Studie zu Zwangsstörungen

Kaufsucht kommt nicht von Parkinson selbst

31.03.2013 Eine neue Studie hat gezeigt, dass Parkinson nicht per se das Risiko erhöht, kauf-, spiel- oder sexsüchtig zu werden. Die Forscher gehen davon aus, dass solche Verhaltensmuster eher auf die Nebenwirkungen bestimmter Medikamente zurückzuführen sind.

Studie zu Zwangsstörung - Kaufsucht kommt nicht von Parkinson selbstDas Risiko kauf- oder sexsüchtig zu werden steigt offenbar durch die Einnahme bestimmter Parkinson-Medikamente. Bildquelle: Neustockimages, iStockfoto

Bei Menschen mit Parkinson sind Kauf-, Spiel- oder Sexsucht keine seltenen Begleiterscheinungen. Doch wenn Betroffene plötzlich ihr ganzes Geld verspielen, obwohl sie zuvor noch nie im Casino waren, regelmäßig dem Kaufrausch erliegen oder nur noch an Sex denken können, so wird dieses Verhalten laut einer neuen Studie nicht durch die Erkrankung selbst ausgelöst. Die Forscher sehen darin eher einen weiteren Nachweis für die Vermutung, dass solche Zwangsstörungen durch die Einnahme von Dopamin-Präparaten verursacht werden können.


Fragenkatalog über zwanghafte Verhaltensmuster

Prof. Daniel Weintraub von der Pennsylvania Perelman School of Medicine in Philadelphia, USA, führte mit zwei Gruppen ähnlicher Altersstruktur eine Studie durch. Zur ersten Gruppe gehörten 168 Parkinson-Patienten, bei denen die Erkrankung erst vor kurzem diagnostiziert worden war und die noch keine Dopamin-Präparate einnahmen. Die zweite Gruppe bestand aus 143 Menschen ohne Anzeichen einer Parkinson-Erkrankung. Die Studienteilnehmer mussten in einem Fragebogen Auskunft darüber geben, wie oft sie den Antrieb verspürten zu spielen, essen, einzukaufen oder Sex zu haben. Die Teilnehmer mussten außerdem beantworten, ob sich bei ihnen weitere zwanghafte Verhaltensmuster zeigten, wie zielloses Umherwandern, exzessives Internet-Surfen oder Putzzwang. Die Antworten der beiden Gruppen wurden anschließend verglichen.


Dopamin-Präparate begünstigen Kontrollverlust

Die Parkinson-Patienten zeigten dabei nicht mehr Anzeichen eines Kontrollverlustes als die Gruppe ohne Parkinson-Erkrankung. Der Anteil der Teilnehmer, die verstärkt Symptome von Kontrollverlust vorwiesen, lag in beiden Gruppen bei etwa 20 Prozent. Die Wissenschaftler werten dieses Ergebnis als Nachweis dafür, dass das Risiko von zwanghaftem Verhalten mit der Einnahme von Medikamenten– die Dopamin enthalten– ansteigt. Solche Medikamente werden verabreicht, um den durch Parkinson verursachten Verlust des Botenstoffes Dopamin im Gehirn auszugleichen, was sich in erster Linie durch die Verlangsamung von Bewegungen, Muskelsteifheit und Zittern bemerkbar macht.

Im nächsten Schritt möchten die Wissenschaftler nun überprüfen, ob bei den auffälligen 20 Prozent der Parkinson-Patienten nach einer Einnahme von Dopamin-Präparaten das Risiko von zwanghaften Impulsen tatsächlich weiter ansteigt.


Quelle:

Artikel auf netdoktor.de





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