
Wilhelm von Humboldt verarbeitete
seine Erkrankung in Briefen
"Im Stehen und oft auch im Sitzen habe ich sehr häufig ein sehr unangenehmes Zittern in den Füssen. Es ist wechselnd stärker und schwächer, bisweilen auch, wie in diesem Augenblick, meldet es sich gar nicht. Vorzüglich stark pflegt es beim Essen und im Sprechen zu sein, auch bei gewissen Gemütsstimmungen, selbst bei sehr unbedeutenden, wie wenn ich etwas suche und nicht gleich finden kann oder wenn ich etwas eilig tue. Der Wille hat viel, aber nicht alle Gewalt darüber, auch kann man durch die Lage, in die man die Füße bringt, darauf wirken. […] Dagegen tritt nun bei Beschäftigungen mit den Händen die wunderbare, schwer eigentlich zu beschreibende Unbehilflichkeit ein. […] Alles so etwas, wie auch das Schreiben, geht unerträglich langsam und ungeschickt."
Quelle: ("Briefe an eine Freundin", hrsg. v. Joachim Lindner, Verlag der Nation, Berlin, ISBN 3-373-00090-4)








