.
Ein Überblick kann helfen. weiter

  • Adressen und Links
Adressen und Links

Die wichtigsten Kontakte und Adressen in Ihrer Nähe.

weiter

  • Glossar
Glossar rund um Parkinson

Von A bis Z: Fachbegriffe rund um das Thema Parkinson.

weiter

  • Service für Mediziner
Service für Mediziner

Sie sind Arzt und suchen nach weiteren Informationen? Dann besuchen Sie unser Fachportal.

weiter


© 2018 TEVA Pharma GmbH