Prognose

Was erwartet mich und meine Angehörigen im Verlauf der Erkrankung?

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Die Erkrankung schreitet langsam voran, der Verlauf kann derzeit noch nicht gestoppt werden.

Ist die Diagnose Parkinson erst einmal gestellt, müssen Betroffene und Angehörige zunächst lernen, mit der Erkrankung und der neuen Lebenssituation umzugehen -  sicherlich nicht immer einfach, da Parkinson individuell unterschiedlich verläuft und nicht vorauszusehen ist, was auf den Einzelnen zukommen wird.

Die Erkrankung schreitet langsam voran, der Verlauf kann derzeit noch nicht gestoppt werden. Mit den heute zur Verfügung stehenden therapeutischen Möglichkeiten können jedoch Früh- und Hauptsymptome der Erkrankung sehr gut behandelt werden.


Bereits im frühen Stadium der Erkrankung können häufig depressive Verstimmungen auftreten, die auch im weiteren Verlauf bestehen bleiben können und gegebenenfalls einer Behandlung bedürfen. Zustände der Traurigkeit und Niedergeschlagenheit als Reaktion auf die veränderte Lebenssituation können sich im Laufe der Erkrankung noch verstärken. An diesem Punkt sind besonders die Angehörigen gefragt – sie sollten versuchen, ihren Partner in schwierigen Momenten zu verstehen und aufzufangen.

"Weiter, immer weiter!" Versuchen Sie sich Karl-Heinz Brass‘ Lebensmotto in schwierigen Momenten Ihrer Erkrankung zu verinnerlichen – auch prominente Menschen mit Parkinson, z. B. Michael J. Fox und Muhammad Ali, geben einen Weg vor, durch positives Denken zu einem besseren Verlauf der Erkrankung beitragen zu können.
Motivieren Sie sich - lesen und hören Sie mehr über Karl-Heinz Brass' Erfahrungen mit der Erkrankung in unserem Interview! weiter

Wie beginnt die Erkrankung?

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Bei Parkinson kommt es zu einem langsamen Untergang von Nervenzellen (Neuronen) im Gehirn – dieser Untergang verläuft jedoch zunächst weitgehend unbemerkt. Erst wenn mehr als 60 bis 80 Prozent der Nervenzellen der schwarzen Substanz (lat. Substantia nigra) im Gehirn zugrunde gegangen sind, machen sich die typischen Parkinson-Symptome bemerkbar.


Untypische Frühsymptome
von Parkinson sind zunächst so gering ausgeprägt, dass sie entweder nicht wahrgenommen, nicht als Krankheitszeichen gewertet werden oder auch andere Ursachen haben können. Betroffene können dann über hartnäckige, meist einseitig auftretende schmerzhafte Muskelverspannungen klagen. Beim morgendlichen Aufstehen sind Nacken und Hals steif, was sich im Laufe des Tages eher verschlimmert. Die schmerzhaften Verspannungen sind zum einen auf die verringerte Beweglichkeit zurück zu führen, andererseits aber auch Folge einer gestörten Schmerzhemmung.

Viele Jahre vor Ausbruch der motorischen Störungen können auch Riechstörungen, Verstopfung (sog. Obstipation), unruhiger Schlaf und Störungen der Feinmotorik auf die bevorstehende Erkrankung hinweisen. Die Verschlechterung der Feinmotorik zeigt sich besonders im Bereich der Hände durch:

  • Schwierigkeiten oder größerem Zeitaufwand bei der Körperpflege, zum Beispiel Zähneputzen, Rasieren und Kämmen
  • Probleme beim Zuknöpfen
  • Verschütten von Flüssigkeiten beim Eingießen


Viele Symptome betreffen zunächst häufig nur die linke oder die rechte Seite des Körpers, beispielsweise in Form einer einseitig verminderten Armbewegung, eines einseitig etwas stärker angewinkelten Arms oder eines einseitigen Schulterhochstands. Das charakteristische Zittern tritt ebenfalls einseitig auf – oft nur dann, wenn der Betroffene mit starken Emotionen auf eine Situation reagiert. Auch eingeübte Bewegungsabläufe, zum Beispiel beim Schwimmen, funktionieren nicht mehr optimal und erfordern eine verstärkte Konzentration.

Besonders ernst genommen werden sollten Berichte von Menschen mit Parkinson über Riechstörungen, beispielsweise für Oregano. Die Mehrzahl der Betroffenen gibt eine reduzierte Geruchswahrnehmung oder –identifizierung erst an, wenn sie gezielt danach befragt werden. Möglichweise klagen sie auch über eine reduzierte Geschmackswahrnehmung – Geschmacksempfindungen werden wesentlich durch den Geruch mitbestimmt. Auch die Fähigkeit, ähnliche Gerüche voneinander zu unterscheiden, ist schon früh beeinträchtigt. Geruchsdefizite gelten inzwischen als sehr frühe klinische Indikatoren für Parkinson. Die Ursache der sogenannten Hyposmie ist bis heute noch nicht endgültig geklärt.


Typische Frühsymptome
für Parkinson sind:

  • Maskenhafte Starre des Gesichts (sog. Hypomimie): im Verlauf der Erkrankung kann die Fähigkeit verloren gehen, Emotionen und Empfindungen über das Gesicht auszudrücken
  • Mangelnder Lidschlag, wodurch Traurigkeit vermittelt wird
  • Die Schrift wird kleiner
  • Die Stimme leiser
  • Das Gangverhalten ändert sich: Die Schrittlänge wird verkürzt, ein Bein wird etwas nachgezogen

Sobald Sie mögliche Anzeichen von typischen oder auch untypischen Frühsymptomen an sich bemerken, wenden Sie sich baldmöglichst an einen Neurologen. Und auch Angehörige oder Ehepartner sollten an dieser Stelle keine falsche Scheu zeigen: wenn Sie spezifische Beobachtungen machen, sprechen Sie diese offen an, auch wenn der Betroffene die Anzeichen zunächst nicht deuten kann oder möchte. Oftmals ist Motivation und Zuspruch von außen nötig, damit Betroffene aktiv werden und den Arzt aufsuchen.

Was passiert im weiteren Krankheitsverlauf?

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Hat sich die Erkrankung manifestiert, zeigen sich die charakteristischen Hauptsymptome:

  • Langsamkeit von Bewegungsabläufen (Bradykinese)
  • Muskelsteifheit (Rigor)
  • Zittern (Tremor)
  • Gang- und Haltungsstörungen (Haltungsinstabilität).


Aus Angst, in Phasen schlechter Beweglichkeit zu geraten, verzichten manche Menschen mit Parkinson auf Aktivitäten wie beispielsweise Autofahren und Reisen, und begeben sich zunehmend in soziale Isolation. Die verminderte emotionale Ausdrucksfähigkeit von Menschen mit Parkinson kann zu einer Stigmatisierung und einem sozialen Rückzug führen. Allerdings sind davon meistens diejenigen betroffen, die nicht behandelt werden – die Symptome können in der Regel medikamentös gut kontrolliert werden.


Je früher Diagnose und Therapie, desto besser die Lebensqualität

Parkinson schreitet zwar auch unter der Therapie weiter fort, doch die Zunahme der Symptome kann durch eine Veränderung oder Anpassung der Medikamente lange ausgeglichen werden. Wie sehr und wie schnell die Erkrankung fortschreitet, ist individuell sehr unterschiedlich und kann zum Zeitpunkt der Diagnose nicht sicher vorhergesagt werden. Wenn ein Zittern (Tremor) das Hauptsymptom ist, schreitet erfahrungsgemäß die Erkrankung häufig langsamer voran als bei Menschen mit einer ausgeprägten Bewegungsverlangsamung.

Werden die Symptome deutlicher, wird auch die Behandlung zunehmend komplexer: nicht nur die Beschwerden können sehr unterschiedlich ausgeprägt sein - jeder Mensch mit Parkinson spricht auf die verschiedenen zur Verfügung stehenden Medikamente mehr oder weniger gut an. Deshalb muss der Arzt die Therapie individuell an die Bedürfnisse des einzelnen Patienten anpassen.

Grundsätzlich gilt: je früher die Diagnose gestellt und eine Therapie begonnen wird, desto größer ist die Möglichkeit, den Verlauf der Erkrankung günstig zu beeinflussen, d.h. das Fortschreiten der Erkrankung zu bremsen -  so kann den Betroffenen möglichst lange ein aktives Leben ermöglicht werden. Die Förderung und der Erhalt der Lebensqualität sowie die Verbesserung der Alltagsbedingungen sollten schon sehr früh im Mittelpunkt von Diagnose und Therapie stehen.


Ziel der medikamentösen Therapie

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Ziel der medikamentösen Therapie sollte nicht nur eine gute Wirkung auf die bestehenden Symptome und ein geringes Nebenwirkungsrisiko sein – der günstige Einfluss der Therapie auf den Gesamtverlauf der Erkrankung ist von entscheidender Bedeutung. Es gibt zahlreiche wirksame Medikamente, mit denen die Parkinson-Symptome über viele Jahre sehr gut behandelt werden können. Die Wirkung der bisherigen Arzneimittel ist jedoch nur gegen die Symptome gerichtet, aber nicht gegen die zugrunde liegende Schädigung der Nervenzellen im Gehirn.
Manche Medikamente geben bereits Hinweise darauf, die Nervenzellen im Gehirn schützen zu können – bislang ist aber nur ihre Wirkung auf die Symptome von Parkinson zweifelsfrei nachgewiesen. Lesen Sie mehr über die verschiedenen Therapien bei Parkinson. weiter

Beschwerden trotz Therapie?

Im Laufe von Jahren können sich trotz Therapie motorische Komplikationen einstellen. Menschen mit Parkinson können dann über den Tag hinweg Schwankungen in der Bewegungsfähigkeit bemerken. Wirken die Medikamente gut, ist der Patient gut beweglich – man spricht dann von der so genannten ON-PHASE. Lässt die Wirkung der Medikamente nach zwei bis vier Stunden nach, empfindet der Betroffene wieder eine verstärkte Bewegungsstörung, die sich beispielsweise durch ein Steifheitsgefühl, kleinschrittigen Gang, Schwierigkeiten beim Aufstehen und verstärktem Zittern äußert. In diesen Fällen spricht man von der so genannten OFF-PHASE.

Diese ON-OFF-Phasenwechsel können die Lebensqualität der Menschen mit Parkinson erheblich beeinträchtigen – auch an dieser Stelle sind das Verständnis und die Unterstützung des Umfelds und der Angehörigen gefragt. Wenn Sie solche Phänomene bei sich bemerken, sollten Sie Ihren behandelnden Neurologen darauf ansprechen.

Ist möglicherweise eine Anpassung Ihrer bestehenden Parkinson-Therapie notwendig? Sind zusätzliche Medikamente erforderlich? Diese Dinge sollte Ihr Neurologe mit Ihnen besprechen und gemeinsam entscheiden.
Es gibt in vielen Fällen auch Maßnahmen, mit denen Sie selbst zur Verbesserung Ihrer Parkinson-Symptome beitragen können - erfahren Sie mehr darüber in unserer Rubrik
"Alltag" und "Service"!

Spätphase der Erkrankung

Bei gut eingestellter Therapie sowie aktiver und gesunder Lebensweise ist die Lebenserwartung eines Menschen mit Parkinson annähernd gleich der eines Gesunden. Bis zu einer Pflegebedürftigkeit kann eine lange Zeit verstreichen – es kann zu einer Pflegebedürftigkeit kommen, muss aber nicht - auch dieser Umstand ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. In der Spätphase der Erkrankung muss die Therapie ebenfalls sehr genau auf die Bedürfnisse des Einzelnen abgestimmt werden.


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