Die rechte Hand des Neurologen

Weiterbildung für Arzthelferinnen zur Parkinson-Assistentin

29.04.2013 – Seit rund sieben Jahren gibt es die Weiterbildung für Arzthelferinnen zur Parkinson-Assistentin ("PASS"). Die PASS ergänzen bundesweit in vielen Praxen das Beratungsangebot rund um das Thema Parkinson und sind damit nicht nur eine wertvolle Unterstützung für die Patienten, sondern auch für den behandelnden Neurologen.Die rechte Hand des Neurologen - Weiterbildung für Arzthelferinnen zur Parkinson-AssistentinDie Parkinson-Assistentin gibt Menschen mit Parkinson und deren Angehörige praktische Hilfestellung und Informationen für den alltäglichen Umgang mit der Krankheit. Bildquelle: Chariclo/Fotolia


2004 initiierte der Arbeitskreis Parkinson Syndrome Berlin eine zehntägige Weiterbildung für Arzthelferinnen zur Parkinson-Assistentin ("PASS"). Rund 400 PASS arbeiten zwischenzeitlich in neurologischen und nervenärztlichen Praxen in ganz Deutschland. Sie geben Menschen mit Parkinson praktische Hilfestellungen und Informationen im alltäglichen Umgang mit der Krankheit und sind damit nicht nur eine wertvolle Unterstützung für die Patienten, sondern auch für den behandelnden Neurologen.

"Leider haben wir Ärzte oftmals zu wenig Zeit, um den Patienten auch Fragen jenseits von Medikation und Therapieplan zu beantworten", sagt Dr. Reinhard Ehret, Neurologe in Berlin, in dessen Praxis zwei Parkinson-Assistentinnen (PASS durch QUANUP, Verband für Qualitätsentwicklung in Neurologie und Psychiatrie e.V.) beschäftigt sind.

Ines Friedrich ist solch eine PASS in der neurologischen Praxis von Dr. Ehret. Ihre Aufgaben: den Kontakt zu Patienten und Angehörigen intensivieren, die Beratung rund um die Krankheit auch ohne Anwesenheit des Arztes kompetent ergänzen, Hilfe und Kontakt zu Selbsthilfegruppen geben, das Monitoring der Patienten optimieren sowie drohende Komplikationen frühzeitig erkennen und gezielt dem Arzt melden. Dr. Ehret: "Natürlich ist der Arzt für alles verantwortlich und entscheidet alles Ärztliche, aber die PASS rundet die Versorgung ab, leitet Informationen in beide Richtungen strukturiert, gezielt und kompetent weiter."

Offenes Ohr für Menschen mit Parkinson und deren Angehörige

Ines Friedrich steht Menschen mit Parkinson in allen Fragen auch außerhalb der Sprechzeiten des behandelnden Arztes zur Verfügung. "Die Patienten wissen, dass ich PASS bin und fragen dann am Telefon auch gezielt nach mir. Sie haben sehr viele Fragen zur Medikation, zu Therapieoptionen und alltäglichen Hilfsmitteln, aber auch zur Beantragung von Sozialleistungen. Bei akuten Problemen, wenn es dem Patienten schlecht geht, z.B. bei einem Freezing, rufen sie an und bitten um Hilfestellung", so Friedrich.

Auch bei psychischen Problemen hat die PASS jederzeit ein offenes Ohr für die Patienten. "Oft kommen Patienten auch mit Fragen zu uns, die ihnen unangenehm sind und die sie lieber nicht in der Familie besprechen möchten. Umgekehrt gibt es aber auch Angehörige, die unsicher sind, wie sie mit dem Betroffenen umgehen sollen und wie viel sie ihm zumuten können. Hier bieten wir in unserer Praxis, neben den persönlichen Sprechstunden, Vorträge speziell für Angehörige an."

Parkinson-Assistentinnen unterstützen auch den Neurologen

Die PASS ist damit nicht nur eine wertvolle Unterstützung für die Patienten, sondern auch für den behandelnden Neurologen. "Wir bereiten den Patienten für den Arzt vor, das heißt, wir gehen mit ihm den Anamnesebogen und den Verlaufsbogen durch, fragen, wie es ihm geht, ob es in letzter Zeit Veränderungen oder Wirkfluktuationen gab. Auch in der Diagnostik können wir dem Arzt Arbeit abnehmen, beispielsweise die UPDRS-Erhebungen."
Die PASS speichert diese Daten im System, wo sie dem Arzt für das Patientengespräch zur Verfügung stehen. "Damit stellt die PASS für mich eine enorme Entlastung dar", ergänzt Dr. Ehret. "Parkinson ist eine ganzheitliche Erkrankung, weshalb in den Praxen Arzt und medizinisches Personal, im ambulanten Bereich ein Netz von Hausarzt, Neurologe und eventuell auch Logopäde sowie Physio- und Ergotherapeut zusammenarbeiten müssen. Bei entsprechender Indikation sollte natürlich auch der ambulante mit dem stationären Bereich kooperieren, sowohl in der akuten Versorgung als auch in der Reha."

Bundesweit angebotene Weiterbildung zur PASS

Die Ausbildung zur Parkinson-Assistentin wird vom Verband für Qualitätsentwicklung in Neurologie und Psychiatrie e.V. (QUANUP) mittlerweile bundesweit angeboten. Der Aufbau ist modular. "Ziel der Fortbildung ist es, die umfangreichen Neurologie-Erfahrungen der nicht-ärztlichen Mitarbeiterinnen zielgerichtet zum Wohle des Patienten einzusetzen und ihm bei allen Fragen zur Seite zu stehen", so Dr. Ehret, der federführend an der Ausbildung zur PASS durch QUANUP beteiligt ist.

Detaillierte Informationen zur PASS-Ausbildung erhalten Sie unter: www.quanup.de.


Quelle:
Artikel im Magazin "magAZIn – Azilect informiert", Ausgabe 1/2013


Weitere Artikel auf www.leben-mit-parkinson.de:

 



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