Schluckstörung bei Menschen mit Parkinson
Kaugummikauen kann die Schluckfähigkeit unterstützen
30.08.2011 - Wer aufgrund einer Parkinson-Erkrankung Schluckprobleme hat, sollte schlichtweg zum Kaugummi greifen.
Menschen mit Schluckbeschwerden kann Kaugummikauen helfen. Foto: Fotolia
Kaugummikauen kann die Schluckfrequenz erhöhen und das Zeitintervall bis zum Schluckvorgang verringern, so Professor Dr. Dipl. Psych. Frank Erbguth von der Klinik für Neurologie am Klinikum Nürnberg. Besonders im fortgeschrittenen Stadium treten bei Menschen mit Parkinson Schluckbeschwerden auf – viele produzieren zu viel Speichel und schlucken zu wenig.
Im Rahmen einer kanadischen Pilotstudie untersuchten Wissenschaftler 20 Parkinson-Patienten mit eingeschränkter Schluckfunktion. Die Forschungsgruppe ließ die Teilnehmer Kaugummi kauen und beobachtete, welchen Effekt es auf die Schluckfähigkeit hat. Die Untersuchung zeigte, dass Kaugummikauen sich nicht nur während des Kauens positiv auf den Schluckprozess auswirkt, sondern auch noch einen nachhaltigen Effekt auf das Schlucken mit sich bringt.
Zwar hat Kaugummikauen keine unerwünschten Nebenwirkungen und ist im Prinzip leicht durchführbar, jedoch sollte laut Prof. Erbguth auch immer die Gefahr des Verschluckens oder Einatmens (sog. Aspiration) des Kaugummis – insbesondere bei Menschen mit schwerer Schluckstörung – im Auge behalten werden. In diesem Fall wäre es ratsam, dass Betroffene besser unter Aufsicht, z. B. mit Angehörigen, Kaugummi kauen.
Quelle:
Ärztezeitung








