Studie des Max-Planck-Instituts für Neurobiologie

Regenerieren sich Nervenzellen bei Parkinson?

15.04.2014 – Eine Studie des Max-Planck-Instituts bringt neue Erkenntnisse im Zusammenhang mit Parkinson-bedingten Genveränderungen: Die Wissenschaftler wiesen nach, wie körpereigene Wachstumsfaktoren das Überleben von Nervenzellen begünstigen können.
Studie des Max-Planck-Instituts für Neurobiologie – Können sich Nervenzellen bei Parkinson regenerieren. © kasto/123RF.com
Forscher des Max-Planck-Instituts für Neurobiologie konnten nachweisen, dass körpereigene Wachstumsfaktoren das Überleben von Nervenzellen bei Parkinson begünstigen können. © kasto/123RF.com

Bei Parkinson gehen Hirnzellen in bestimmten Hirnarealen, die für die Produktion des Botenstoffs Dopamin verantwortlich sind, zugrunde. Die Ursachen hierfür sind bis heute nicht geklärt. Es wird jedoch angenommen, dass neben Umweltfaktoren auch Genveränderungen für das Absterben der Nervenzellen verantwortlich sein können. Bei Menschen mit Parkinson können beispielsweise Mutationen des Gens "PINK1" zu Fehlfunktionen der Mitochondrien, den so genannten "Energiekraftwerken" der Zelle, führen. Ist deren Funktion gestört, kann auch die Zelle nicht mehr richtig arbeiten oder sich regenerieren.

Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Neurobiologie aus Martinsried und ihre Kollegen aus München haben nun einen bislang unbekannten Zusammenhang entdeckt, der einer Mitochondrien-Fehlfunktion aufgrund einer PINK1-Mutation entgegenwirkt. Dafür untersuchten die Forscher den Einfluss des Proteins GDNF ("glial cell line-derived neurotrophic factor“) und seines Rezeptors – sogenannter Ret – auf das Überleben der Nervenzellen. Dieser Ret-Rezeptor ist die Andockstelle der Zelle für den körpereigenen Nervenwachstumsfaktor GDNF. Er hat die Aufgabe, Signale ins Zellinnere weiterzuleiten.

Neue Erkenntnisse für die Parkinson-Therapie erhofft

In der Vergangenheit konnten verschiedene Untersuchungen zwar zeigen, dass die Bindung von GDNF an seinen Ret-Rezeptor das vorzeitige Absterben von Nervenzellen der Substantia nigra (der bei Parkinson betroffene Bereich im Mittelhirn) verhindern kann. Bislang konnte hierdurch jedoch keine Verbesserung des Krankheitsverlaufs gezeigt werden.

Nun ist den Max-Planck-Wissenschaftlern jedoch der Nachweis gelungen, dass der körpereigene Nervenwachstumgsfaktor GDNF und sein Rezeptor Ret den Erhalt der Mitochondrien fördern. Das heißt, dass GDNF und Ret letztlich das Energiekraftwerk der Nervenzellen so stimulieren können, dass sich diese regenerieren. Bereits in Experimenten mit Fliegen und menschlichen Zellkulturen bewiesen die Forscher, dass die Aktivierung des Ret-Rezeptors den Mitochondrienabbau verhindern kann und somit die Kraftwerke der Zellen erhalten bleiben.

Die Wissenschaftler erhoffen sich, dass die neu gewonnen Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung zum Thema Stimulation und Erhalt der Energiekraftwerke von Nervenzellen künftig auch in die Therapie für Menschen mit Parkinson einfließen.

Quelle:

Mehr zum Thema auf www.leben-mit-parkinson.de



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