Karl-Heinz Brass: Erfahrungen eines Parkinson-Patienten
"Auf einmal gehörten Medikamente zu meinem Alltag wie 'das tägliche Brot'. Ich mochte diese 'Brotsorte' überhaupt nicht zu mir nehmen und – vergaß sie manchmal. Dabei bedarf es eines sehr geringen, täglichen Aufwandes, sich so zu organisieren, dass die regelmäßige Einnahme gewährleistet ist.
So lege ich meine Tabletten für den kommenden Tag immer neben die Hausschlüssel. Da ich morgens als erstes die Haustür öffne, 'stolpere' ich über die Medikamente. Am Abend wäre ein sicherer Ort der Platz nahe der Zahnbürste. Das hat einen doppelten Effekt, denn diese Kombination erinnert an die Pillen und an die Zähne.
Ich finde die meisten unserer Mitmenschen, einschl. der gesunden, haben zu wenig Bewegung. Für uns 'Parkis' ist jedoch Bewegung in allen möglichen Formen von größter Bedeutung, um unsere Mobilität so lange wie es geht zu erhalten. Wie oft musste ich meinen inneren 'Schweinehund' überwinden, um in die Gänge zu kommen. ... und dieses 'Tier' ist überall. Treppensteigen statt Fahrstuhl. Die Brötchen zu Fuß holen, statt mit dem Auto fahren. Sich die Getränke selbst an den Fernsehtisch holen und nicht die Dienste anderer erwarten. Ein Spaziergang mehr und dafür eine Fernsehsendung weniger. Sport treiben statt Sport gucken. Und ich bin nach über einem Jahrzehnt Parkinson, wie ich empfinde, noch gut dabei."








