Reittherapie für Menschen mit Parkinson

Den Schmerzen davonreiten

09.08.2012 - Alles Glück dieser Erde liegt auf dem Rücken der Pferde – Vom Wahrheitsgehalt dieses Sprichworts überzeugten sich Parkinson-Erkrankte aus dem thüringischen Pößneck und Bad Lobenstein.

Reittherapie für Menschen mit Parkinson - Den Schmerzen davonreitenDie Reittherapie baut Selbstvertrauen auf. Bild:iStock


Zuerst kostet es Überwindung. Menschen, die unter körperlichen Einschränkungen leiden, zweifeln zunächst daran, dass sie dem Reitsport gewachsen sind. Doch die Ängste verfliegen schnell. "Wer noch Treppensteigen kann, hat auch keine Probleme, auf den Rücken eines Pferdes zu kommen", erklärt die Leiterin des Reit- und Therapiezentrums Moßbach, Katrin Schössow.

Die Pferde stellen sich auf ihre jeweiligen Reiter ein. Während des Therapiereitens sind sie ruhig und geduldig. Sitzen dagegen "reguläre" Reitschüler auf ihrem Rücken, können die Pferde auch schon einmal anfangen zu bocken. Warum die Tiere sich so gut an die Menschen anpassen, kann Schössow nicht rational erklären: "Das müssen Sie die Pferde fragen."

Spezielle Übungen für Parkinson-Erkrankte
Auch die Mitglieder der Parkinson-Selbsthilfegruppen aus Pößneck und Bad Lobenstein konnten sich von der Geduld der Pferde im Reitzentrum Moßbach überzeugen. Edgar Köbe, Leiter der Selbsthilfegruppe Lobenstein, hatte den Termin organisiert. "Ich brauche das Reiten für meinen Körper", erklärt er in einem Bericht der Ostthüringer Zeitung (OTZ).

Köbe hat Probleme, seinen Körper aufzurichten, ein typisches Symptom bei Menschen mit Parkinson. Die Übungen, die er auf dem Pferd durchgeführt, sind auf dieses Problem abgestimmt. Die dreidimensionalen Bewegungen während des Reitens lockern zunächst die Muskulatur. Dann werden die Muskeln gezielt durch Übungen etwa mit Gewichten oder dem Theraband an den richtigen Stellen gestärkt. 

Aber auch für das Selbstwertgefühl wirkt das Reiten wahre Wunder. "Die Menschen merken, dass sie etwas können, was im Normalfall nur gesunde Menschen machen", sagt Schössow. Schließlich sei es ein erhabenes Gefühl, auf einem Pferd zu sitzen und das große Tier zu beherrschen. "Die Menschen sind in dieser Zeit auch schmerz- und beschwerdefrei, weil sie sich voll auf das Pferd konzentrieren", erklärt Schössow.

Die Mitglieder der Parkinson-Selbsthilfegruppen waren von ihrem Besuch des Zentrums auf jeden Fall begeistert. "Der Körper muss sich dem Rhythmus des Pferdes anpassen. Nach jeder zweiten Runde geht es besser", sagte etwa Ilse Anger, die auch an Parkinson erkrankt ist, der OTZ.


Quelle:
Artikel in der Ostthüringer Zeitung



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