Glossar rund um Parkinson

Glossar

Was bedeutet ..?

Während Ihrer Behandlung werden Sie mit zahlreichen Fachbegriffen konfrontiert, die Sie vielleicht noch nie gehört haben, oder deren Bedeutung Ihnen unklar ist. In unserem Glossar können Sie schnell und einfach die wichtigsten Begriffe nachschlagen.

ABCDEFGHIKLMNOPQRSTVW

A

Acetylcholin

Botenstoff (vgl. Neurotransmitter) im Gehirn

Adrenalin

Hormon, das in Stresssituationen ins Blut ausgeschüttet wird. Als Stresshormon vermittelt Adrenalin eine Steigerung der Herzfrequenz, einen Anstieg des Blutdrucks, eine Erweiterung der Bronchiolen, eine schnelle Bereitstellung von Energiereserven durch Fettabbau (Lipolyse) sowie die Freisetzung und Biosynthese von Glucose.

Akinese

Unbeweglichkeit (griech.: a = nicht, kinein = bewegen), die aus einer zunehmenden Bewegungsverarmung und -verlangsamung hervorgeht und zu den Hauptsymptomen der Parkinson-Krankheit zählt.

Akinetische Krise

Plötzlich eintretende, nahezu völlige Bewegungsunfähigkeit eines Parkinson-Kranken, oft einhergehend mit erheblichem Zittern und vegetativer Entgleisung, Exsikkose und Elektrolytverlust durch vermehrtes Schwitzen. Die akinetische Krise ist eine lebensbedrohliche aber seltene Komplikation - der Betroffene muss sofort in ein Krankhaus eingeliefert werden.

Akupunktur

Teilgebiet der traditionellen chinesischen Medizin, bei dem dünne Nadeln auf bestimmte „Akupunkturpunkte“ des menschlichen Körpers gesetzt werden, um z. B. chronische Schmerzen zu lindern.

Alien-Hand-Syndrom (AHS)

Neurologische Störung, bei der bei betroffenen Menschen eine der beiden Hände nicht mehr der willentlichen Steuerung unterliegt.

Amantadin

Medikament zur Behandlung der Parkinson-Krankheit, wird in frühen und in fortgeschrittenen Stadien eingesetzt. Es ist das einzige Medikament, das als Infusionslösung zur Verfügung steht und bei akinetischen Krisen oder auch nach Narkosen eingesetzt werden kann. Ursprünglich entwickelt zur Vorbeugung der Virusgrippe.

Aminosäuren

Chemische Verbindungen, die als „Bausteine“ unter anderem zum Aufbau von Eiweißstoffen (Proteinen) nötig sind. Der menschliche Körper kann bestimmte Aminosäuren selbst produzieren, andere müssen ihm über die Nahrung zugeführt werden.

Analsphincter-Muskulatur

Schließmuskel

Anticholinergika

Medikamente zur Behandlung der Parkinson-Krankheit, die die Aktivität des Botenstoffs Acetylcholin im Gehirn dämpfen, der bei der Erkrankung überaktiv ist. Anticholinergika sollen v.a. gegen das Zittern helfen.

Antidementiva

Mittel gegen Hirnleistungsstörungen, wie Beeinträchtigungen des Gedächtnisses, der Konzentrations- und der Denkfähigkeit.

Anxiolytika

Angstlösende Medikamente, die auf der Wirkstoffklasse der Benzodiazepine basieren.

Apomorphinpumpe

Tragbare Micro-Spritzpumpe, die speziell zur Applikation von Apomorphinen bei der Therapie des Morbus Parkinson in der Spätphase dient.

Apraxie

Störung der Ausführung willkürlicher, zielgerichteter und geordneter Bewegungen bei intakter motorischer Funktion. Betroffen ist die Mimik (Apraxie des Gesichts), die Sprache (Apraxie der Sprechwerkzeuge) und/oder die Gestik bzw. der Gebrauch von Werkzeugen (Extremitäten-Apraxie).

Aspirationspneumonie

Lungenentzündung, die dadurch entsteht, dass erbrochener Mageninhalt oder andere Stoffe in die Lunge gelangen (Aspiration) und dort durch ihre spezifischen Eigenschaften starke Entzündungsreaktionen hervorrufen.

Athetose

Fachbegriff für unwillkürliche, langsam sich abspielende, ausfahrende Bewegungen von Händen oder Füßen, die meist mit Gelenküberdehnung einhergehen.

Atropin (-Tropfen)

Atropin ist ein Alkaloid, das parasympatholytisch wirkt, d.h., es vermindert die Wirkung des Parasympathikus, indem es Acetylcholin von den Muskarinrezeptoren verdrängt.

Atypische Neuroleptika

Arzneimittel, die in der Psychiatrie zur Behandlung von Psychosen eingesetzt werden. Sie unterscheiden sich von den typischen Neuroleptika im Allgemeinen dadurch, dass sie die „typischen“ Nebenwirkungen z.B. das Parkinsonoid, der zugehörigen Arzneistoffe seltener aufweisen.

Atypische Parkinson-Syndrome

Erkrankungen, die neben Parkinson-Symptomen andere neurologische Symptome zeigen, so dass hier eine so genannte Systemüberschreitung stattfindet.

Autogenes Training

Weit verbreitete und anerkannte Methode, um Stress und psychosomatische Störungen zu behandeln. Es ist eine auf Autosuggestion basierende Entspannungstechnik.


B

Basalganglien

Bereiche im Gehirn, die eine wichtige Rolle bei der Steuerung automatischer Bewegungen spielen.

Bildgebende Verfahren

Untersuchungsverfahren, wie z. B. Computertomographie (CT) oder Kernspintomographie (MRT); Untersuchungen zur Darstellung von Strukturen im Körperinneren.

Biphasische Dyskinesien

Störungen des Bewegungsablaufs, die in der An- und Abflutungsphase des L-Dopa auftreten können.

Botenstoffe

Vgl. Neurotransmitter

Bradykinese

Verlangsamung der Bewegungsabläufe

Bradyphrenie

Verlangsamung der Denkabläufe

Budipin

Medikament zur Behandlung der Parkinson-Krankheit


C

Catechol-O-Methyl-Transferase

Körpereigenes Enzym (Abkürzung COMT), das Dopamin und L-Dopa abbaut.

Cerebrale Durchblutungsstörungen

Mögliche Folge einer Arterienverkalkung im Gehirn. Sie machen sich durch Konzentrationsstörungen, Vergesslichkeit, Schwindel oder Depressionen bemerkbar.

Cerebrale Mikroangiopathie

Siehe cerebrale Durchblutungsstörungen.

Cholinesterasehemmer

Cholinesterase ist das Enzym, welches den Nervenbotenstoff Acetylcholin spaltet und damit unwirksam macht. Hemmstoffe der Cholinesterase verhindern die Spaltung von Acetylcholin und sorgen somit für eine verlängerte Wirkung desselben.

Chorea

Symptom mehrerer Krankheiten, die die Basalganglien des Hirns betreffen. Typisch sind (überwiegend im Wachzustand) unwillkürliche, plötzliche, rasche, unregelmäßige Bewegungen der Extremitäten, des Gesichtes, des Halses und des Rumpfes, die sowohl in Ruhe als auch während willkürlicher Bewegungen auftreten.

Choreoathetose

Überbewegungen, vor allem der Arme und Beine, aber auch der Gesichtsmuskulatur.

Choreatiforme Bewegungen

Bewegungsstörungen, die unwillkürlich, unregelmäßig, nicht-rhythmisch, abrupt und schnell auftreten. Betroffen sind hauptsächlich Mund, Hals und Rumpf.

COMT-Hemmer

Medikament zur Behandlung der Parkinson-Krankheit. COMT steht für das körpereigene Enzym Catechol-O-Methyl-Transferase, das im Körper auch Dopamin und L-Dopa abbaut. COMT-Hemmer verlängern die Wirkungsdauer von L-Dopa, indem sie dessen Abbau hemmen.

Corticobasale Degeneration

Langsam fortschreitende neurodegenerative Erkrankung. Hauptsymptome sind Parkinson-Symptome und Nachlassen der kognitiven Fähigkeiten.

CPAP-Beatmung (Continuous Positive Airway Pressure)

Intensivmedizinische Beatmungsform, bei der die (zu schwache) Eigenatmung des Patienten verstärkt wirkt, um ein ausreichendes Atemvolumen gewährleisten zu können.

CT (Computertomographie)

Bildgebendes Verfahren zur Untersuchung von Strukturen im Körperinneren, bei dem mit Hilfe von Röntgenstrahlen Schnittbilder des menschlichen Körpers aufgenommen werden.


D

Decarboxylasen

Körpereigene Enzyme, die z.B. L-Dopa zu Dopamin umwandeln. Bei der Einnahme von L-Dopa soll diese Umwandlung ausschließlich im Gehirn erfolgen. Es gibt jedoch auch so genannte „periphere“ Decarboxylasen, die außerhalb des Gehirns aktiv sind, und bei einer L-Dopa-Einnahme daher gehemmt werden müssen.

Decarboxylasehemmer

Substanzen, die z. B. die Umwandlung von L-Dopa zu Dopamin außerhalb des Gehirns verhindern. L-Dopa-Präparate enthalten daher immer eine Kombination aus L-Dopa und einem Decarboxylasehemmer, um die Verfügbarkeit von L-Dopa zu erhöhen und unerwünschte Wirkungen zu verhindern.

Detrusor

Kurzform für  Musculus detrusor, den Muskel, der für die Austreibung der Harnblase zuständig ist.

Detrusorhyperaktivität

Auch Reflexinkontinenz genannt - ist gekennzeichnet durch Urinverlust infolge unwillkürlicher Kontraktionen der Blasenwandmuskulatur (Detrusor) - spontan oder provoziert.

Diabetes mellitus

Chronische Stoffwechselerkrankung, die durch einen erhöhten Blutzuckerspiegel gekennzeichnet ist.

Domperidon

Antiemetikum aus der Gruppe der Dopamin-Antagonisten. Domperidon blockiert die
D1- und D2-Dopamin-Rezeptoren und erhöht so die Motilität des Gastrointestinaltrakts. (Wirkt nur in der Peripherie und ist daher bei der Parkinson-Krankheit einsetzbar!)

Dopamin

Botenstoff (vgl. Neurotransmitter) im Gehirn, der Informationen zwischen Nervenzellen überträgt. Bei Parkinson-Kranken sinkt der Dopamin-Spiegel im Gehirn, wodurch es zu den typischen Krankheitssymptomen kommen kann. Der Mangel an Dopamin muss von außen durch Medikamente wie z. B. L-Dopa ausgeglichen werden.

Dopaminagonisten

Medikamente zur Parkinson-Behandlung, die die Wirkung von Dopamin nachahmen, indem sie im Gehirn Bindungsstellen (Rezeptoren) stimulieren, die sonst von Dopamin aktiviert werden.

Dopaminerges Dysregulationssyndrom

Verhaltensmuster, die zu einer laufenden Zunahme der dopaminergen Dosis führen, über das Ausmaß hinaus, das zur Kontrolle der motorischen Symptome erforderlich ist.

Dopaminrezeptoren

Spezifische Andockstellen für den Neurotransmitter Dopamin.

Dyskinesien

Störung des physiologischen Bewegungsablaufs einer Körperregion, eines Körperteils oder eines Organs.

Dyspnoe

Atemnot beziehungsweise erschwerte Atmung.

Dysphagie

Störung des Schluckens.

Dyston

Länger anhaltend und nicht unterdrückbar.

Dystonie

Unwillkürlich gesteigerte, länger anhaltende und oft schmerzhafte Muskelanspannung, die zu ungewöhnlichen Haltungen / Fehlstellungen von Kopf, Hals, Rumpf, Armen und Beinen führt.


E

"Early-morning"-Dystonie

Schmerzhafte Bewegungsstörung, die oft an der Körperhälfte, die stärker von der Parkinson-Krankheit beeinträchtigt ist, vorkommt. Sie tritt besonders beim Erwachen auf.

End-off-dose Akinesie

Bewegungsminderung bei abfallendem Dopa-Wirkspiegel (Ende der einzelnen Dosis).

Enzyme

Proteine, die biochemische Reaktionen steuern können.

EKG

Echokardiogramm (Herzspannungskurve): Aufzeichnung der elektrischen Aktivitäten des Herzens in Form einer Kurve. Gibt Auskunft über den Herzrhythmus, die Herzfrequenz und die elektrische Aktivität von Herzvorhöfen und Herzkammern.

Erektile Dysfunktion

Störungen im Zusammenhang mit der männlichen Erektion.

Ergotherapie

Arbeitstherapie: Mit verschiedenen Aktivitäten und Betätigungen können Patienten ihre Handlungsfähigkeit im Alltag und ihre Lebensqualität verbessern und zurückerlangen.


F

Fibrose

Krankhafte Vermehrung von Bindegewebe in menschlichen Geweben und Organen.

Fluktuationen

Schwankungen der Beweglichkeit (Akinesen, Hyperkinesen, Dystonien), die z. B. nach längerer Einnahme von L-Dopa oder Dopaminagonisten auftreten können.

Fraktionierung

An- bzw. Abreicherung oder Trennung verschiedener Elemente oder chemischer Verbindungen.

Freezing

Plötzliche Bewegungshemmung, „Einfrieren“ der Bewegung für Sekunden oder auch Minuten, z. B. bei der Passage von Engstellen (Türen).

Freie Radikale

Hochreaktive Verbindungen, die im menschlichen Körper durch innere Einflüsse wie Stoffwechselreaktionen oder durch äußere Einflüsse wie UV-Licht, Ozon oder Radioaktivität entstehen und die Zellen schädigen können.


G

Gang- und Haltungsinstabilitäten

Mehrere unterschiedliche Symptome, die erst im fortgeschrittenen Krankheitsstadium unverkennbar werden. Dazu gehören eine gebeugte Haltung und die Tendenz, nach vorne zu fallen. Probleme beim Loslaufen (Starthemmung) sowie die Festination, d.h. das Bemühen, beim Beginn einer Bewegung durch das Vorbeugen des Rumpfes den Oberkörper durch schneller werdende, kurze Schritte einzuholen. Zu den Gang- und Haltungsinstabilitäten gehört auch das Freezing.

GdB

Grad der Behinderung (in %)

Glutamat

Botenstoff (vgl. Neurotransmitter) im Gehirn

Glutamat-Antagonisten

Parkinson-Medikament, das die Wirkung des aktivierenden Glutamats hemmt, das bei Parkinson-Patienten oft im Überschuss vorhanden und für Bewegungsstörungen mitverantwortlich ist.


H

Halbwertzeit

Zeitspanne, in der die Konzentration eines in einem System vorkommenden Atoms oder Moleküls auf die Hälfte abgesunken ist.

Halluzinationen

Sinnesempfindungen wie z. B. Trugbilder, die nicht durch einen äußeren Reiz ausgelöst werden. Sie können als Nebenwirkung bestimmter Parkinson-Medikamente auftreten.
    
Halothan

Halogenisiertes Kohlenwasserstoffmolekül, das 1951 im Auftrag für die Imperial Chemical Industries von Charles Suckling synthetisiert wurde. Seit 1956 wird es als Inhalationsanästhetikum eingesetzt.

Hirnstamm

Verbindet das Gehirn mit dem Rückenmark und steuert die allgemeinen Lebensfunktionen (wie z. B. die Herzfrequenz, den Blutdruck, die Atmung und den Schlaf).

"Honeymoon"-Phase

Phase der Krankheit, in der Patienten mit Hilfe ihrer Parkinson-Medikamente nahezu beschwerdefrei leben.

Hydrocephalus

Krankhafte Erweiterung der liquorgefüllten Flüssigkeitsräume (Ventrikel) des Gehirns.
Er wird auch Wasserkopf genannt.

Hyperkinesie

Unwillkürliche, übermäßige Bewegungsaktivität einzelner Körperteile.

Hyperkinetische Fluktuationen

Unwillkürliche Überbeweglichkeit.

Hypersexualität

Gesteigertes sexuelles Verlangen.

Hypokinesie

Zustand, der durch eine verminderte Beweglichkeit, Bewegungsarmut oder einen Mangel an Spontanmotorik gekennzeichnet ist.

Hypokinetische Fluktuationen

Verminderte Beweglichkeit.


I

Idiopathisch

"Ohne bekannte Ursache" (von griech. "idios" selbst; "pathos" Leiden).
Als idiopathische Krankheiten werden alle Erkrankungen mit unbekannter Ursache bezeichnet.

Intermittierend

"Wiederkehrend" oder "mit Unterbrechungen erfolgend bzw. auftretend".
Der Begriff bezieht sich in der Medizin in erster Linie auf Krankheitsverläufe.


K

Kardinalsymptome

Der Begriff steht für die bedeutsamsten Zeichen einer bestimmten Erkrankung oder Verletzung, welches dem Arzt als Orientierungshilfe bei der Diagnosefindung dient.

Kognitive Fluktuation

Sie treten in Abhängigkeit von Schwankungen der Beweglichkeit auf. Es kommt vermehrt zu Unruhe, Müdigkeit, Reizbarkeit, Rückzug, Mattigkeit, depressiven Verstimmungszuständen, Angst und Panikattacken.

Krankengymnastik

Behandlungsform zur Kräftigung der Muskulatur - krankmachende Bewegungsabläufe sollen durch gezieltes Üben dauerhaft vermieden werden.


L

Libido

Geschlechtstrieb, sexuelles Verlangen.

L-Dopa (= Levodopa)

Symptomatisch wirksamstes Medikament zur Parkinson-Behandlung. L-Dopa steht für L-Dihydroxyphenylalanin, das die natürliche Vorstufe des körpereigenen Botenstoffes Dopamin ist. L-Dopa wird im Gehirn zu Dopamin umgebaut und gleicht so den krankheitsbedingten Dopaminmangel aus. Nach einer langfristigen Therapie (fünf bis zehn Jahre) entwickelt etwa die Hälfte der Patienten Wirkungsschwankungen (Wearing-off, On-off-Phänomen), die als "L-Dopa-Langzeitsyndrom" eine der größten therapeutischen Herausforderungen darstellen.

L-Dopa-Test

Verbesserung der Symptome von Parkinson-Patienten unter der Gabe einer definierten Menge L-Dopa.

Lee-Silverman-Sprechtraining

Besonderes Sprechtraining, bei dem eine Verbesserung der Sprachverständlichkeit ausschließlich über die Erhöhung der Sprechlautstärke erreicht wird.

Levodopa-Infusionen

Levodopa ("Duodopa") wird mittels einer elektronisch gesteuerten Pumpe über einen Sondenkatheter durch die Bauchdecke (s. "PEG") kontinuierlich direkt in den Dünndarm gepumpt.

Lewy-Körperchen-Erkrankung

Neurodegenerative Demenz im Alter, die sowohl als eigenständige Erkrankung als auch sekundär, im Rahmen einer bereits bestehenden Parkinson-Krankheit auftreten kann.

Logopädie

Untersuchung, Vorbeugung und Behandlung von Störungen der Sprache und der Kommunikation.

Lower body Parkinsonismus

Parkinsonismus der unteren Körperhälfte. Das Gangbild ist kleinschrittig und von ausgeprägten Startschwierigkeiten und Blockaden ("Magnetgang") geprägt.
Die Beweglichkeit der oberen Körperhälfte, wie die Gestik, das Mitschwingen der Arme beim Gehen und die Haltung des Rumpfes, sind in der Regel normal.


M

Magnetstimulation

Nichtinvasive Methode, um biologische Gewebe wie Muskulatur, Nerven und Gehirn zu stimulieren. Das physikalische Prinzip der Magnetstimulation ist die elektromagnetische Induktion. Ein Kondensator entlädt sich über eine Magnetspule und erzeugt ein Magnetfeld. Durch die schnelle Magnetfeldänderung wird im Körpergewebe ein Strom induziert. Erreicht dieser Strom eine ausreichende Stärke, so werden im Körper Muskel- und Nervenzellen gereizt.

Major Depression

Schwere Depressionen, die durch die Hauptsymptome wie gedrückte Stimmung, Interesselosigkeit beziehungsweise Freudlosigkeit und Antriebsstörung gekennzeichnet ist.

Makrogol-Präparate

Abführmittel.

MAO (= Monoaminooxidase)

Körpereigenes Enzym, das bestimmte Stoffe abbaut. Die Monoaminooxidase A ist vor allem in der Körperperipherie aktiv; die Monoaminooxidase B übt ihre Funktion vor allem im Gehirn und anderen Bereichen des zentralen Nervensystems aus.

MAO-B-Hemmer

Medikamente zur Parkinson-Behandlung, die das Enzym Monoaminooxidase B (MAO-B) blockieren und so den Dopamin-Abbau im Gehirn hemmen. Geeignet als einzige Medikation im Frühstadium der Erkrankung, in fortgeschritteneren Stadien können MAO-B-Hemmer auch mit L-Dopa und/oder COMT-Hemmern kombiniert werden.

MdE

Minderung der Erwerbsfähigkeit (in %).

Mikrographie

Verkleinerung der Schrift.

Morbus Parkinson

Auch Parkinson-Krankheit und Idiopathisches Parkinson-Syndrom (IPS) genannt.
Der Einfachheit halber sprechen wir auf unserer Internetseite von "Parkinson“ an Stelle von "Morbus Parkinson“ oder "Parkinson-Krankheit“.

Morbus Wilson (Kupferspeicherkrankheit)

Erkrankung, bei der durch eine oder mehrere Genmutationen der Kupferstoffwechsel in der Leber gestört ist. In Folge kommt es zu einer verminderten Kupferausscheidung über die Galle, woraus eine vermehrte Ansammlung von Kupfer in der Leber, dem Auge, dem Zentralnervensystem und anderen Organen resultiert. Daraus ergibt sich ein vielgestaltiges Muster von Symptomen, das sich vor allem in Leberschäden und neurologischen Defiziten äußert.

Motorische Symptome

Überbegriff für die vier Kardinalsymptome der Parkinson-Krankheit: Akinese, Rigor, Tremor sowie Gang- und Haltungsinstabilitäten. Die motorischen Symptome beginnen häufig auf einer Körperhälfte und breiten sich langsam auch auf die Gegenseite aus.

MRT (Magnetresonanztomographie)

Bildgebendes Verfahren zur Darstellung von Strukturen im Körperinneren, bei dem mit Hilfe von magnetischen Feldern Schnittbilder des menschlichen Körpers aufgenommen werden. Wird mitunter auch als Kernspintomografie bezeichnet.

MSA (Multisystematrophie)

Seltene, sporadische, progressiv verlaufende Erkrankung des mittleren und höheren Erwachsenenalters, die durch Neurodegeneration in den Basalganglien, im Kleinhirn, im Hirnstamm und den intermediolateralen Zellsäulen des Rückenmarks gekennzeichnet ist.

Muskeltonus

Spannungszustand der Muskulatur.


N

Neuroleptika

Medikament, das als psychotrope Substanz eine antipsychotische, sedierende und psychomotorische Wirkung besitzt und vor allem zur Behandlung von Psychosen eingesetzt wird.

Neuron (= Nervenzelle)

Auf Erregungsweiterleitung spezialisierte Körperzelle, die Bestandteil des Nervensystems höherer Lebewesen ist. Sie besteht aus einem Zellkörper mit Kern, kurzen Empfängerfortsätzen (Dendrite) und einem langen Sendefortsatz (Axon). Ein Neuron kann Nervenimpulse selektiv weiterleiten und im Verbund Informationen verarbeiten und speichern. Das menschliche Gehirn enthält zwischen 30 und 100 Milliarden Nervenzellen.

Neuroprotektion

Schutz von Nervenzellen.

Neurotransmitter

Botenstoffe, die Impulse von einer Nervenzelle zur nächsten vermitteln, z. B. Acetylcholin, Dopamin und Glutamat.

Nicht-ergoline Dopaminagonisten

Für eine effektive medikamentöse Therapie, die wenig motorische Spätkomplikationen verursachen sollte, wurden Dopamin-Agonisten entwickelt. Ihre Anwendung erlaubt einen Aufschub der L-Dopa-Therapie bzw. eine Reduktion der L-Dopa-Dosis.

Nicht-motorische Fluktuationen

Störungen, die in Abhängigkeit von Schwankungen der Beweglichkeit auftreten.
Sie äußern sich als Beeinträchtigungen des Denkvermögens wie z. B. Denkverlangsamung, Merkfähigkeitsstörungen, geistige Leere im OFF-Zustand.

Nuklearmedizin

Sammelbegriff für Untersuchungsmethoden insbesondere von Stoffwechselvorgängen, die mit Hilfe von radioaktiven Substanzen "sichtbar" gemacht werden.
Als Markierungsmittel kommen radioaktive Substanzen mit kurzen Halbwertszeiten
zum Einsatz.


O

Obstipation

Verstopfung.

OFF-Freezing

Bewegungsblockierungen am Ende der Wirkungszeit des L-Dopa.

Off-Phase-Dystonie

Unwillkürliche Bewegungen insbesondere an den Beinen bei niedrigem L-Dopa-Spiegel.

ON-Freezing

Plötzliche Bewegungsblockaden bei ansonsten guter Beweglichkeit.

On-off-Phänomen

Wechselndes Bewegungsvermögen von Parkinson-Patienten im fortgeschrittenen Stadium: Im Off-Zustand erstarrt der Patient, im On-Zustand ist er bewegungsfähig.

Orthostatische Dysregulation

Fehlfunktion der Kreislaufregulation. Bei betroffenen Personen fällt der Blutdruck im Stehen ab. Die Folgen reichen von rascher Ermüdbarkeit über Ohrensausen, Kopfschmerzen und Herzklopfen bis hin zum plötzlichen Kollaps durch eine vorübergehend verminderte Gehirndurchblutung.

Osteopathie

Überwiegend manuelles Diagnose- und Behandlungskonzept, das auf den US-amerikanischen Arzt Andrew Taylor Still (1828–1917) zurückgeht und zu den alternativmedizinischen Verfahren gezählt wird.

Osteoporose

Die auch als Knochenschwund bezeichnete Krankheit ist gekennzeichnet durch eine geringe Knochenmasse und den übermäßig raschen Abbau der Knochensubstanz und -struktur. Die erhöhte Frakturanfälligkeit kann das ganze Skelett betreffen.


P

Parästhesien

Unangenehme, manchmal schmerzhafte Körperempfindung mit Kribbeln, Taubheit, Einschlafen der Glieder, Kälte- und Wärmewahrnehmungsstörungen, die nicht durch adäquate Reize ausgelöst wird.

Parenteral

Gemeint sind meist Verabreichungsformen von Medikamenten unter Umgehung des Magen-Darm-Traktes, wo einige Medikamente bereits verdaut, in der Leber verstoffwechselt oder gar nicht erst resorbiert werden.

Parkinson, James

Britischer Arzt, Apotheker und Paläontologe (1755 − 1824), der 1817 erstmals die Symptome der später nach ihm benannten Parkinson-Krankheit beschrieb.

Pathologisches Spielen

Wiederholtes Glücksspiel, das zu einem Verfall der sozialen, beruflichen, materiellen und familiären Werte und Verpflichtungen führen kann.

Peak-dose-Akinese

Bewegungsarmut oder –unfähigkeit, die nach Einnahme von L-Dopa auftreten kann.

Peak-dose-Dyskinesie

Unwillkürliche überschießende Bewegungen bei maximalem L-Dopa Wirkspiegel.

Peak-dose-Dystonie

Schmerzhafte Dystonie zum Zeitpunkt der maximalen Medikamentenwirkung.

"PEG" (perkutane endoskopische Gastrostomie)

Sondenplatzierung in den Dünndarm zur direkten Infusion von L-Dopa.

Pestizide

Überbegriff für Pflanzenschutzmittel (wie z. B. Insektenvernichtungsmittel) und Mittel zur Schädlingsbekämpfung.

Physiotherapie

Krankengymnastik.

Progression

Fortschreiten einer Erkrankung.

Progressive Muskelentspannung

Verfahren, bei dem durch die willentliche und bewusste An- und Entspannung bestimmter Muskelgruppen ein Zustand tiefer Entspannung des ganzen Körpers erreicht wird.

Propulsion

Neigung zum unwillkürlichen Vorwärtslaufen (vgl. auch Retropulsion).

Psychische Fluktuationen

Psychische Schwankungen mit Zuständen von "Himmelhoch jauchzend" bis hin "zu Tode betrübt".

Punding

Verhaltensstörung, die mit einem dopaminergen Dysregulationssyndrom einhergehen kann, aber auch unter (meist höher dosierter) dopaminerger Ersatztherapie ohne Steigerungstendenz durch die Patienten selbst auftreten kann.

Putamen

Kerngebiet des Großhirns, Teil der Grauen Substanz des Gehirns. Es bildet zusammen mit dem Nucleus caudatus das Striatum und spielt bei der Steuerung der Willkürmotorik eine große Rolle.


Q

Qigong

Entspannungstechnik aus Atem-, Bewegungs- und Meditationsübungen.


R

Reiki

Asiatische Heilmethode, bei der durch sanftes Auflegen der Hände Energie übertragen werden soll.

REM-Schlaf-Verhaltensstörung

Erleben heftiger Traumphasen, die von lautem Schreien, Hilferufen, einem Um-Sich-Schlagen und tätlichen Angriffen auf den Bettpartner begleitet werden können. Betroffene selbst haben in der Regel keine Erinnerung an derartige Vorfälle.

Resorption

Aufnahme von Substanzen in das Zellinnere.

Retropulsion

Neigung zum unwillkürlichen Rückwärtslaufen (vgl. auch Propulsion).

Rezeptor

"Empfängerstelle" einer Zelle, an dem die Botenstoffe anderer Zellen andocken können.

Riechtest

Standardisierter Test mit Riechstiften, der Riechschwelle, Geruchsunterscheidung und Geruchsidentifizierung untersucht. Bei Patienten mit idiopathischer Parkinson-Erkrankung ist das Riechvermögen oft schon gemindert, bevor andere Symptome auftreten. Andere Auslöser für Parkinson-Symptome dagegen gehen nicht mit einer Beeinträchtigung des Riechvermögens einher.

Rigor

Erhöhte Muskelspannung von Beuge- und Streckmuskulatur, die zu Steifigkeit führt. Typisches Zeichen der Parkinson-Krankheit.


S

Schlafapnoe-Syndrom

Beschwerdebild, das in der Regel durch Atemstillstände (Apnoen) während des Schlafs verursacht wird und in erster Linie durch eine ausgeprägte Tagesmüdigkeit bis hin zum Einschlafzwang (Sekundenschlaf) gekennzeichnet ist.

Schlaganfall

Plötzlich auftretende Erkrankung des Gehirns, die zu einem anhaltenden Ausfall von Funktionen des Zentralen Nervensystems führt und durch kritische Störungen der Blutversorgung des Gehirns verursacht wird.

Schüttellähmung

Bezeichnung für die Parkinson-Krankheit im Volksmund.

Schwarze Substanz

Vgl. Substantia nigra.

Seborrhoe

"Salbengesicht" - vermehrte Talgabsonderung begünstigt eine glänzend-fettige Gesichtshaut.

Single-Photon-Emission-Computertomografie (SPECT)

Bildgebendes Verfahren der Nuklearmedizin, bei dem die Verteilung einer radioaktiven Substanz im Körper untersucht wird.

Skelettveränderungen

Es kommt zu Deformationen der Hände und Füße einhergehend mit Rigor und Krümmungen an der Wirbelsäule. Folgen können Stürze und Frakturen sein.

Stammzellen

Körperzellen, die sich in verschiedenste Zelltypen oder Gewebe ausdifferenzieren können.
Sie besitzen die Eigenschaft, sich in jegliches Gewebe, d.h. embryonale Stammzellen, oder in spezifische Gewebetypen, sogenannte adulte Stammzellen, zu entwickeln.

Steele-Richardson-Olszewski-Syndrom/Supranukleäre Blickparese

Degenerative Erkrankung des Gehirns, speziell der Basalganglien. Ihre Schädigung kann zu Problemen beim Bewegen und beim Halten des Gleichgewichtes, bei der Augen-, Schluck- und Sprechsteuerung führen.

Störungen der Impulskontrolle

Impulsiv ausgeübtes Verhalten, das durch ein als unangenehm erlebter Anspannungszustand aufgelöst wird.

Streifenkörper

Vgl. Striatum.

Striatum

"Streifenkörper": Teil des Gehirns, der mit dopaminproduzierenden Neuronen in Verbindung steht.

Subkutane Infusion

In das Unterhautfettgewebe gegebene Infusion von Apomorphin durch eine elektronisch gesteuerte Pumpe.

Substantia nigra

"Schwarze Substanz": paarige dunkle Region aus Neuronen, die Dopamin produzieren. Bei der Parkinson-Krankheit sterben diese Neurone nach und nach ab.

Synapse

Schaltstelle zwischen zwei Neuronen, an denen der Austausch von Botenstoffen (z. B. Dopamin) stattfindet.


T

Tiefe Hirnstimulation

Gehirnschonende Operationsmethode - Elektroden werden im Gehirn eingepflanzt. Diese sind mit einem Impulsgenerator verbunden und ermöglichen so eine Dauerreizung bestimmter Hirnregionen. Auf diesem Weg lassen sich beispielsweise Zittern, eingeschränkte Beweglichkeit und Muskelstarre aber auch Dyskinesien bei Parkinson-Kranken verbessern.

Tachykardie

Anhaltend beschleunigter Puls auf über 90 Schlägen pro Minute; ab einem Puls von
150 Schlägen pro Minute spricht man von einer ausgeprägten Tachykardie.
Die Ursachen können vielfältig sein.

Tremor

Zittern, ein Hauptsymptom der Parkinson-Krankheit. Betrifft am häufigsten die Arme und verschwindet bei Bewegung der betroffenen Extremität oder im Schlaf. Wird der Arm wieder ruhig gehalten, tritt der Tremor nach kurzer Zeit wieder auf. Ein Tremor kann sich durch geistigen Stress verstärken.


V

Vegetatives Nervensystem

Nicht dem Willen unterworfener Teil des Nervensystems - hier werden innere Lebensvorgänge gesteuert (wie Herz-Kreislauf, Atmung, Verdauung, Wärmeregulation usw.).

Vorhofflimmern

Herzrhythmusstörung mit ungeordneter Tätigkeit der Herzvorhöfe.

Vigilanz

Daueraufmerksamkeit, Wachheit.


W

Wearing-off

Mangelnde Beweglichkeit gegen Ende der Medikamentenwirkung.


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