Parkinson-Studie zu neuartiger Sensortechnik

"Zittere ich beim Bügeln?"

26.01.2012 - Menschen mit Parkinson haben häufig Schwierigkeiten, die Ausprägung ihrer Symptome objektiv zu erkennen und zu bewerten.
In der aus EU-Mitteln geförderten Studie SENSE PARK sollen mittels spezieller Sensortechnik die Symptome, z. B. zittrige oder langsame Bewegungen, im häuslichen Umfeld der Betroffenen aufgezeichnet werden.
Die Ergebnisse können von Arzt und Parkinson-Patient als Grundlage für ein gezieltes Bewegungstraining genutzt werden.

Neue Sensortechnik analysiert gezielt Parkinson-Symptome, z. B. Zittern beim BügelnNeue Sensortechnik analysiert gezielt Parkinson-Symptome. Foto: Fotolia

In der kürzlich gestarteten SENSE PARK-Studie zu einer neuartigen Sensortechnik unter der Leitung des Universitätsklinikums Tübingen soll in Zusammenarbeit mit Parkinson-Patient, Arzt und Softwareentwickler eine neuartige Informationstechnologie entwickelt werden. Diese ermöglicht es, aktuelle Parkinson-Symptome des Patienten, deren Ausprägung und Verlauf in dessen gewohnten Umgebung zu erfassen. Menschen mit Parkinson können aus subjektiver Sicht häufig nur unzureichende Informationen über ihren gegenwärtigen Zustand an den behandelnden Neurologen weiter geben. Das hat zur Folge, dass der Parkinson-Patient nicht gezielt gegen Symptome trainieren kann, wenn er deren tatsächliche Ausprägung nicht einzuschätzen weiß. Der Arzt hat zudem während des Patienten-Besuchs nur eine kurze Momentaufnahme der Symptome als Basis für Therapieentscheidungen zur Verfügung und kann somit die komplexe und zeitliche stark schwankende Symptomatik nicht in vollem Umfang beurteilen.

Die nötigen Informationen über die gegenwärtige Ausprägung verschiedener Parkinson-Symptome werden mit Hilfe von speziellen Sensoren, die im Haushalt z. B. an Elektrogeräten und Schranktüren angebracht werden, und einem Aufzeichnungsgerät erfasst. Fragen wie "Kann ich die Schranktür flüssig öffnen?", "Schmiere ich mein Butterbrot langsamer als früher?" oder "Zittere ich beim Bügeln"? können mittels neuer Sensortechnologie präziser beantwortet werden, so dass Arzt und Patient gezielt auf Symptome reagieren können.

Ein wichtiger und positiver Parameter der Studie ist die Tatsache, dass die Erfassung der Daten in gewohnter Umgebung des Parkinson-Patienten erfolgt, ohne dass dieser sich im Alltag gestört oder unwohl fühlen muss. Durch die Erfassung der entscheidenden Informationen kann der Parkinson-Patient seine Symptome zum einen besser einschätzen und mittels fokussierten Trainings entsprechend darauf reagieren. Zum Anderen kann der Parkinson-Patient die Auswertungen des Aufzeichnungsgeräts an seinen behandelnden Neurologen oder auch Wissenschaftler weitergeben.

Sobald die neue Informationstechnologie der Studie erarbeitet wurde, soll als zweiter Schritt das Messsystem in der Praxis anhand von ca. 20 Parkinson-Patienten erprobt werden. Die daraus ermittelnden Erkenntnisse könnten Neurologen und Wissenschaftlern zukünftig als Richtwerte für Therapie und Forschung dienen.

Das Besondere an dieser Parkinson-Studie zur neuartigen Informationstechnologie ist auch die Tatsache, dass Menschen mit Parkinson sich bewusster mit Ihrer Erkrankung auseinander setzen, diese im wahrsten Sinne besser kennen lernen. Dadurch können Menschen mit Parkinson auch erfolgreicher auf ihre Symptome reagieren, was gleichzeitig einen positiven und motivierenden psychologischen Effekt zur Folge haben kann.


Quelle:
Universitätsklinikum Tübingen





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