Studie zu familiärer Parkinson-Variante

Mechanismus von Parkinson-Protein entdeckt

18.05.2014 – Bei der vererbbaren Variante von Parkinson spielt ein bestimmtes Enzym eine zentrale Rolle. Wissenschaftler der Universität Kassel haben nun einen Mechanismus entdeckt, der die Aktivität dieses Enzyms steuert. Die Forscher erhoffen sich aus ihren Erkenntnissen neue Ansatzpunkte für die Entwicklung von Parkinson-Medikamenten.Studie zu familiärer Parkinson-Variante – Mechanismus von Parkinson-Protein entdeckt © Fotolia / Nerthuz
Bei Parkinson-Betroffenen sterben Zellen im Mittelhirn ab. Der daraus resultierende Dopamin-Mangel führt schließlich zu den bekannten Symptomen wie Muskelzittern und Bewegungsstörungen. © Fotolia / Nerthuz

Parkinson ist nach Alzheimer die häufigste neurodegenerative Erkrankung. Schätzungen zufolge sind weltweit etwa sieben Millionen Menschen davon betroffen. Ein Teil der Parkinson-Erkrankungen ist erblich bedingt und wird durch Mutationen bestimmter Gene hervorgerufen. Als häufigste Ursache für diese sogenannte familiäre Parkinson-Variante gelten Mutationen eines Proteins, des Enzyms "LRRK2". 

Eine Forschungsgruppe der Universität Kassel hat nun eine Art "molekularen Schalter" entdeckt, der die Aktivität dieses Proteins steuert. "Unsere Ergebnisse können Wege zur Entwicklung von Medikamenten aufzeigen, die dieses Protein in seiner Aktivität regulieren und so neue Ansätze zur Behandlung der vererbbaren Parkinson-Erkrankung bieten", erklärt Professor Friedrich W. Herberg, Leiter des Fachgebietes Biochemie an der Universität Kassel. "Möglicherweise kann man aus den Ergebnissen auch Ansätze für die Behandlung anderer Parkinson-Varianten ableiten."

Phosphatversorgung bei vererbbarem Parkinson gestört

Das Protein LRRK2, auch "Dardarin" genannt, versorgt andere Proteine mit Phosphaten. Weitgehend unklar ist, welche zusätzliche Rolle Dardarin in bestimmten Zellen des Mittelhirns spielt. Bei Parkinson-Betroffenen sterben diese Zellen, die den Botenstoff Dopamin produzieren, ab. Der daraus resultierende Dopamin-Mangel führt schließlich zu den bekannten Symptomen wie Muskelzittern, Bewegungsstörungen und dem Verlust des Geruchssinns.

Die Kasseler Forscher haben einzelne Bereiche des Enzyms Dardarin genau untersucht. Dabei stellten sie fest, dass in Dardarin-Mutationen, welche für die vererbbare Form von Parkinson verantwortlich gemacht werden, die Phosphatversorgung gestört ist. Außerdem fanden sie heraus, dass sich ein weiteres Protein (14-3-3) nicht an das genveränderte Dardarin binden kann und so die Aktivität von Dardarin beeinträchtigt wird. Warum dieser Vorgang jedoch zum Absterben der Zellen im Mittelhirn führt, ist nach wie vor nicht bekannt.

Wenn sich diese beeinträchtigte Wirkung durch einen anderen Mechanismus ersetzen ließe, wäre man nach Ansicht der Wissenschaftler der Entwicklung neuer Parkinson-Medikamenten einen großen Schritt näher gekommen.

Das Forschungsprojekt der Uni Kassel wurde unter anderem von der Stiftung des an Parkinson erkrankten Schauspielers Michael J. Fox unterstützt.

Quellen:

Mehr zum Thema auf www.leben-mit-parkinson.de

 



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