Musiktherapeutisches Projekt an der Uniklinik Tübingen

Ein Chor für Menschen mit Parkinson

03.02.2014 – Seit knapp eineinhalb Jahren gibt es an der Uniklinik Tübingen einen gemischten Chor speziell für Menschen mit Parkinson. Betroffene singen hier einmal wöchentlich unter professioneller Anleitung eines Musiktherapeuten – und holen sich damit auch Kraft für ihren Alltag.Musiktherapeutisches Projekt an der Uniklinik – Ein Chor für Menschen mit Parkinson. © Bruno RebmannDie Teilnahme im Parkinson-Chor der Uniklinik Tübingen wirkt sich nicht nur positiv auf Körper und Geist der Mitglieder aus, sondern fördert auch soziale Kontakte. © Bruno Rebmann

Gemeinsames Singen im Chor macht Spaß, stärkt das Gemeinschaftsgefühl und wirkt sich positiv auf die Stimmung aus. Ganz nebenbei können so auch das Sprechen und Atmen sowie die Körperhaltung trainiert werden. Aus diesem Grund hat die Tübinger Universitätsklinik für Neurologie unter der Leitung von Prof. Dr. Daniela Berg im September 2012 einen Chor ins Leben gerufen, in dem Parkinson-Betroffene gemeinsam singen können. Voraussetzung für die Teilnahme am Chor ist, dass der/die Betroffene seit drei bis fünf Jahren mit der Parkinson-Erkrankung lebt.

Die wöchentlich stattfindenden Chorproben leitet ein professioneller Musiktherapeut. Finanziert wird das Projekt mit Hilfe privater Spenden. Die Teilnahme im Parkinson-Chor ist für Mitglieder kostenlos.

Großes Interesse am Parkinson-Chor

Nach knapp eineinhalb Jahren ist der Chor bereits zur festen Einrichtung an der Uniklinik geworden. Aktuell singen 22 Männer und Frauen mit Parkinson, zwei Ehepartner und eine Betreuerin. Das Interesse am Parkinson-Chor ist sehr groß. Manche Mitglieder fahren jede Woche bis zu 50 Kilometer, um an den Proben teilnehmen zu können. Inwiefern sich das Sprechen und die allgemeine Stimmung der einzelnen Chormitglieder seit Projektbeginn gebessert haben, ist zwar statistisch noch nicht ausgewertet, "aber wir sind absolut überzeugt, dass der Chor sehr zum Wohlbefinden der beteiligten Patienten beiträgt", sagt Projektleiterin Prof. Dr. Berg. Die Resonanz der Teilnehmer sei sehr positiv. "Es ist erstaunlich – es gibt kaum etwas, was sie abhält zum Chor zu gehen, selbst wenn alle anderen Dinge einmal nicht wahrgenommen werden können. Für viele ist der Chor einer der wichtigsten Termine überhaupt." Auch einige der Angehörigen sind häufig bei den Proben dabei und können so Kontakte knüpfen und sich mit anderen Familienmitgliedern austauschen.

Übungen helfen auch im Alltag mit Parkinson

Die Sprech- und Atemübungen, die der Musiktherapeut in den Proben durchführt, können Betroffenen auch im Alltag helfen, bewusster und deutlicher zu sprechen und zu atmen. Zudem ist die aufrechte Körperhaltung nicht nur beim Singen förderlich. Abgesehen von dem therapeutischen Effekt des Singens ist unter den Chormitgliedern auch ein soziales Netz entstanden, das weit über das wöchentliche Singen hinausgeht, so Berg. "Es gibt eine Verbundenheit und, wenn nötig, auch eine gegenseitige Unterstützung, die unseren Mitgliedern zusätzlich Kraft gibt."

Anfang 2014 plant die Uniklinik Tübingen ein weiteres Projekt für Menschen mit Parkinson: Zweimal im Monat soll im Anschluss an den Chor getanzt werden.

Quellen:

Mehr zum Thema auf www.leben-mit-parkinson.de



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